Ökumenische Hospizgruppe Schramberg
: Da sein, wenn das Leben zu Ende geht

Seit mehr als 30 Jahren begleitet die Hospizgruppe Schramberg schwerkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg. Jetzt sucht sie neue Ehrenamtliche.
Von
Karin Zeger
Schramberg
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ARCHIV - 23.01.2014, Hessen, Frankfurt am Main: Eine Pflegekraft hält in einem Seniorenheim die Hand einer Bewohnerin. Immer mehr Menschen engagieren sich in der ehrenamtlichen Sterbebegleitung im Freistaat. (zu dpa «Expertin: Mehr junge Menschen bei ehrenamtlicher Hospizarbeit» vom 01.09.2018) Foto: Daniel Reinhardt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hospizarbeit bedeute nicht, auf jede Frage eine Antwort zu haben oder schwierige Situationen auflösen zu können. Sie bedeutet vor allem, dazubleiben – auch dann, wenn es keine einfachen Worte gibt.

dpa
  • Ökumenische Hospizgruppe Schramberg sucht neue Ehrenamtliche für Begleitungen am Lebensende.
  • Seit mehr als 30 Jahren begleiten Ehrenamtliche schwerkranke und sterbende Menschen.
  • Schwerpunkt ist Dasein und Zuhören – keine Pflege oder Haushalt, Schweigepflicht gilt.
  • Ausbildung: vier Wochenenden plus 40 Stunden Praktikum, Fortbildungen kostenfrei.
  • Angebote geplant für das kommende Jahr: Trauerspaziergänge, Vorsorgevollmacht, „Letzte Hilfe“.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wenn ein Leben sich dem Ende zuneigt, verändert sich vieles. Die Zeit bekommt ein anderes Gewicht, Gespräche werden kostbarer, und manchmal ist es schon eine große Hilfe, wenn jemand einfach da ist. Jemand, der zuhört, Stille aushält, eine Hand hält oder gemeinsam mit einem Menschen noch einmal auf das Leben zurückblickt. Es sind oft die kleinen Gesten, die in dieser besonderen Lebensphase viel bedeuten.

Genau hier setzt die Arbeit der ökumenischen Hospizgruppe Schramberg an. Seit mehr als 30 Jahren begleiten ehrenamtliche Hospizmitarbeiter schwerkranke und sterbende Menschen. Ihr Anliegen ist es, Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu lassen und ihnen einen Abschied in Würde zu ermöglichen. „Wir sehen uns als Sprachrohr der Sterbenden“, erläutert Ursula Pallmert-Okafor. Die gelernte Krankenschwester leitet gemeinsam mit Gerhard Rudolphy und Joachim Vollmer die Schramberger Gruppe.

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Die ökumenische Hospizgruppe Schramberg sucht neue Ehrenamtliche.

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Dabei steht der Mensch mit seiner ganz persönlichen Geschichte im Mittelpunkt. Die Hospizgruppe begleitet Menschen unabhängig von ihrer Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit. „Es geht darum, auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse einzugehen und Raum zu geben für das, was am Lebensende wichtig ist: Nähe, Vertrauen, Gespräche, Erinnerungen oder auch einfach gemeinsames Schweigen“, so Ursula Pallmert-Okafor.

Hospizarbeit bedeute nicht, auf jede Frage eine Antwort zu haben oder schwierige Situationen auflösen zu können. Sie bedeutet vor allem, dazubleiben – auch dann, wenn es keine einfachen Worte gibt. Oder wie es Gerhard Rudolphy formuliert: „Man muss die Stille aushalten können.“ Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, derzeit bringen sich acht Aktive ein, schenken ihre Zeit und Aufmerksamkeit und begegnen den begleiteten Menschen mit Respekt und Offenheit und unterlegen der Schweigepflicht. „Wir sind aber kein Ersatz für Pflegekräfte oder Haushaltshilfen“, stellt der Vorsitzende fest.

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40 Stunden Praktikum

Da eine Begleitung mehr als Einfühlungsvermögen und Verlässlichkeit braucht, werden die ehrenamtlichen Sterbebegleiter intensiv auf ihre Einsätze vorbereitet. Die Ausbildung findet an vier Wochenenden statt, hinzu kommen noch 40 Stunden Praktikum. Bei entsprechender Vorbildung kann dieses auch verkürzt werden. Außerdem gibt es auch regelmäßige Fortbildungen. „Die Kosten dafür übernimmt die Hospizgruppe“, erläutert die Vorsitzende. Apropos Kosten: „Wir arbeiten ehrenamtlich und kostenlos, finanzieren uns über Spenden“, so Gerhard Rudolphy, der lange Zeit der einzige Mann in der Gruppe war.

Wer sich für die Hospizarbeit interessiere, müsse nicht bereits alle Antworten auf die großen Fragen des Lebens kennen. „Entscheidend ist die Bereitschaft, anderen Menschen offen und respektvoll zu begegnen, zuzuhören und sie auf ihrem ganz persönlichen Weg zu begleiten“, so Ursula Pallmert-Okafor. In der Vergangenheit hat die Hospizgruppe Schramberg rund 20 Sterbende pro Jahr begleitet.

Neben der Begleitung am Lebensende plant die Hospizgruppe für das kommende Jahr weitere Angebote. Vorgesehen sind eine Vorstellung der ehrenamtlichen Hospizarbeit, Trauerspaziergänge, eine Besprechung zum Thema Vorsorgevollmacht sowie ein Kurs „Letzte Hilfe“ in einfacher Sprache. Damit möchte die Gruppe Menschen bei Fragen rund um Sterben, Abschied, Trauer und Vorsorge unterstützen. „Wir haben auch umfangreiche Schriften und Bücher zum Thema, die man sich ausleihen kann“, so die Vorsitzenden.

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte oder mehr über die Arbeit der Hospizgruppe erfahren will, kann sich telefonisch unter Telefon 0151/53 95 06 08 melden. Am ersten Donnerstag im Monat findet zudem ein offener Treff in den Räumen der katholischen Sozialstation statt (Beginn: 19 Uhr).