Maihock in Schramberg
: Villa Junghans bietet tolle Festkulisse

Die Falken-Hexen weckten am 1. Mai die Villa Junghans zusammen mit dessen Freundeskreis aus dem langen Winterschlaf.
Von
Johannes Fritsche
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Großes Interesse fand der Maihock auf der Freifläche neben der Villa Junghans im Schramberger Stadtpark.

Fritsche

Schon beim Eingang zum Park der Zeiten in der Schillerstraße schallten fröhliche Blasmusik und Wanderlieder von der Villa Junghans herunter. Die Falken-Hexen hatten zum zünftigen Maihock eingeladen und ganz viele Schramberger aus allen Stadtteilen und Gäste aus dem Umland waren gekommen.

„Einige andere Hexenvereine, aber auch unter anderem die Narrenzunft, Musikverein und Ringer vom Sulgen oder Fußballer vom Hardt“, zählte Falken-Hexen-Vorstand Fabian Hirt auf. Der Verein habe 150 Mitglieder, davon wären 50 vor Ort und organisierten den Maihock auf der großen Terrasse hinter der Villa Junghans: Hüpfburg in der Konzertmuschel und Schminken für die Kinder, Bierwagen, Kaffee- und Kuchenwagen für die vielen Besucher. Von der Zahl nicht viel weniger als beim letzten Stadtempfang dort.

Die Stimmung war locker und fröhlich, die Besucher nutzten die Gelegenheit, sich in der sonnigen warmen Mailuft unter den großen Sonnenschirmen ausgiebig miteinander zu unterhalten.

Freundeskreis beteiligt sich

„Wir haben bei der Stadt angefragt, wo Platz ist für einen richtig großen Maihock, und sind so auf den Terrassenbereich der Villa Junghans gekommen“, berichtete Hirt. Andrea Müller von der Tourismusabteilung des Rathauses hätten ihnen den Platz vorgeschlagen.

Da sei es nur logisch gewesen, sich auch mit dem Freundeskreis Villa Junghans in Verbindung zu setzen: Warum nicht auch in die Villa hineinschauen, wenn man schon daneben feiert. „Und so haben wir die Villa Junghans aus dem Winterschlaf geweckt. Es wäre schön, wenn man sie und den Platz öfters nutzen könnte“, erklärte Hirt, inzwischen mit dem frisch geschminkten Sohn Mattheo auf dem Arm.

Bewegte Geschichte

Der Freundeskreis machte mit und so postierten sich Jochen Buhr und Stadtführer Hans Haaser an der Eingangstreppe der Villa und führten interessierte Besucher in Gruppen durch die repräsentativen Räume unter der Überschrift: „EinBlick in die Villa Junghans.“ Nach einer kurzen Begrüßung durch Buhr und Vorstellung von Haaser führte dieser dann durch die bewegte Geschichte des Bauwerks: Bauherr war Erhard Junghans (II), ältester Sohn des Firmengründers Erhard Junghans. Das Baugesuch wurde 1885 eingereicht, schon ein Jahr später konnte er mit seiner Familie einziehen.

Für einen Dollar vermietet

Nach seinem Tod 1923 wurde das Anwesen an Richard Landenberger für einen Dollar im Monat vermietet mit der Auflage, Haus und Park in Ordnung zu halten.

1933 an die Stadt verkauft

1933 wurden Haus und Park an die Stadt Schramberg verkauft. Die vermietete die Räume unter anderem an die NSDAP („Adolf-Hitler-Haus“ und „Adolf-Hitler-Park“). Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten es die französischen Besatzer, danach wurde es zum „Parkhotel“ unter wechselnden Pächtern.

Renovierung erforderlich

„Inzwischen steht das Haus leer und wartet auf die dringende Renovierung“, schloss Haaser, um dann mit den Besuchern die Räume zu erkunden. Zum Beispiel von der Eingangshalle abgehend den „Schwarzen Salon“, das Raucherzimmer von Heinrich Eduard Junghans, mit seiner fantastischen Stuckdecke, und direkt daneben – heute eine ungewöhnlich Einteilung der Räume – das Kinderzimmer mit Engelchen und Schwalben an der Decke des Raumes.

Der Rottweiler mit Biss
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Rottweil und Umgebung Montag bis Samstag im kompakten Überblick.