Rhani Krija Auftritt in Schramberg: „Meine Musik soll die Menschen heilen“

Vier plus eins (von links): „Jayjay“ Jürgen Lauble, HP Walter, Jo Glaser, Rhani Krija und Edgar „Ed“ Bühler
Alexander SchwarzGanz großes Kino, obwohl die Leinwand an diesem Abend im Subiaco abgebaut war, hat das „MIS Special“ geboten. Stargast des Abends war der Percussionist Rhani Krija. Statt mit Weltstars wie Sting, Sarah Conner oder Bruce Springsteen saß er mit Schramberger Größen der Musikszene auf der Bühne – das Publikum feierte sie alle und der Wahl-Kölner fühlte sich in der Majolika sichtlich wohl.
Übernachtung im „Bären“
Dieser hat für seinen Schwarzwald-Gig nichts dem Zufall überlassen: Drei Tage war er im „Bären“ einquartiert, um intensiv mit Jo Glaser, HP Walter, Jayjay Jürgen Lauble und Edgar „Ed“ Bühler proben zu können. Für die MIS-Musiker ging mit diesem Auftritt ein „Traum in Erfüllung“, wie der Vorsitzende Jo Glaser sagte. Seinem Netzwerk war es zu verdanken, dass der gebürtige Marokkaner einen Stop in Schramberg einlegte. „Er vermag es, mit jedem Musiker, mit dem er auf der Bühne steht, eine besondere Verbindung und Einheit herzustellen. Er begleitet sensibel und spielt sich auf andere ein. Mit dem wundervollen Effekt, dass Musiker sich dadurch noch wohler auf der Bühne fühlen und über sich hinauswachsen können.“ Mit diesen Worten führte Lars Bornschein in die Rhani-Krija-Welt ein. Und die anschließenden Stunden gaben seinen Worten recht: Die vier Local Heroes zeigten sich mit dem berühmten Musiker im Rücken von einer neuen, tiefgründigen Seite. Der Moderator brach eine Lanze für das Engagement der MIS, die in Schramberg die Fahne hoch hält für echte Live-Musik und dafür sorgt, dass lokale Bands eine Bühne bekommen und Proberäume haben. „Das machen sie seit mehr als 40 Jahren, und machen hier wirklich einen super Job.“ Dafür gab’s einen kräftigen Zwischenapplaus.
Den Konzert-Auftakt machte die Liaison zwischen Edgar Bühler und Rhani Krija. „Ed“, der an der Musikschule Schramberg unterrichtet, bewegt sich gerne zwischen Jazz, Funk und Rock. Ihre ganze Musikalität wurde bei einem improvisierten Stück deutlich, das vor Energie, Leichtigkeit und Spielfreude nur so strotzte. „Ich habe mich so lange auf diesen gemeinsamen Auftritt gefreut und nun ist er schon vorbei“, verabschiedete sich Edgar Bühler dankbar von der Bühne.
Auch Kürbis im Einsatz
Songs von Neil Young umfassten den Programmpunkt mit „Jayjay“ Jürgen Lauble – er zeichnete auch für den professionellen Sound verantwortlich. Der passionierte Rock-, Hardrock- und Metal-Gitarrist zeigte mit diesen Acoustic-Klassiker seine weiche Seite.
Gespannte Stille herrschte im Publikum, als Rhani Krija eine Soloeinlage bot. Seine Musik ist eine Mischung aus Weltmusik, Jazz, Flamenco und anderen Stilen, was ihr eine einzigartige und faszinierende Klangfarbe verleiht. Er schaffte es, durch seine Percussion eine Atmosphäre zu erzeugen, die sowohl energiegeladen als auch tief entspannt daher kam. „Ich möchte nicht nur unterhalten – meine Musik soll die Menschen heilen“, so der Weltstar.

Hautnah und hoch professionelle: Rhani Krija
Foto: Alexander SchwarzSeine Percussionen waren rhythmisch unglaublich präzise und geprägt von einem starken Groove, der die Zuhörer mitriss und zum Mitfühlen einlud. Der 54-Jährige verwendete eine Vielzahl von Instrumenten aus der ganzen Welt, um komplexe Rhythmen zu erzeugen. Im MIS Special-Konzert überraschte er mit einem überdimensional großen Kürbis, auf dem er – einmal halbiert – seine Hände spielen ließ.
Die dritte Verbindung des Abends ging der Weltstar mit Jo Glaser und HP Walter (Keyboard) ein. „Rhani hat einmal gesagt: Nicht der Mensch findet die Musik, sondern die Musik den passenden Menschen. Und so kann ich sagen, dass der Blues Jo Glaser gefunden hat. Ehrlich und kraftvoll“, formulierte es Lars Bornschein. Und in der Tat: Die Eigenkompositionen von Jo Glaser konnten authentischer nicht sein. Dessen Motto „In Blues we trust“ wurde an diesem Abend kurzerhand erweitert: „In Rhani Krija we trust“.
