FSME-Naturherd in Schramberg
: Wenn Experten weiße Tücher tragen

Im Labor entscheidet sich gerade, wie genau man in Zukunft vor gefährlichen Zecken in Tennenbronn warnen kann.
Von
red/pm
Schramberg-Tennenbronn
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v.l.n.r. Leja Baur (Universität Hohenheim), Nina Neißner (Gesundheitsamt Rottweil), Daniela Hummel (Landesgesundheitsamt), Dr. Alexander Lindau (Universität Hohenheim, Landesgesundheitsamt), Dr. Rainer Oehme (Landesgesundheitsamt), Isolde Zeller (Landesgesundheitsamt).

Von links: Leja Baur (Universität Hohenheim), Nina Neißner (Gesundheitsamt Rottweil), Daniela Hummel (Landesgesundheitsamt), Dr. Alexander Lindau (Universität Hohenheim, Landesgesundheitsamt), Dr. Rainer Oehme (Landesgesundheitsamt) und Isolde Zeller (Landesgesundheitsamt)

Landratsamt
  • Studie in Tennenbronn klärt, wo FSME-übertragende Zecken genau vorkommen.
  • Gesundheitsamt Rottweil, Landesgesundheitsamt und Uni Hohenheim arbeiten zusammen.
  • Methode: Zeckenfang mit weißen Tüchern – Fokus liegt auf der exakten Herdabgrenzung.
  • Feldarbeit ist fast ganzjährig möglich, Zecken sind vor allem im Frühjahr und Herbst aktiv.
  • Probenanalyse in Stuttgart und Hohenheim, Ziel: gezielte Warnungen für die Bevölkerung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.


Am Wassertretbecken wurde im vergangenen Jahr ein FSME-Naturherd gefunden. Doch wie groß ist er? Wo genau finden sich Zecken, die Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen? Genau das soll eine neue Kooperationsstudie zwischen Gesundheitsamt Rottweil, Landesgesundheitsamt und Universität Hohenheim jetzt klären.

Entdeckt wurde der Herd im Rahmen eines Monitorings, das das Gesundheitsamt Rottweil und das Landesgesundheitsamt bereits vor zwei Jahren gestartet hatten: Damals zogen die Experten mit weißen Tüchern durch Wiesen und Wälder der Region, um systematisch Zecken zu sammeln und zu untersuchen.

Wo genau hört der Herd auf?

Genau diese Methode kommt jetzt wieder zum Einsatz – nur mit einem viel schärferen Ziel, so Nina Neißner vom Gesundheitsamt Rottweil: „Nun ist die Frage nicht mehr ‚gibt es hier infizierte Zecken‘, sondern ‚wo genau hört der Herd auf‘.

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Möglich ist die Feldarbeit inzwischen fast das ganze Jahr über. Erst unter fünf Grad Celsius lassen die Blutsauger ihre Beutetiere, zu denen auch der Mensch gehört, in Ruhe. Am häufigsten trifft man die Zecken im feucht-warmen Frühjahr und im Herbst. Auch vor Höhenlagen machen diese Spinnentiere nicht halt – Funde gab es schon auf bis zu 1200 Metern.

Tiere werden gesammelt

Die in Tennenbronn gesammelten Tiere werden im Landesgesundheitsamt Stuttgart unter der Aufsicht von Dr. Rainer Oehme ausgewertet, die Untersuchung selbst übernimmt die Universität Hohenheim unter Betreuung von Dr. Alexander Lindau. Für die aufwendige Aufbereitung und Untersuchung der Proben sorgt die Biologiestudentin Leja Baur.

Das Ziel der Aktion beschreibt Dr. Rainer Oehme: „Je genauer wir wissen, wo die infizierten Zecken sitzen, desto gezielter können wir die Menschen vor Ort warnen. Tennenbronn ist sozusagen ein Präzisionsprojekt."