Ruhestand Susanne Gwosch
: Fast 40 Jahre für die Menschen in Schramberg da

Vom Sozialamt über die Volkshochschule bis zur Fachbereichsleitung Kultur und Soziales: Susanne Gwosch hat Schramberg fast vier Jahrzehnte lang mitgestaltet. Ende Oktober geht sie in den Ruhestand. Ganz leicht fällt ihr der Abschied nicht.
Von
Johannes Fritsche
Schramberg
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Johannes Fritsche
  • Susanne Gwosch leitet Kultur und Soziales in Schramberg und geht Ende Oktober in Ruhestand.
  • Seit 1987 prägte sie Verwaltung, VHS und Theaterring – Fokus auf Kultur und Soziales.
  • Sie organisierte Hilfe für Flüchtlinge und wirkte bei der Schramberger Tafel mit.
  • Ausbau von Kitas und Integrationskursen trieb sie voran, Inklusion erhielt Auszeichnung.
  • Sie bleibt Schramberg verbunden – plant Reisen und weiteres Engagement in Kultur und Soziales.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als Susanne Gwosch am 1. April 1987 ihre Arbeit im Schramberger Rathaus begann, gab es dort noch keine Computer. Das Sozialamt gehörte zur Stadtverwaltung, die deutsche Wiedervereinigung lag noch in der Zukunft. Fast 40 Jahre später geht die Leiterin des Fachbereichs Kultur und Soziales in den Ruhestand. In dieser Zeit hat sie viele Veränderungen erlebt und selbst einiges auf den Weg gebracht.

Nach der Schulzeit in Villingen hatte sie 1986 ihr Studium an der Hochschule Kehl als Diplom-Verwaltungswirtin abgeschlossen. Ihren Eltern zuliebe suchte sie eine Stelle in der Nähe. Kultur und Soziales interessierten sie schon früh. Ihre Eltern hatten sie bereits als Kind mit ins Theater genommen.

Vom Sozialamt zum Kulturwesen

Im Rathaus begann sie als Sachbearbeiterin im Sozialamt, wurde später Stellvertreterin und schließlich Leiterin. „Die Arbeit mit Menschen hat mir immer gefallen“, sagt sie beim Gespräch mit unserer Redaktion in ihrem Amtszimmer.

Vor dem Mauerfall kamen DDR-Bürger nach Schramberg, um ihr Begrüßungsgeld abzuholen. Selbst zwischen Weihnachten und Neujahr herrschte deshalb Hochbetrieb im Rathaus. Während des Kosovo-Kriegs mussten plötzlich Flüchtlinge untergebracht werden. Gwosch organisierte im damaligen Kaufhaus Baro Bettwäsche für Menschen, die im City-Center-Hotel oder in der Majolika Unterkunft fanden. Weitere Herausforderungen folgten mit den Flüchtlingen aus Syrien und später der Ukraine.

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Auch an der Gründung der Schramberger Tafel war Gwosch beteiligt. Dabei half ihr die gute Vernetzung mit Vereinen, Einrichtungen und engagierten Menschen in der Stadt.

Klare Linie und ein offenes Ohr

2005 übernahm Gwosch die Leitung der Volkshochschule und des Theaterrings, 2019 die Fachbereichsleitung Kultur und Soziales. Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem Schulen, Kindertagesstätten und kulturelle Einrichtungen.

Wichtig war ihr bei der Arbeit Verlässlichkeit. „Alle wussten, wie sie bei mir dran sind“, sagt sie. Sie habe immer ein offenes Ohr gehabt, aber auch eine klare Linie vertreten. Über positive Rückmeldungen der Menschen freue sie sich besonders.

An der Volkshochschule stieg der Bedarf an Integrationskursen stark an. Gwosch gelang es, dafür Kursleiter fest anzustellen. Auch die Teilhabe von Menschen mit Behinderung lag ihr am Herzen. Mit der Stiftung St. Franziskus und der Lebenshilfe gibt es dafür wichtige Partner in der Stadt. Für ihr Engagement um Inklusion erhielt die Stadt den Paul Lechler Preis.

„Kultur macht eine Stadt lebendig“

Besonders am Herzen lag Gwosch die Kultur. „Die vielen Begegnungen mit Kulturschaffenden haben mich bereichert“, sagt sie. Zu den Projekten, die sie begleiten konnte, gehörten die Veranstaltungen zum Jubiläum 150 Jahre Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik (H.A.U.) mit der Wiederaufnahme des Junghans-Musicals der Musikschule.

Kultur mache eine Stadt lebendig und trage dazu bei, dass sich die Menschen wohlfühlten. Deshalb tue es ihr weh, wenn aus finanziellen Gründen über Einsparungen gesprochen werde. Bisher sei der Bestand gesichert. Die Kultur weiterzuentwickeln, werde eine große Aufgabe für ihren Nachfolger.

Auch das Ehrenamt brauche Unterstützung. Die Anforderungen und die Verantwortung für Vereine und Initiativen seien gewachsen.

Viele Aufgaben, viele Veränderungen

In den vergangenen Jahren forderte besonders der Ausbau der Kinderbetreuung die Verwaltung. Mit der neuen Kita am Kirchplatz seien nun ausreichend Betreuungsplätze in Schramberg vorhanden. Bei den Schulen sei ihr wichtig, dass die Möglichkeiten der Kinder nicht von der Finanzkraft der jeweiligen Kommune abhingen.

Dass Aufgaben abgegeben wurden, hält Gwosch für richtig. Die Rückübertragung des Sozialamts an den Landkreis sei ihr zwar schwergefallen. Angesichts wachsender rechtlicher Anforderungen könne ein größeres Team aber Ausfälle besser auffangen. Tourismus und Stadtmarketing wechselten zur Wirtschaftsförderung, weil hier Synergieeffekte erzielt werden konnten.

Sie bleibt Schramberg verbunden

Fast vier Jahrzehnte hat Gwosch in Schramberg nicht nur gearbeitet, sondern auch gewohnt. So bekam sie das Stadtleben unmittelbar mit und konnte auf Entwicklungen reagieren. Außerdem sang sie im Kirchenchor.

Vor zwei Monaten zog sie nach Villingen-Schwenningen, um sich um ihre betagte Mutter kümmern zu können. Im Ruhestand freut sie sich auch auf Reisen, etwa nach China oder ins Baltikum. Kulturell und sozial will sie sich weiterhin engagieren.

An Weihnachten möchte sie noch einmal mit dem Kirchenchor singen und auch sonst den Kontakt nach Schramberg halten. „Ich werde Schramberg, mein tolles Team und meine Freunde hier vermissen“, sagt sie.