Katastrophenschutz in Schramberg
: THW-Wasserfass hat Feuertaufe bestanden

Eine Waldbrandübung gab den Anstoß dafür, dass das THW Schramberg zügig einen 5000-Liter-Tank beschaffte, der dann beim großen Waldbrand in Schramberg dringend gebraucht wurde.
Von
Johannes Fritsche
Schramberg
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Von links: Volker Benz, Oliver Rapp und Arno Jakubaschk

Von links: Volker Benz, Oliver Rapp und Arno Jakubaschk

Johannes Fritsche
  • THW Schramberg beschaffte zügig ein 5000-Liter-Wasserfass – nach einer Waldbrandübung.
  • Beim großen Waldbrand am Tösberg fuhr der Allrad-Lkw siebenmal Wasser zur Brandstelle.
  • Finanzierung kam von drei Unternehmen und mehreren Privatleuten, Beschaffung lief sehr schnell.
  • Der Tank lässt sich in etwa zweieinhalb Minuten füllen und ist mit Feuerwehrtechnik kompatibel.
  • Das Fass ist kurzfristig einsatzbereit und kann von Feuerwehr, Stadt oder Landratsamt angefordert werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gerade einmal acht Tage stand das neue 5000-Liter-Wasserfass beim THW-Ortsverband Schramberg in Sulgen. Dann kam bereits der erste Ernstfall. Beim großen Waldbrand am Tösberg in Schramberg transportierte der geländegängige THW-Lastwagen damit Löschwasser in den schwer zugänglichen Einsatzbereich.

Sieben Mal fuhr das Fahrzeug von der Wasseraufnahme beim Feuerwehrhaus Schramberg zur Brandstelle. „Das Wasserfass hat sich voll bewährt“, stellt THW-Ortsbeauftragter Volker Benz im Gespräch mit unserer Redaktion fest.

Anstoß Waldbrandübung

Dass es überhaupt so schnell zur Verfügung stand, geht auf die große Waldbrandübung Ende Juni im Bereich Eschbronn-Locherhof zurück. Dort war angenommen worden, dass drei bis vier Hektar Wald- und Vegetationsfläche in Flammen stehen und trockenes Unterholz für eine schnelle Ausbreitung sorgen. Feuerwehren aus mehreren Gemeinden waren beteiligt, auch die Großtanklöschfahrzeuge aus Rottweil und Oberndorf wurden angefordert.

THW-Fachberater Oliver Rapp beobachtete die Übung. Beim anschließenden Erfahrungsaustausch fragte er den Schiltacher Feuerwehrkommandanten Markus Fehrenbacher: „Wie hätten wir heute noch besser unterstützen können?“ Ein zusätzlicher Wassertank auf einem Lastwagen wäre hilfreich gewesen, lautete die Antwort. Denn Großtanklöschfahrzeuge gebe es in der Region nur wenige.

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Für den Schramberger Ortsbeauftragten Benz war die Konsequenz klar: „Wir müssen so ein Fass besorgen.“ Angesichts der Trockenheit hatte er ohnehin das Gefühl, dass eine solche zusätzliche Transportmöglichkeit bald gebraucht werden könnte. Nicht nur bei Waldbränden, sondern beispielsweise auch bei Gebäudebränden im Außenbereich.

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Durch die finanzielle Unterstützung von drei Unternehmen und mehreren Privatleuten konnte das Fass schnell besorgt werden.

Johannes Fritsche

Rund 6000 Euro sollte ein geeigneter Tank kosten, ergab eine erste Recherche. THW sowie die Feuerwehren Schramberg und Schiltach machten sich deshalb auf die Suche nach Unterstützern. Nach kurzer Zeit lagen Zusagen für die Finanzierung von drei Unternehmen und mehreren Privatleuten vor.  Auch bei der Beschaffung ging es schnell. Eine Firma in Ofterdingen konnte einen geeigneten Tank liefern. „Am Mittwoch haben wir ihn bestellt, am Freitag konnten wir ihn abholen“, berichtet Benz.

Dass die Investition so schnell gebraucht werden würde, hatte da noch niemand erwartet. „Er stand gerade einmal eine Woche und einen Tag hier, dann brauchten wir ihn für den großen Waldbrand in Schramberg“, erzählt THW-Gruppenführer Arno Jakubaschk.

Wie ein „Großtanker“

Transportiert wird der 5000-Liter-Tank auf der Ladefläche eines geländegängigen Lastwagens mit Allradantrieb. An einem Hydranten lässt er sich nach Angaben des THW innerhalb von etwa zweieinhalb Minuten füllen. Ebenso schnell kann das Wasser wieder abgegeben werden: Entweder in die Faltbehälter der Feuerwehr oder über eine passende Schlauchkupplung direkt in ein Tanklöschfahrzeug. Die leistungsfähigen Pumpen des THW sind mit der Feuerwehrtechnik kompatibel.

Zum Vergleich: Viele Tanklöschfahrzeuge führen etwa 2000 Liter Wasser mit. Großtanklöschfahrzeuge (Großtanker) sind seltener. Das TLF 4000 der Feuerwehr Rottweil, das ebenfalls beim Schramberger Waldbrand im Einsatz war, hat 5500 Liter Löschwasser an Bord.

Einsatzbereit

Bei Waldbränden ab einer bestimmten Größe wird das THW nach Angaben des Ortsverbands als Fachberater hinzugezogen. Deshalb war Rapp beim Schramberger Brand bereits früh vor Ort. Er konnte auf das einsatzbereite Wasserfass hinweisen und über die Leitstelle die Besatzung des Lastwagens alarmieren.

Gerade im schwierigen Gelände zeigte sich dessen Vorteil. Während landwirtschaftliche Traktoren mit angehängten Wasserfässern am steilen Hang teilweise Probleme mit durchdrehenden Rädern hatten, kam der Allrad-Lkw des THW durch, berichtet Jakubaschk. Das Wasserfass wird deshalb beim THW Schramberg mit kurzer Rüstzeit einsatzbereit gehalten Je nach Lage kann es von Feuerwehr, Stadt oder Landratsamt angefordert werden.

Derzeit zählt der Ortsverband Schramberg des THW 47 aktive Helfer, darunter zwölf Frauen. Weitere Ehrenamtliche aller Alters- und Berufsgruppen werden gesucht. Auch die THW-Jugend sucht Nachwuchs: Technisch interessierte Mädchen und Jungen zwischen zehn und 18 Jahren, die Spaß an gemeinsamen Aktivitäten hätten, seien dort willkommen, sagt Benz.