Gesamtfeuerwehr Schramberg
: Großes Engagement – aber auch große Herausforderungen

Die Gesamtfeuerwehr Schramberg nähert sich mit 196 Aktiven der geschichtsträchtigen 200er-Marke. Innerhalb eines Jahres gab es 13 Neueintritte. Hauptthema aber bleibt der Feuerwehrbedarfsplan, der Schritt um Schritt umgesetzt werden soll.
Von
Lothar Herzog
Oberndorf
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Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle (rechts) sowie Kreisbrandmeister Philipp Glunz (von links) zeichnen Sebastian Kimmich, Roland Hezel, Frank Langenbacher, Christian Ragg, Thomas Günter, Christian Günzel, Frank Oehl, Philipp Weisser und Wolfgang Schiele für 25- und 40-jährige Dienstzeit aus.

Herzog

In der Hauptversammlung im Bärensaal sprach Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle von einem Jahr 2024, in dem im Einsatzgeschehen und Tagesgeschäft der Feuerwehr viel passiert sei. Als größtes Projekt, das die Wehr in den kommenden fünf Jahren beschäftigen werde, bezeichnete er den Feuerwehrbedarfsplan. Während die fünf Abteilungen in der Fahrzeugausstattung gut aufgestellt seien, habe der Plan bei der Personalstruktur und ausgebildeten Führungskräften Schwächen aufgezeigt. Da sei man bereits aktiv.

Bei den Gerätehäusern seien dagegen größere Probleme aufgedeckt worden, die nur mit baulichen Maßnahmen behoben werden könnten. „Uns ist bewusst, dass all die aufgezeigten Missstände nicht im Handumdrehen zu lösen sind, da sie viel Geld kosten und Personal binden. Trotzdem hoffen wir auf eine zeitnahe Umsetzung, um eine gesundheitliche Gefährdung der Einsatzkräfte zu verhindern“, bekräftigte der Stadtbrandmeister.

Mit der Einführung der Zusatzalarmierungssoftware Alamos können die Aktiven jetzt zusätzlich alarmiert werden und erhielten wichtige Details zum Einsatz. Außerdem könnten sie eine Rückmeldung zu ihrer Einsatzfähigkeit abgeben, wodurch Engpässe in der Verfügbarkeit schneller erkannt würden, schilderte Wöhrle. Seit Anfang des Jahrs seien nun auch jede Abteilung und der Einsatzleiter mit einem Tablet ausgestattet. Durch die direkte Anbindung an die Leitstelle erlange die Wehr einen teilweise deutlichen Vorsprung in der Alarmierung und erhalte Daten, ohne auf weitere Anbieter und Schnittstellen angewiesen zu sein.

Deutlich weniger Einsätze

Ganz ohne Not und Katastrophen habe die Feuerwehr im vergangenen Jahr den Blaulichttag in Schramberg mitgestaltet und der Bevölkerung das breite Aufgabengebiet und die Leistungsstärke gezeigt, hob der Stadtbrandmeister hervor. In 2024 sei die Gesamtwehr zu insgesamt 237 Einsätzen ausgerückt, 40-mal weniger als im Jahr davor. Unter diesen Einsätzen seien auch 45 Überlandhilfen. Bei 5204 Einsatzstunden (2023 waren es 6182) habe jede Einsatzkraft im Schnitt 26 Stunden geleistet, ohne Übungen und Ausbildungen. Gründe für den Einsatzrückgang seien ausgebliebene Sturm- und Unwetterereignisse sowie Kurzarbeit in Industriebetrieben mit weniger Bränden und Fehlalarmen, erläuterte Wöhrle.

Um für das immer mehr herausfordernde Spektrum an Aufgaben gewappnet zu sein, benötige die Wehr ständig Nachwuchskräfte, vor allem jedoch eine fundierte Ausbildung der Aktiven. Er danke deshalb 94 Einsatzkräften, die Lehrgänge und Fortbildungen besucht hätten.

Neue Helme sollen her

Eines der Projekte für 2025 sei die Erstellung eines Konzepts für die Einsatzstellenhygiene. Dabei werde das Ziel verfolgt, die grobe Verschmutzung der Einsatzkräfte und -mittel an der Einsatzstelle zu beseitigen und eine weitere Verschleppung zu verhindern. Auch beim Thema Hygiene müsse gehandelt werden. Helme und Schutzkleidung seien zum Teil mehr als 20 Jahre alt und müssten geltenden Standards angepasst werden. Primär sollen neue Helme angeschafft werden, betonte der Gesamtfeuerwehr-Chef.

Eisenlohr: „Nicht selbstverständlich“

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr hob in ihrem Grußwort hervor, „dass Ihr Tag und Nacht alles liegen lasst und zum Einsatz ausrückt. Das ist nicht selbstverständlich“. Vieles laufe gut, manches müsse noch verbessert werden. Der Feuerwehrbedarfsplan fordere alle in einem Spannungsfeld zwischen begrenzten Ressourcen und der Sicherheit der Feuerwehr, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, versicherte Eisenlohr.

Ehrungen für bis zu 40 Jahre

„Vielen Dank für das außergewöhnliche Engagement. Möge diese Einsatzbereitschaft nie erlöschen“, betonte Kreisbrandmeister Philipp Glunz und erntete Beifall. Zusammen mit der Oberbürgermeisterin und Patrick Wöhrle ehrte er für 25-jährigen Feuerwehrdienst Thomas Günter (Heiligenbronn), Christian Günzel, Fabian Kohlmann, Christian Ragg (alle Schramberg), Sebastian Kimmich, Frank Langenbacher (beide Sulgen), Alexander Moosmann, Frank Oehl, Wolfgang Schiele und Philipp Weisser (alle Tennenbronn) mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Mit der goldenen Plakette wurde Roland Hezel (Sulgen) für 40-jährigen Feuerwehrdienst ausgezeichnet. Zum Brandmeister befördert wurde Frank Soppart (Schramberg). Insgesamt 95 Kameraden besuchten verschiedene Lehrgänge und Fortbildungen.

Zahlen und Fakten

Mannschaftsstand
196 Aktive, verteilt auf die Abteilungen Sulgen, Schramberg-Tal, Tennenbronn, Waldmössingen und Heiligenbronn. Durchschnittsalter 37 Jahre

Jugendfeuerwehr
36 Mitglieder, darunter sechs Mädchen Alterswehr
48 Personen Einsätze
237, unterteilt in Brände (45), Hilfeleistungen (94), Brandmeldealarme (67), sonstige Dienste (28), Gefahrgut (3), Überlandhilfe (45) Einsätze Abteilungen
Schramberg (156), Sulgen (101), Heiligenbronn (26), Tennenbronn (23), Waldmössingen (17), Zentrale Feuerwehrwerkstatt (18).

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