Nächste Ausfahrt: Kinzigtäler Flößer sind auf der Drau in Kärnten unterwegs

Flößer in Kärnten
privat- Kinzigtäler Flößer nahmen erneut an den „Oberdrautaler Flößertagen“ in Kärnten teil.
- Sie bauten ein Drautaler Floß aus Rundhölzern mit „Wieden“ und „Krampen“ – ohne Schrauben.
- Strecke Oberdrauburg bis Spittal: rund 60 Kilometer auf freifließender, teils schneller Drau.
- Herausforderungen waren überströmte Kiesbänke und wechselnde Flussarme nach Hochwasser.
- Besonderheit dieses Jahr: erste eigene Befahrung der gesamten Strecke ohne Grundberührung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit dabei waren auch befreundete Flößer von der Weser und aus der Uckermark. In Anlehnung an die lange Tradition des Holztransports, vor allem Fichten, von den Wäldern des oberen Drautals bis hinunter nach Slowenien, veranstalten fünf örtliche Flößervereine, seit vielen Jahren die sogenannten „Oberdrautaler Flößertage“.
Jeder der fünf Vereine baut ein eigenes Floß in Oberdrauburg (nähe Lienz), um in drei Tagen die circa 60 Kilometer lange Strecke bis Spittal hinunter zu fahren. Dabei handelt es sich um ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten und Zuschauer.
Die Drau entspringt im Pustertal in Südtirol auf der Toblacher Heide. Sie durchfließt Österreich, Slowenien, Kroatien sowie Ungarn und mündet schließlich nach etwa 750 Kilometern östlich der kroatischen Stadt Osijek bei Aljmaš in die Donau. Früher war die Drau ein wirtschaftlich bedeutender Fluss für den Transport von Holz. Für die Flößer heute ist die Drau eine „Perle“ in Europa, denn sie hat von Lienz bis unterhalb dem Ort Spittal keine Querbauwerke oder sonstige künstliche Verbauungen. Es handelt sich vielmehr um einen frei fließenden eher schnellen Gebirgsfluss, der in ein tolles Alpenpanorama eingebettet ist.
Schon lange vor dem Jahr 2000 gab es Beziehungen der Flößer aus dem Drautal zum Kinzigtal insbesondere nach Wolfach. Im Jahr 2009, hat der Vorsitzende der Drautäler Flößer und Bürgermeister der Flößergemeinde Sachsenburg, Wilfried Pichler die Kinzigtäler Flößer eingeladen, anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens nach Kärnten zu kommen, um ein original Draufloß zu bauen und 2010 als Gastverein aus dem Schwarzwald, die Drau zu befahren und die „Oberdrautaler Flößertage“ mit zu gestalten. Gesagt getan, so machten sich 2010 Flößer mit ihren Frauen aus Schiltach und Wolfach auf den Weg ins Drautal um nach historischen Vorgaben ein Floß zu bauen.
Bauart der Drauflöße
Die Drauflöße haben eine völlig andere Bauart wie die langen „Kinzigtäler Gestörflöße“. Sie bestehen aus Rundhölzern mit nur vier Metern Länge, die sowohl in der Länge wie in der Höhe mit den sogenannten „Wieden“ verbunden werden, so entstehen Flöße mit drei oder vier „Stößen“, die dann zwölf Meter bis 16 Meter lang und vier Meter breit sind. Mit dieser Art von Floßbau mussten sich die Flößer aus dem Schwarzwald erst vertraut machen. Das Floßholz wurde vor Ort bereitgestellt und unter Anleitung erfahrener Flößer ein „Draufloß“ gebaut, so konnte damals in Begleitung von Floßmeister Wilfried Pichler die Drau in drei Tagen erfolgreich befahren werden, ein großes Erlebnis und ein wertvoller Zugewinn an Erfahrung. Im Laufe der Jahre entstanden enge Beziehungen und Freundschaften von den Schiltacher Flößern ins Drautal. Die Organisation des Floßbaus und die Floßfahrten fanden all die Jahre unter Leitung des Schiltacher Floßmeisters Thomas Kipp statt.
Und so wurden seit 2010 alljährlich mit wenigen Ausnahmen vierzehn Floßfahrten dieser Art im Drautal durchgeführt.
Das Besondere am „ Schiltacher Draufloß“ war, es wurde nur mit „Wieden“ und „Krampen“ gebaut, ohne jegliche neuzeitlichen Schrauben, ganz nach historischen Vorgaben. Es war für Thomas Kipp alljährlich die Aufgabe, eine Floßmannschaft zusammen zu bringen, die Unterkunft der Flößer mit ihren Frauen zu organisieren und die Materialien für den Floßbau zu richten.
Dieses Jahr waren erfreulicherweise auch jüngere Mitglieder der Flößervereine dabei, die sowohl den Floßbau als auch die Floßfahrt tatkräftig unterstützten. Bei den diesjährigen Flößertagen, wurde zunächst befürchtet, dass aufgrund der extrem niedrigen Abflüsse der Drau die Flößertage abgesagt werden müssen, doch erfreulicherweise hat es wenige Tage zuvor noch einmal in den Bergen geschneit und geregnet, ebenfalls hat das Gletscherwasser der Großvenediger-Gruppe dazu beigetragen, dass die Wasserverhältnisse mit über 100m³/sec. in der Drau letztlich Ideal waren.
Herausforderungen der Fahrt
Eine große Herausforderung bei der Floßfahrt sind die zum Teil überströmten Kiesbänke die im trüben Wasser nicht immer rechtzeitig erkannt werden können. So kommt es immer wieder vor, dass Flöße auf Kiesbänke auffahren und festsitzen oder dass in einen falschen Flussarm eingefahren wird. Da die Drau teilweise renaturiert ist und die Ufer aufgelöst sind, verläuft der Hauptstrom nach jedem Hochwasser immer wieder in anderen Bereichen, was eine besondere Aufmerksamkeit erfordert.
Eine Besonderheit bei der diesjährigen Floßfahrt war, dass die Flößergruppe aus dem Kinzigtal das erste Mal, ganz ohne ortskundige Begleitung die gesamte Strecke von circa 60 Kilometern, ohne jegliche Grundberührung gemeistert hat. Groß war die Freude und die Begeisterung bei der Ankunft in Spittal-Baldramsdorf, nachdem auch die letzte Floßstrecke geschafft war.

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