Mobilfunk in Waldmössingen
: Bürgerinitiative fordert Transparenz

Die Bürgerinitiative für nachhaltigen Mobilfunk wirft der Stadt vor, beim geplanten Mast an der Kastellhalle gesundheitliche Risiken und andere Punkte ignoriert zu haben.
Von
Martin Dold
Oberndorf
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Der Standort Kastellhalle zeigt eine extreme Belastung.

BI

Die Bürgerinitiative für nachhaltigen Mobilfunk kritisiert das Vorgehen der Stadtverwaltung beim geplanten Funkmast an der Kastellhalle. Laut Mitteilung stehen gesundheitliche Risiken, technische Widersprüche und eine verfehlte Standortwahl im Fokus.

Die ursprüngliche Aufgabe war klar: Die Mobilfunkversorgung in der Ortsmitte sollte verbessert werden. Doch laut dem Gutachten von Peter Nießen bleibt dort – insbesondere in der Seedorfer Straße – ein Funkloch bestehen. Die Karte zeigt: Der geplante Mast deckt vor allem das angrenzende Wohngebiet ab, nicht den versorgungsrelevanten Kern.

Alternativen wurde nie ernsthaft geprüft

Dabei gäbe es laut Gutachten bessere Alternativen: Ein Standort am Lehen oder zwischen Waldmössingen und Winzeln würde das Funkloch beseitigen und zugleich die Strahlenbelastung für Wohngebiete reduzieren. Diese Varianten wurden jedoch nie ernsthaft geprüft. Die Stadt verließ sich allein auf die Telekom – ohne eigene Bewertung oder transparente Kommunikation. Laut Telekom-Verantwortlichem habe der Mast eine Reichweite von maximal 500 bis 800 Metern.

Doch die beantragten Frequenzen (700 bis 2100 Megahertz) ermöglichen im ländlichen Raum Reichweiten von mehreren Kilometern.

Die Bürgerinitiative fragt: Warum wurde dieser Widerspruch nicht hinterfragt? Warum wurde der Standort nach einem dreistündigen Rundgang festgelegt – ohne unabhängige technische Prüfung?

Die geltenden Grenzwerte stammen aus den 1990er-Jahren und basieren auf thermischen Effekten. Neuere Studien weisen auf biologische Wirkungen hin, auch weit unterhalb dieser Schwellen.

Langzeitstudien insbesondere zu Kindern fehlen. Die Initiative warnt: Wie beim Rauchen braucht es oft Jahrzehnte, bis Risiken anerkannt werden – bei Mobilfunkstrahlung stehen wir erst am Anfang.

Die Stadt informierte weder Ortschaftsrat noch Bürger frühzeitig. Nach den Erfahrungen mit dem Standort Kirchberghalle hätte klar sein müssen, dass ein neuer Mast erneut für Unruhe sorgt. Die jetzige Situation ist Folge unterlassener Kommunikation.

Initiative übernimmt Aufgaben der Verwaltung

Die Bürgerinitiative hat selbst ein Gutachten beauftragt, Alternativen geprüft und die Öffentlichkeit informiert – Aufgaben, die eigentlich der Verwaltung obliegen. Über 90 Prozent der Haushalte im direkten Umfeld sprechen sich gegen den Standort aus. Viele sagen: Wenn die Telekom stur bleibt, dann lieber die nächsten 5 Jahre keinen Mast – als eine Lösung, die niemandem hilft.

Die Initiative fordert einen transparenten Dialog. Es geht nicht um Fortschrittsverweigerung, sondern um Verantwortung: für eine Mobilfunkversorgung, die diesen Namen verdient.

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