Neues Programm in Schramberg
: Was die VHS jetzt mit einem „Toleranzraum“ erreichen will

„Vielfalt leben – Zukunft gestalten“ lautet das Motto des neuen Programms. Neben bewährten Gesundheits-, Sprach- und Kochkursen setzt die Volkshochschule im Herbst und Winter deutliche Akzente beim gesellschaftlichen Miteinander.
Von
Johannes Fritsche
Schramberg
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Claudia Schmid

Claudia Schmid stellt das neue Programm für den Herbst und Winter 2026 vor. Es greift aktuelle gesellschaftliche Fragen auf und bietet daneben wieder die bewährte Palette von Sprachen über Gesundheit bis zum Kochen.

Johannes Fritsche
  • VHS Schramberg startet mit „Vielfalt leben – Zukunft gestalten“ ins Herbst- und Winterprogramm.
  • Ein „Toleranzraum“ entsteht vom 26. September bis 3. Oktober auf dem vorderen Rathausplatz.
  • Vorträge behandeln Demokratie, Völkerrecht und Polarisierung – mit Beiträgen von Hofmann, Rodriguez Rosa und Zinell.
  • „Kino im Original“ zeigt „Pride“, „Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne“ und „Wir sind Champions“.
  • Neue Angebote reichen von ADHS-Vortrag im Familienzentrum über Waldbaden für Kinder bis zu Yoga und Kochkursen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Vielfalt leben – Zukunft gestalten“: Unter diesem Motto steht das neue Herbst- und Winterprogramm der Volkshochschule (VHS) Schramberg, das VHS-Leiterin Claudia Schmid beim Pressegespräch vorgestellt hat. Dabei geht es nicht nur um kulturelle Vielfalt, sondern auch um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auch das JUKS³ beteiligt sich mit einer Aktion: Im Rahmen einer „Interkulturellen Woche“ vom 26. September bis 3. Oktober wird auf dem vorderen Rathausplatz ein „Toleranzraum“ eingerichtet. Er soll ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein. Besucher können sich dort mit Fragen beschäftigen wie: Wie begegnen wir einander mit Respekt? Und wie gehen wir mit Unterschiedlichkeit um?

Demokratie unter Druck

„Uns geht es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen“, erläutert Schmid die Idee hinter dem Semesterthema. Dazu gehöre auch, Menschen mit anderen Standpunkten zuzuhören.

Mehrere Vorträge widmen sich deshalb aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen. Der Historiker Matthias Hofmann fragt unter dem Titel „Krieg und Frieden – wie sicher ist die Welt?“ nach der Bedeutung des Völkerrechts.

Der Rottweiler mit Biss
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
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Die Rechtsanwältin Celia Rodriguez Rosa beschäftigt sich mit der Frage: „Wird die Demokratie das 21. Jahrhundert überleben?“ Dabei geht es um Populismus, Desinformation, gesellschaftliche Polarisierung und die Rolle sozialer Medien.

Schrambergs ehemaliger Oberbürgermeister und Ehrenbürger Herbert O. Zinell spricht am 8. Dezember über „Kulturelle Vielfalt: Chance oder Zerreißprobe für die Demokratie?“. An Beispielen aus Schramberg und anderen Kommunen will er zeigen, wie Integration und Teilhabe gelingen können – aber auch, wo unterschiedliche Werte, fehlender Dialog und soziale Spannungen Probleme bereiten.

Drei Filme im Original

Bewährt hat sich nach Schmids Erfahrung das „Kino im Original“ in Zusammenarbeit mit dem Subiaco. Auch diesmal stehen drei Filme auf dem Programm, die zum Semesterthema passen.

Den Auftakt macht im Oktober der britische Film „Pride“ über die ungewöhnliche Solidarität zwischen homosexuellen Aktivisten und streikenden Bergarbeitern im Jahr 1984.

Im November folgt die französische Komödie „Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne“. Darin erwartet ein bretonisches Dorf eine ukrainische Flüchtlingsfamilie – und bekommt eine syrische.

Im Dezember läuft auf Spanisch „Wir sind Champions“. Darin muss ein Basketballtrainer eine Mannschaft von Menschen mit geistiger Behinderung trainieren und dabei seine eigenen Vorurteile überwinden.

Mit ADHS ins Familienzentrum

Mit einem neuen Veranstaltungsort möchte die VHS auch Eltern erreichen, die bislang vielleicht nicht zu ihren Stammkunden gehören. Der Vortrag „ADHS bei Kindern und Erwachsenen – mehr als nur ein Zappelphilipp“ findet deshalb in Kooperation mit dem Familienzentrum Don Bosco direkt vor Ort statt.

Das sei bewusst als niederschwelliges Angebot gedacht, erklärt Schmid. Der Vortrag informiert darüber, wie unterschiedlich sich ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen äußern kann, und gibt Einblicke in Diagnostik sowie Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.

Kinder stehen auch bei einem weiteren neuen Angebot im Mittelpunkt. Beim „Waldbaden für Kinder“ sollen sie ohne Leistungsdruck den Wald mit allen Sinnen erleben. Sinnesübungen, Bewegung, Kreativität und kleine Achtsamkeitsübungen sollen einen Gegenpol zu zunehmendem Druck und Stress schaffen.

Yoga boomt weiter

Gesundheit bleibt einer der großen Themenbereiche der VHS. Besonders gefragt seien weiterhin die Yoga-Angebote, berichtet Schmid. Entsprechend breit ist die Palette: Sie reicht von Yoga und Meditation über Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene bis hin zu verschiedenen speziellen Yogavarianten. Im Mittelpunkt stehen Gesunderhaltung und Stressabbau.

Auch die Kochkurse erfreuen sich großer Beliebtheit. Im Programm finden sich beispielsweise Kurse zum Fermentieren von Lebensmitteln oder „Von Frühstück bis Abendbrot“. Für Kinder gibt es unter anderem einen Weihnachtsbrunch und eine Weihnachtsbäckerei.

Integrationskurse: Lage entspannt sich

Etwas entspannt hat sich die Lage bei den Integrationskursen. Die befürchteten Mittelkürzungen seien geringer ausgefallen, berichtet Schmid. Allerdings habe sich die Zusammensetzung der Teilnehmer verändert.

„Wir merken, dass sich das aktuelle Klientel mit dem Lernen schwertut“, sagt die VHS-Leiterin. Entsprechend wichtig seien Angebote für Menschen, die zunächst besser lesen und schreiben lernen müssten.

Daneben bleiben die klassischen Fremdsprachenkurse gefragt. Trotz zahlreicher digitaler Lernangebote schätzen die Teilnehmer nach Schmids Erfahrung weiterhin das Lernen in der Gruppe und den direkten Kontakt zu den Lehrkräften.

Zehn Finger statt zwei Daumen

Einen Kurs empfiehlt Schmid besonders der Generation, die mit Smartphone und Internet aufgewachsen ist: „Mit zehn Fingern am PC schreiben lernen“. Denn digitale Routine bedeute keineswegs automatisch, eine Tastatur schnell und sicher bedienen zu können. Der Kurs richtet sich ausdrücklich an Schüler und Erwachsene.

Am Ende des Pressetermins weist Schmid noch auf einen weiteren Aspekt hin: Die Stadt beteiligt sich an den Kosten für die Fortbildung der Dozenten und Kursleitenden. Damit investiere die VHS nicht nur in neue Angebote, sondern auch in die Qualität derjenigen, die sie vermitteln.

Neues Programm

Das neue Heft der VHS erscheint am Montag, 7. September. Es ist dann im Rathaus beim Bürgerservice, im Bürgerbüro Sulgen sowie in den Ortsverwaltungen Waldmössingen und Tennenbronn erhältlich. Außerdem liegt es im VHS-Seminargebäude und in den Umlandgemeinden an verschiedenen Stellen aus. Auf der Homepage der VHS kann das Programm als PDF heruntergeladen werden. Semesterbeginn ist am Montag, 21. September.