Maler und Lackierer in Schramberg: Manch einer plant sogar die Selbstständigkeit

Malermeister Markus Roth (links) und Fachlehrkraft Madeleine Fuentes (Dritte von links) begleiten die angehenden Malergesellen während ihrer Prüfung.
Berufliche SchulenFarbrollen statt Schulbücher, Gestaltungsfreiheit statt grauer Theorie: Bei der praktischen Gesellenprüfung der Maler und Lackierer an den Beruflichen Schulen Schramberg zeigten junge Handwerkerinnen und Handwerker eindrucksvoll, wie vielfältig, kreativ und anspruchsvoll ihr Beruf ist.
Insgesamt zehn Prüflinge traten zur Prüfung an – alle haben bestanden. Ein Erfolg, der nicht nur auf das Engagement der Auszubildenden zurückzuführen ist, sondern auch auf die enge Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsbetrieben und der Schule, wie es in einer Mitteilung der Beruflichen Schulen heißt. „Diese enge Verzahnung ist ein zentraler Baustein unseres Erfolgs“, betont Fachlehrkraft Madeleine Fuentes.
Die praktische Gesellenprüfung, organisiert von der Handwerkskammer Konstanz, erstreckt sich über zwei Tage mit insgesamt 20 Stunden Bearbeitungszeit. Ein 15-minütiges Fachgespräch rundet die Prüfung ab. Im Mittelpunkt steht ein realistisches Kundenprojekt: Eine Doppelhaushälfte aus den 1950er Jahren soll umfassend saniert und kreativ gestaltet werden. Die fiktive Bauherrenfamilie legt großen Wert auf farbliche Akzente und eine moderne, aber wohnliche Optik.
Vielfältige Aufgaben
Die Aufgaben sind ebenso vielfältig wie die Anforderungen im Berufsalltag: Es gilt, ein farbliches Gesamtkonzept zu erstellen, Putz- und Dämmarbeiten durchzuführen, Holz- und Metallflächen zu überarbeiten sowie eine Fläche frei zu gestalten. Zudem müssen die Prüflinge in einem Fachgespräch ihre Material- und Farbwahl begründen.

Jonas Röder bei seiner Gesellenprüfung
Foto: Berufliche Schulen„Was viele an diesem Beruf schätzen, ist die Abwechslung“, sagt der angehende Geselle Jonas Röder. „Kein Tag ist wie der andere. Man arbeitet drinnen und draußen, mit Farben, Formen und Menschen. Und am Ende sieht man, was man geschaffen hat – das macht stolz.“
Tatsächlich gehört Kundenkontakt genauso zum Alltag wie die handwerklich präzise Ausführung. „Wir sehen hier junge Menschen, die nicht nur technische Fähigkeiten zeigen, sondern auch kreative Ideen einbringen und professionell auftreten“, lobt einer der Prüfer die jungen Leute.
Starkes Zeichen für das Handwerk
Dass alle Prüflinge ihre Prüfung erfolgreich abgeschlossen haben, ist ein Zeichen für die hohe Ausbildungsqualität in der Region, heißt es weiter. „Das verdanken wir unseren engagierten Ausbildungsbetrieben und der intensiven schulischen Begleitung“, so Schulleiter Axel Rombach. Die Gesellenprüfung ist dabei nicht nur Abschluss, sondern auch ein Startpunkt – viele der frischgebackenen Gesellen haben bereits Pläne: Anstellungen im Betrieb, Weiterbildung zum Meister oder sogar die Selbstständigkeit.
Wer also denkt, Maler und Lackierer seien nur für weiße Wände zuständig, irrt gewaltig. Dieser Beruf verbindet Handwerk mit Gestaltung, Technik mit Kreativität – und bietet jungen Menschen beste Zukunftschancen.