Feuerwehrgerätehaus Sulgen
: Neue Halle, neue Fahrzeuge, neue Schlagkraft

1,78 Millionen Euro für die Sicherheit: In Sulgen ist der Anbau offiziell eingeweiht worden. Gleichzeitig wurden zwei neue Einsatzfahrzeuge gesegnet.
Von
Johannes Fritsche
Schramberg-Sulgen
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Landrat Christoph Keckeisen verdeutlichte den Stellenwert des Bevölkerungsschutzes.

Landrat Christoph Keckeisen verdeutlichte den Stellenwert des Bevölkerungsschutzes.

Johannes Fritsche
  • Sulgen weihte den Anbau des Feuerwehrgerätehauses ein – mit Musik und Fahrzeugweihe.
  • Kosten: rund 1,78 Millionen Euro. Zwei Drittel zahlt der Landkreis, ein Drittel die Stadt.
  • Neue Halle bietet Platz für bis zu sechs Fahrzeuge und dient als Logistikzentrum des Landkreises.
  • Zwei Fahrzeuge vorgestellt: HLF 20 für Brände und Hilfe, CBRN-Erkunder mit Messtechnik.
  • Redner betonten nach dem großen Waldbrand die Bedeutung von Ausstattung und Einsatzkräften.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach den anstrengenden Tagen des großen Waldbrands war es für die Feuerwehrleute diesmal ein erfreulicher Anlass: Mit Musik, vielen Gästen und der Weihe zweier neuer Einsatzfahrzeuge wurde der Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Sulgen am Freitagabend offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Feuerwehrleute aus Schramberg und dem Landkreis hatten in der zum Festsaal umgestalteten Halle Platz genommen. Auch Kameraden des Technischen Hilfswerks waren gekommen. Vor der Rückfront der Halle standen die beiden neuen Einsatzfahrzeuge. Der Bauhof hatte sie mit Blumengestecken geschmückt.

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Musikverein Sulgen unter Leitung von Stefan Hauser. Mit „Musica Gloriosa“ von Alfred Bösendorfer setzte er gleich zu Beginn einen festlichen Akzent.

Noch keine zwei Wochen lag der große Waldbrand von Schramberg zurück. Entsprechend war er in den Reden allgegenwärtig. Landrat Christoph Keckeisen erinnerte daran, dass der Brand gezeigt habe, wie wichtig gut aufgestellte Feuerwehren und funktionierende Strukturen im Bevölkerungsschutz seien. „Wenn es ernst wird, müssen Menschen, Technik und Abläufe funktionieren – und zwar sofort.“ Beim Waldbrand habe man eine enorme Einsatzbereitschaft und ein beeindruckendes Zusammenspiel vieler Kräfte erlebt.

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Dank an Vorgänger

Keckeisen machte deutlich, welchen Stellenwert er dem Bevölkerungsschutz beimisst. Trotz der schwierigen Finanzlage auf allen kommunalen Ebenen müssten Prioritäten gesetzt werden. „Bei der Sicherheit unserer Bevölkerung und bei der Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehren müssen wir verlässlich bleiben.“ Investiert werde nicht einfach in Hallen und Technik, sondern in Sicherheit und in gute Arbeitsbedingungen für Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen.

„Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr“: Pfarrer Markus Krimmer und Gemeindereferentin Viola Schreiber segneten die Fahrzeuge.

„Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr“: Pfarrer Markus Krimmer und Gemeindereferentin Viola Schreiber segneten die Fahrzeuge.

Johannes Fritsche

Weil der Anbau bereits lange vor seinem Amtsantritt auf den Weg gebracht wurde, dankte Keckeisen ausdrücklich auch seinem an der Einweihung teilnehmenden Vorgänger, Landrat a. D. Wolf-Rüdiger Michel, und allen anderen, die dafür die notwendigen Entscheidungen getroffen hatten.

Logistikzentrum

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr dankte den Einsatzkräften aus mehr als 20 Kommunen und sechs Landkreisen, die bei dem Waldbrand geholfen hatten. Katastrophen kennten keine Gemeinde-, Kreis- oder Landesgrenzen. Hinter jedem Einsatz stünden zudem Menschen, die ihre Arbeit unterbrächen, nachts aus dem Tiefschlaf aufschreckten oder eine Familienfeier verließen, sobald der Melder gehe. Ihnen sei man eine angemessene Ausstattung schuldig.

Der große Waldbrand hat gerade erst gezeigt, wie wichtig eine schlagkräftige Feuerwehr ist, da waren sich die Gäste einig.

Der große Waldbrand hat gerade erst gezeigt, wie wichtig eine schlagkräftige Feuerwehr ist, da waren sich die Gäste einig.

Johannes Fritsche

Der Anbau schafft Platz für bis zu sechs Fahrzeuge sowie für Schlauchwäsche, Material und Sonderausrüstung. Zugleich dient die Halle als Logistikzentrum für den Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises. Die Kosten liegen nach Angaben Eisenlohrs bei rund 1,78 Millionen Euro. Zwei Drittel trägt der Landkreis, ein Drittel die Stadt Schramberg.

Kreisbrandmeister Philipp Glunz sprach von einem guten Tag für die Sicherheit im Landkreis. Investitionen in die Feuerwehr seien ein „Schutzschild für die Bevölkerung“. Entscheidend seien letztlich aber die Menschen, die Gebäude und Fahrzeuge mit Leben füllten. Er erinnerte auch an den früheren Stadtbrandmeister Werner Storz, der das Projekt maßgeblich mit vorangebracht hatte.

Unterstützung für andere Abteilungen

Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle erläuterte, warum die Investitionen notwendig waren: Das neue HLF 20 ersetzt ein fast 30 Jahre altes Löschfahrzeug und wird künftig bei Bränden und technischen Hilfeleistungen als erstes Löschfahrzeug der Sulgener Wehr ausrücken. Es kann außerdem die anderen Schramberger Abteilungen unterstützen. Das rund 650.000 Euro teure Fahrzeug ist auch für die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden ausgerüstet.

Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle (links) mit Artur Eichin (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)

Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle (links) mit Artur Eichin (MdL, Bündnis 90/Die Grünen)

Johannes Fritsche

Das zweite Fahrzeug, der vom Bund finanzierte „CBRN-Erkunder“, verfügt über moderne Messtechnik für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Für seinen Einsatz brauche es „absolutes Spezialwissen“, betonte Wöhrle. Die dafür vorgesehenen Feuerwehrleute hätten zahlreiche Lehrgänge und Ausbildungsstunden absolviert.

Abteilungskommandant Daniel Storz stellte anschließend die Technik der Fahrzeuge für seine Kameraden im Detail vor. Bei aller Technik vergaß er nicht, einen „großen Dank auch an unsere Familien, die so viel Verständnis für unsere Arbeit aufbringen“, auszusprechen.

Geistlicher Segen

Nach einem 80er-Jahre-Medley des Musikvereins folgte die Weihe der Fahrzeuge. Der evangelische Pfarrer Markus Krimmer griff dafür den alten Feuerwehrwahlspruch „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr“ auf und schloss seine Ansprache mit einem gemeinsamen Vaterunser, in das viele der Anwesenden einstimmten.

Nacheinander erteilten dann er und die katholische Gemeindereferentin Viola Schreiber den Segen. Schreiber hatte mit Weihwasser nicht nur die beiden neuen Fahrzeuge, sondern auch die Feuerwehrleute besprengt. Bei ihren oft gefährlichen Einsätzen war das ein willkommener zusätzlicher Segen.

Mit dem Marsch „Berliner Luft“ setzte der Musikverein einen fröhlichen Schlusspunkt. Danach ging es nebenan in die bisherige Halle zum Imbiss mit kühlen Getränken und vielen Gesprächen.