Jahresversammlung: Historischer Verein gewinnt Mitglieder hinzu

Der Historische Verein Schiltach/Schenkenzell hat im abgelaufenen Vereinsjahr viel geleistet und wartet mit spannenden Vorträgen von Herbst 2026 bis Frühjahr 2027 auf. Von links Vorsitzender Markus Armbruster, Werner Sum, Reinhard Mahn, Andreas Morgenstern, Simon Pflüger, Klaus Wolber, Falco Vogler, Marcus Löffler, Helmut Horn und Michael Buzzi.
Herzog- Historischer Verein Schiltach/Schenkenzell gewinnt Mitglieder und plant ein umfangreiches Programm.
- Ärger um ein Foto: Der Verein zahlte knapp 500 Euro und will Bildrechte strenger prüfen.
- Finanzen stabil, Projekte vor Ort: Gedenkanlage fertig, Beitrag zum „Historischen Feld“ auf dem Friedhof.
- Neuer Schwerpunkt Frauenforschung – Beiträge zu Anna von Urslingen und den Fußballerinnen angekündigt.
- Herbst 2026 bis Frühjahr 2027: Stadtführung, Vorträge zur Flößerei, zu Höfen und zu „Schiltach – schwäbisch oder badisch?“
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bevor Vorsitzender Markus Armbruster bei der Hauptversammlung im Marthin-Luther-Haus die geplanten Veranstaltungen im Einzelnen vorstellte, begann sein Rückblick mit einem Ärgernis. Weil der Verein auf seiner Website in einem Artikel ein urheberrechtlich geschütztes Foto verwendete, flatterte ihm von einer Anwaltskanzlei eine Honorarforderung von knapp 500 Euro in den Briefkasten. „Ich habe mir juristischen Beistand eingeholt und den Rat erhalten, die Forderung aus wirtschaftlichen Gründen nicht anzufechten. Also haben wir bezahlt“, informierte Armbruster. Trotz sorgfältiger Prüfung auf Verwendungsrechte sei dem Verein dieses Bild durchgerutscht. Künftig würden vor jeder Publikation die Bildnachweise geprüft und die Autoren noch stärker darauf sensibilisiert. „Das ist nicht gerade die Arbeit, die man bei der Übernahme eines Ehrenamts sucht“, tadelte der Vorsitzende.
Trotz dieser ärgerlichen Ausgaben verblieb in der Kasse von Schatzmeister Marcus Löffler ein Plus im oberen dreistelligen Bereich. Während der Mitgliederschwund im Gesamtverein seit 2019 jetzt zumindest verlangsamt wurde, stieg die Anzahl der Mitglieder bei der Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell in der gleichen Zeit von 85 auf 92.
Die neu gestaltete Gedenkanlage auf dem Schrofen sei fertiggestellt und bepflanzt. Der Verein habe dieses Projekt über viele Jahre begleitet. Ebenfalls einen Anteil habe man bei der Neu- und Umgestaltung des denkmalgeschützten Karlinsgrab zum „Historischen Feld“ auf dem Friedhof Schiltach beigetragen. Dabei blieben die geschichtlich wertvollen Grabmale und Bäume unangetastet, schilderte Armbruster.
Frauenforschung als neuer Schwerpunkt
Wie Stadtarchivar Andreas Morgenstern berichtete, stelle das Thema „Geschichte von und für Frauen“ einen Schwerpunkt im Verein dar. Da sie heute noch zu wenig Beachtung finde, wolle der Historische Verein die Lücke Stück für Stück füllen. Dabei sei man auf die Mitwirkung anderer angewiesen. Die Vereinszeitschrift „Die Ortenau“ habe Frauen in der Geschichte für die Herbstausgabe gewählt. Schiltach werde darin mit Hans Harters Studie zu Anna von Urslingen vertreten sein. Außerdem gebe es noch einen Text zu den mutigen Schiltacher Fußballerinnen der 1960er Jahre. „Frauen können sich mindestens so gut mit Frauengeschichten auseinandersetzen wie Männer. Auch im Vorstand würde unsere reine Männerrunde durch weibliche Mitwirkung gewinnen“, war sich Morgenstern sicher.
Der stellvertretende Vorsitzende Werner Sum informierte über die fertiggestellte Restaurierung des Pfarrergrabmals von Josef Morherr durch einen Steinmetz auf dem Friedhof Schenkenzell. Nun gehe es an das schmiedeeiserne Grabkreuz von Pfarrer Karl Seger. Bisher seien Spenden von 2300 Euro gesammelt worden. Er gehe von Kosten von circa 4000 Euro aus. „Wir hoffen auf weitere Spenden, den fehlenden Rest wird die Gemeinde Schenkenzell übernehmen“, so Sum zuversichtlich.
Ausstehende Veranstaltungen
Bei den geplanten Veranstaltungen von Herbst 2026 bis Frühjahr 2027 wies der Vorsitzende neben den „Historischen Stammtischen“ jeden zweiten Dienstag im Monat auf die Stadtführung am 26. September mit dem Thema „Schiltach im Wandel der Zeit“, den Vortrag von Rottweils Stadtarchivar Johannes Waldschütz am 9. Oktober „Als der Wald ins Tal getrieben wurde – Flößerei an Neckar, Kinzig und Glatt“, den Vortrag „Die Höfe von Schenkenzell, Bergzell und Kaltbrunn“ von Michael Kolinski, sowie das Highlight am 5. März „Schiltach – schwäbisch oder badisch oder …?“ mit Helmut Horn. „An diesem Abend unternehmen wir einen Streifzug durch die Geschichte Schwabens und Badens und schauen mit einem schmunzelnden Auge auf den Konflikt zwischen beiden und klären die historischen und kulturellen Wurzeln Schiltachs“, versprach Armbruster einen spannenden Vortrag. Einen solchen gab es im Anschluss an die Versammlung von Hans Harter mit interessanten Einblicken in das Gästebuch der Jugendherberge Schiltach von 1928 bis 1936.