Gymnasium Schramberg: Wer hier rein wollte, brauchte erst ein Visum

Drei Tage lang herrschte Ausnahmezustand
Nathalie Straub- Gymnasium Schramberg wurde drei Tage zur „Deckenfreien Republik Bernecktal“.
- Einlass nur mit Visum für fünf Euro, dazu 40 Dobleronen als Währung.
- Rund 60 Schülerfirmen testeten Wirtschaft, Steuern und Demokratie in der Praxis.
- Gastronomie war beliebt, Beautysalons und Casinos ergänzten das Angebot.
- Abschluss mit Showprogramm, danach „Untergang der Republik“ und Hock mit Gästen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer das Schulgelände des Gymnasiums betreten wollte, musste zunächst an der Grenzschutzpolizei vorbei. Die jungen Beamten kontrollierten am Eingang der „Deckenfreien Republik Bernecktal“ die Besucher. Für fünf Euro gab es ein Visum und 40 Dobleronen, die Währung des Staates.
Hinter der Grenze empfingen Stimmengewirr, Musik und Essensduft die Gäste. Schüler warben lautstark um Kunden, verteilten Probierhäppchen und hatten Türen, Fenster und Wände mit Flyern und handgemalten Schildern beklebt. Drei Tage lang verwandelten sie ihre Schule in einen eigenen Staat. Zuvor hatten sie ein Parlament gewählt, eine Verfassung ausgearbeitet und rund 60 Unternehmen gegründet. Nun mussten sich ihre Ideen in der Praxis bewähren – vom Geschäftsmodell bis zur Steuerzahlung.

60 Unternehmen wurden gegründet.
Nathalie StraubBesonders gefragt waren die gastronomischen Betriebe. Auf dem Schulhof brutzelten Burger und Hotdogs, in den Fluren duftete es nach Waffeln, Sandwiches und gebratenem Fleisch. Dazu gab es Milkshakes, Matcha und Cocktails. Der Andrang war bei einigen Betrieben so groß, dass Besucher teilweise 20 Minuten anstanden. Am Freitagnachmittag waren bei mehreren Unternehmen die Vorräte endgültig erschöpft. „Ich wollte noch Pancakes, aber die waren ausverkauft“, erzählte eine Schülerin enttäuscht.
Begabte Schüler
Ruhiger ging es in den Beautysalons in den oberen Stockwerken zu. Bei leiser Musik lackierten Schülerinnen Nägel, frisierten Haare und malten Henna-Tattoos. Blumenvorhänge, Lichterketten und dekorierte Tische ließen manche Klassenzimmer kaum noch wie Unterrichtsräume wirken.

Auch Henna war im Angebot
Nathalie StraubIn den Freizeitbetrieben ging es dagegen deutlich lautstärker zur Sache. In Spielhallen und Casinos versuchten Besucher ihr Glück bei Bingo, Poker und Blackjack. Aus abgedunkelten Clubs dröhnten die Bässe bis auf den Flur – sehr zum Ärger der Staatspolizei, die während des Experiments für Ordnung sorgte.
Auch Kunst und Handwerk hatten ihren Platz. Schüler und Lehrer ließen ihrer Kreativität beim Bemalen ausrangierter Schulstühle freien Lauf und hauchten den Möbelstücken neues Leben ein. In Workshops entstanden wahre Kunstwerke, zudem wurden Gemälde von Schülern gezeigt. „Darauf sind wir schon stolz, so begabte Schüler hier zu haben“, sagte Kunstlehrerin Gabriele Adler.
Bundeskanzlerin lobt
Wirtschaftlich lief nicht jeder Betrieb gleich gut. Manche Firmen nahmen kaum etwas ein, andere verdienten Hunderte Dobleronen. Eine Pleitewelle blieb glücklicherweise aus, obwohl vorsorglich ein Jobcenter eingerichtet worden war. Schulleiter Oliver Porsch zeigte sich zufrieden: „In den letzten Tagen ist aus unserer Schule ein richtiger Staat geworden – dank eurer Mitarbeit und eurer Ideen.“ Auch Bundeskanzlerin Charlotte Wild zog ein positives Fazit: „Wir sind richtig zufrieden, es lief von Tag zu Tag besser.“
Wie viel Geld der Schule nach Gehältern, dem Rücktausch der Dobleronen und Steuern bleiben würde, stand am Freitag noch nicht fest. Porsch antwortete mit einem Lächeln: „Das bleibt Staatsgeheimnis.“ Möglicherweise werden die Einnahmen wieder als Startkapital für ein künftiges Projekt dienen. Auf Sponsoren hatte die Schule diesmal verzichtet.

Kulinarische Angebote waren sehr gefragt.
Nathalie StraubZum Abschluss füllten Schüler, Eltern und Besucher die Aula. Chor und Big Band heizten noch einmal ein, und die Gewinner von „Bernie sucht den Superstar“ zeigten ihr Können: Princess und Andrea tanzten Hip-Hop, die Jungs von „Peak Performance“ präsentierten Fußballtricks und spektakuläre Akrobatik, Elia sang, nur von seiner Gitarre begleitet, eine Ballade.
...dann folgte der Untergang
Dann folgte unter lautem Gelächter die letzte große Bekanntgabe: „Hiermit erklären wir den Untergang der Republik Bernecktal.“ Draußen ging die Veranstaltung in einen Hock über, den der Freundeskreis vorbereitet hatte. Rund 706 externe Besucher hatten den Staat in den drei Tagen erlebt. „Das Projekt war zwar nur ein Experiment, aber ein gutes Beispiel für gelebte Gemeinschaft“, sagte Porsch. Eine Schülerin brachte es auf den Punkt: „Es war richtig toll. Schade, dass es am Montag vorbei ist.“