Industrie in Aichhalden: INDUS überrascht mit starkem Halbjahr

INDUS hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert.
Johannes Fritsche- INDUS steigert im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich – Marge auf 12,8 Prozent.
- Treiber ist Materials Solutions: Wolframcarbid-Knappheit und Preise pushen Umsatz und EBITA.
- Auftragseingang steigt auf 1,10 Milliarden Euro, Book-to-bill-Ratio liegt bei 1,14.
- Free Cashflow im Quartal positiv, halbjahresweit noch negativ durch höheres Working Capital.
- Prognose angehoben: Umsatz 1,90–2,10 Mrd. Euro, adjusted EBITA 220–260 Mio. Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die INDUS-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Der Umsatz stieg um 15,4 Prozent auf 965,2 Millionen Euro. Das bereinigte EBITA mehr als verdoppelte sich auf 123,5 Millionen Euro, die Marge kletterte von 6,7 auf 12,8 Prozent. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 1,13 auf 2,49 Euro. Diese Zahlen teilt das Unternehmen mit.
Im zweiten Quartal nahm die Dynamik weiter zu. Der Umsatz stieg um 20,6 Prozent auf 523,6 Millionen Euro, das adjusted EBITA erhöhte sich von 31,2 auf 81,1 Millionen Euro. Die Marge erreichte 15,5 Prozent.
Auftragseingang steigt kräftig
Auch die Nachfrage entwickelte sich positiv. Der Auftragseingang legte konzernweit um 22,5 Prozent auf 1,10 Milliarden Euro zu. Die Book-to-bill-Ratio lag bei 1,14. Damit überstieg der Auftragseingang den Umsatz deutlich.
Alle drei Segmente trugen zur positiven Entwicklung bei. Im Bereich Engineering stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 7,7 Prozent auf 279,6 Millionen Euro. Das adjusted EBITA blieb mit 15,6 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Im zweiten Quartal legten Umsatz und Ergebnis jedoch deutlich zu.
Noch stärker entwickelte sich Infrastructure. Der Umsatz wuchs um 5,7 Prozent auf 308,8 Millionen Euro, das adjusted EBITA stieg um 30,2 Prozent auf 34,5 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich von 9,1 auf 11,2 Prozent. Besonders die digitale Infrastruktur sorgte für einen höheren Auftragseingang.
Wolframcarbid beschert Materials Solutions kräftigen Schub
Der größte Ergebnistreiber war Materials Solutions. Der Umsatz stieg um rund 32 Prozent auf 376,6 Millionen Euro, das adjusted EBITA vervielfachte sich nahezu auf 84,5 Millionen Euro.
Hintergrund sind die außergewöhnlichen Marktbedingungen bei Wolframcarbid. Die weltweit angespannte Versorgungslage und stark gestiegene Preise für das Vormaterial sorgten für eine deutlich höhere Umsatz- und Ergebnisdynamik.
INDUS warnt allerdings davor, diese Entwicklung als dauerhaftes neues Niveau zu betrachten. Wann und auf welchem Niveau sich die Preise stabilisieren, sei derzeit nicht absehbar. Auf Jahressicht rechnet der Konzern mit weiter steigenden Materialkosten, die das Margenniveau in diesem Bereich belasten könnten.
Free Cashflow im zweiten Quartal positiv
Die starke operative Entwicklung schlägt sich bislang nur teilweise im Cashflow des ersten Halbjahres nieder. Das Working Capital stieg vor allem wegen der höheren Wolframcarbid-Preise und saisonaler Effekte deutlich auf 627,0 Millionen Euro. Der Free Cashflow lag deshalb bei minus 36,9 Millionen Euro.
Im zweiten Quartal drehte der Free Cashflow allerdings deutlich ins Plus und erreichte 37,2 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag Ende Juni bei 37,8 Prozent.
Im zweiten Quartal schloss INDUS zudem die Übernahme des italienischen Dekontaminationsspezialisten AMIRA ab und stockte seine Beteiligungen an DECKMA und MESUTRONIC auf.
„Wir haben frühzeitig reagiert“
Angesichts der guten Geschäftsentwicklung und der Sonderkonjunktur bei Wolframcarbid hat INDUS bereits Ende Juli die Jahresprognose erhöht. Der Konzern erwartet nun einen Umsatz von 1,90 bis 2,10 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Spanne bei 1,85 bis 2,05 Milliarden Euro gelegen.
„Wir haben auf die außergewöhnliche Entwicklung im Wolframcarbid-Markt frühzeitig und entschlossen reagiert. Wir konnten den Markt jederzeit zuverlässig bedienen und dadurch zusätzliche Marktanteile gewinnen. Dabei haben wir auch davon profitiert, dass Wettbewerber zeitweise nicht lieferfähig waren“, sagt Marc Siemer, Geschäftsführer der SIMON Group. „Gleichzeitig ist klar: Diese außergewöhnliche Marktsituation wird sich nicht mit derselben Dynamik fortschreiben lassen. Wir rechnen im Jahresverlauf mit weiter steigenden Materialkosten, während sich das Umfeld bereits spürbar verändert. Wettbewerber kehren zunehmend in den Markt zurück. Wir stellen uns darauf ein, dass die Rahmenbedingungen künftig deutlich anspruchsvoller sein werden.“
Beim adjusted EBITA rechnet INDUS nun mit 220 bis 260 Millionen Euro statt bislang 160 bis 190 Millionen Euro. Die erwartete Marge steigt damit auf 11 bis 13 Prozent. Die Prognose für den Free Cashflow bleibt unverändert: Er soll mindestens ausgeglichen sein, heißt es abschließend.