Live-Musik in Schramberg
: „Das ist mein Stück – ich kann es kaum glauben"

Im Schramberger Bärensaal probt ein Orchester, das es so noch nicht gab. Am Sonntag, 8. November, bringt „Musik verbindet Schramberg" Lieder aus aller Welt auf eine Bühne – getragen von rund 35 Musikern aus vielen Vereinen und Kulturen.
Von
Mark Finnern
Schramberg
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Die irische Singer-Songwriterin Lynda Cullen mit den Noten ihrer Eigenkomposition „Heart So Big", die beim Konzert von „Musik verbindet Schramberg" das ganze Orchester spielt.

Die irische Singer-Songwriterin Lynda Cullen mit den Noten ihrer Eigenkomposition „Heart So Big", die beim Konzert von „Musik verbindet Schramberg" das ganze Orchester spielt.

Mark Finnern
  • Im Bärensaal Schramberg probt ein neues Orchester mit rund 35 Musikerinnen und Musikern.
  • „Musik verbindet Schramberg“ bringt Lieder aus vielen Kulturen auf eine Bühne.
  • Lynda Cullen steuert „Heart So Big“ bei und ein irisches Medley – sie spielt auch Rahmentrommel.
  • Weitere Beiträge: türkischer Walzer, afghanischer Gesang, taiwanisches Stück auf der Pipa.
  • Konzert am Sonntag, 8. November, 16 Uhr – Eintritt frei, Reservierung unter musikverbindetschramberg.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Lynda Cullen hält inne, als das Orchester ihr Lied anstimmt, und ringt sichtlich mit den Worten. „Das ist mein Stück. Ich kann es nicht glauben", sagt die irische Singer-Songwriterin, und die Rührung ist ihr anzuhören. „Ich habe Alben gemacht, ich habe mit vielen Bands gespielt – aber meine eigene Musik so zu hören, mit Trompeten und allem, das ist einfach: Wow."

Cullen ist an diesem Probenabend eine von vielen. Rund 35 Musiker aus mehreren Vereinen der Region und aus verschiedenen Kulturen haben sich unter dem Titel „Musik verbindet Schramberg" zu einem Orchester zusammengefunden, das es in dieser Form noch nicht gab. Sie spielen nicht fremde Folklore nach, sondern bringen die Lieder mit, die ihnen selbst etwas bedeuten. Was bei Cullen zu sehen ist – die Rührung, das eigene Stück auf einer großen Bühne –, erleben an diesem Abend mehrere. Am Sonntag, 8. November, tritt das Orchester im Bärensaal auf.

„Es ist großartig“

Cullens Beitrag ist ihre eigene Komposition „Heart So Big". „Dieses Stück ist mir wichtig", sagt sie. „Der Refrain heißt ‚hold on, stay strong' – durchhalten, stark bleiben. Gerade in diesen schwierigen Zeiten glaube ich, dass wir das alle brauchen." Dass ihr Lied nun von einem ganzen Blasorchester getragen wird, ist für sie eine neue Erfahrung – und keine ganz bequeme. „Ich bin raus aus meiner Komfortzone. Ich spiele sonst mein eigenes Ding, und die Band synchronisiert sich mit mir. Hier ist es umgekehrt. Ich habe sogar neue Akkorde gelernt." Sie lacht. „Es ist großartig."

Neben ihrer Eigenkomposition bringt Cullen ein irisches Medley ins Programm: „Of Sea, Summer & Sentiment", von Annika Kussberger aus drei Stücken zusammengefügt und benannt – einem traditionellen irischen Sommerlied, „Sunny Sailor Boy" von Luka Bloom und „Raglan Road" nach einem Gedicht von Patrick Kavanagh. Und sie greift selbst zu einem Instrument, das man in einem Blasorchester selten sieht: ihrer irischen Rahmentrommel. „Ich fühle mich ein bisschen fehl am Platz damit", sagt sie und grinst, „aber es ist einfach cool, das zu kombinieren."

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Was Cullen an dem Projekt besonders schätzt, hat mit ihrer Erfahrung aus anderen interkulturellen Vorhaben zu tun. „Es ist oft schwierig, Menschen aus verschiedenen Kulturen zu finden, die wirklich Lust haben mitzumachen. Aber was oft fehlt, ist das deutsche Element." Hier sei es anders: Die einheimische Blasmusik stehe gleichberechtigt neben den anderen Traditionen. „Dass auch deutsche Menschen mitspielen und ihre Musik einbringen – das finde ich wunderbar."

Dirigentin Laura Rall bei der Probe im Probelokal der Stadtmusik im Gewerbepark H.A.U.: rund 35 Musiker aus mehreren Vereinen und Kulturen.

Dirigentin Laura Rall bei der Probe im Probelokal der Stadtmusik im Gewerbepark H.A.U.: rund 35 Musiker aus mehreren Vereinen und Kulturen.

Mark Finnern

Und so sind es viele Stimmen, die an diesem Abend zusammenkommen. Ein türkischer Walzer, „Nazende Sevgilim", mit Kerem Bulut am Klavier. Das afghanische „Zan Hastam", gesungen von Ghazal Zarabi. Das taiwanische „Craving for the Spring Wind", das Felicia Schenk-Yeh auf der Pipa spielt, einem chinesischen Saiteninstrument. Und mittendrin der Schwarzwald selbst: die „Bollenhut-Polka" des Komponisten Mathias Gronert, dessen Verlag in Hornberg sitzt – ein Stück aus dem Kinzigtal, wo der Bollenhut mit seinen roten Wollkugeln wirklich zu Hause ist. Eine Kultur unter vielen, nicht die Gastgeberin über allen.

Unkompliziert

Dass aus so unterschiedlichen Instrumenten und Könnensstufen ein gemeinsamer Klang wird, ist die Aufgabe von Laura Rall. Die Dirigentin, die auch den Musikverein Rötenberg leitet, kam auf Empfehlung von Daniel Weißer zum Projekt. „Was mich überrascht hat, ist, wie gut das alles miteinander harmoniert", sagt sie. „Die Instrumente, die Menschen – das passt zusammen. Es ist unkompliziert, und es macht einfach Spaß." Wo ein leises Instrument wie die Pipa gegen einen Dudelsack bestehen muss, wird eben verstärkt; wo Noten fehlen, hilft die Technik. Vieles, erzählt Rall, regelten die Musiker in Eigenregie.

Das Schönste sei für sie, dass sich über die Proben hinaus etwas gebildet habe. „Einige haben sich privat getroffen und zusammen musiziert. Es haben sich eigene Gruppen gebildet, die auch anderweitig weitermachen." Genau das war die Idee hinter dem Projekt: nicht nur ein Konzert, sondern Begegnung. Beteiligt sind Musikerinnen und Musiker aus vielen Vereinen der Umgebung, unter anderem der Stadtmusik Schramberg, dem Musikverein Frohsinn Tennenbronn, der Stadtkapelle Schiltach, dem Musikverein Hochmössingen und der Musikkapelle Villingendorf. Ob es nach dem 8. November weitergeht? „Konkrete Pläne gibt es noch nicht", sagt Rall, „aber wir sind absolut offen dafür, zu schauen, was daraus wird."

Eintritt ist frei

Das Konzert am Sonntag, 8. November, beginnt um 16 Uhr im Bärensaal Schramberg, Einlass ist ab 15.15 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Wer sicher einen Platz haben möchte, reserviert ein kostenloses Ticket unter musikverbindetschramberg.de; die Karten liegen dann an der Abendkasse bereit. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr übernommen.