Netzwerktreffen in Schramberg: Wer hilft, wenn Pflege plötzlich zum Thema wird?

In Schramberg sind beim ersten Netzwerktreffen zahlreiche Akteure aus Pflege, Betreuung und Alltagshilfen zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die unterschiedlichen Angebote künftig besser zusammenwirken können.
Juergen Blume/epd- In Schramberg trafen sich erstmals Anbieter aus Pflege, Betreuung und Alltagshilfen.
- Ziel war ein besseres Zusammenspiel der Angebote, nicht der Wettbewerb.
- Vorgestellt wurden Nachbarschaftshilfen, Alltagsbegleitung und haushaltsnahe Dienste.
- Entlastungen für Angehörige und Urlaubsangebote wurden erläutert – viele Nachfragen.
- Gesetzesänderungen werden erwartet, das Netzwerk will bei Klarheit erneut tagen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kennenlernen, Erfahrungen austauschen und künftig stärker Hand in Hand arbeiten: Dazu hat die Jacoby Gebäudeservice GmbH erstmals Vertreter zahlreicher Einrichtungen und Dienste aus dem Bereich Pflege, Betreuung und Alltagshilfen zu einem Netzwerktreffen in den Gewerbepark H.A.U. eingeladen.
Mit dabei waren unter anderem die drei Beraterinnen des Pflegestützpunkts des Landkreises Rottweil, der Betreuungsverein Schramberg, das Landratsamt mit den Bereichen Altenhilfefachberatung und Sozialplanung sowie die Demenzberatung aus Oberndorf. Auch ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen, rechtliche Betreuerinnen und Betreuer, Alltags- und Betreuungsdienste, Vermittler von 24-Stunden-Betreuung, Gebäudedienstleister sowie Anbieter von Garten- und handwerklichen Hilfen waren vertreten.
Unterstützungsmöglichkeiten
Gastgeberin Sabrina Jacoby betonte laut Mitteilung zu Beginn, dass es bei dem Treffen ausdrücklich nicht um Konkurrenz gehen solle. Vielmehr sollten die Teilnehmer ihre Arbeit vorstellen, die Angebote der anderen kennenlernen und künftig Pflegebedürftige sowie deren Angehörige gezielter auf weitere Anlaufstellen hinweisen können. Welche Unterstützung sie in Anspruch nehmen möchten, bleibe dabei selbstverständlich die Entscheidung der Betroffenen.
Wie vielfältig die Unterstützungsmöglichkeiten im Landkreis Rottweil sind, zeigte die anschließende Vorstellungsrunde. Das Angebot reicht von ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe, Alltagsbegleitung und Unterstützung im Haushalt über Einkaufs-, Besuchs- und Betreuungsdienste bis hin zu Seniorennachmittagen. Bei manchen Angeboten steht nicht einmal eine konkrete Dienstleistung im Vordergrund, sondern schlicht die Zeit für Gespräche und Gesellschaft.
Haushaltsnahe Dienstleistungen
Auch Möglichkeiten zur Entlastung pflegender Angehöriger wurden vorgestellt. Dazu gehören beispielsweise Urlaubsangebote, bei denen Pflegebedürftige gemeinsam mit ihren Angehörigen verreisen können und gleichzeitig die notwendige Pflege vor Ort sichergestellt wird.
Darüber hinaus ging es um spezialisierte haushaltsnahe Dienstleistungen. Genannt wurden unter anderem Grund- und Extremreinigungen, Entrümpelungen, Haushaltsauflösungen sowie Glas- und Fensterreinigungen in Pflegehaushalten. Gerade diese Angebote sorgten für zahlreiche Nachfragen und Gespräche.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends waren mögliche gesetzliche Veränderungen im kommenden Jahr. Zwar gilt als wahrscheinlich, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen verändern werden, konkrete Auswirkungen lassen sich derzeit jedoch noch nicht abschätzen. Die Teilnehmer waren sich deshalb einig, den Austausch fortzusetzen und erneut zusammenzukommen, sobald verlässliche Informationen vorliegen.
Persönliche Gespräche
Für Pflegebedürftige und Angehörige gibt es bereits heute verschiedene Beratungsangebote. Eine kostenfreie und unabhängige Anlaufstelle ist der Pflegestützpunkt des Landkreises Rottweil. Daneben gibt es spezialisierte Beratungsangebote, etwa zum Thema Demenz. Auch die jeweilige Pflegekasse kann über individuelle Ansprüche und Leistungen der Pflegeversicherung informieren. Einen Überblick über Angebote für ältere Menschen bietet zudem der Seniorenwegweiser des Landkreises Rottweil, der unter anderem beim Pflegestützpunkt und an verschiedenen öffentlichen Stellen erhältlich ist.
Nach dem offiziellen Teil wurde der Austausch in persönlichen Gesprächen fortgesetzt. Die Teilnehmer tauschten Visitenkarten und Informationsmaterialien aus und loteten mögliche Kooperationen aus. Die Resonanz auf das erste Treffen war nach Angaben der Veranstalter positiv. Der Wunsch nach einer Fortsetzung war deutlich zu erkennen.
Weiteres Treffen geplant
Spätestens wenn die angekündigten gesetzlichen Änderungen konkreter werden, soll das Netzwerk erneut zusammenkommen. Die Idee dahinter: Nicht jeder Anbieter muss alles leisten. Entscheidend ist vielmehr, die vorhandenen Angebote zu kennen und Pflegebedürftigen sowie ihren Angehörigen bei Bedarf den Weg zum passenden Ansprechpartner weisen zu können.