Ferienprogramm „Schwarzwaldabenteuer“
: Warum in Tennenbronn plötzlich alle „Andi“ rufen

Ob Detektiv im Wald, Uhrmacher in der Werkstatt oder Koch in der Schulküche – beim JUKS-Projekt schlüpfen die Kinder jeden Tag in neue Rollen.
Von
Nathalie Straub
Schramberg-Tennenbronn
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Das JUKS-Projekt in Tennenbronn zeigt, wie abwechslungsreich Sommerferien sein können.

Das JUKS-Projekt in Tennenbronn zeigt, wie abwechslungsreich Sommerferien sein können.

Nathalie Straub
  • JUKS-Ferienprojekt in Tennenbronn bietet Kindern abwechslungsreiche „Schwarzwaldabenteuer“.
  • Morgenritual mit Tanz, dann Gruppen für Sechs- bis Sieben- sowie Acht- bis Zwölfjährige.
  • Angebote: Schwarzwalddetektive im Wald, „Trachtengroove“, Kochen in der Schulküche.
  • Werkstatt-Highlights mit Kuckucksuhrenbau bei Andreas Hezel – ständig rufen Kinder „Andi“.
  • Bastelstuben für Jüngere und Schmuckbude begeistern, überall herrscht reges Treiben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine halbe Woche „Schwarzwaldabenteuer“ liegt hinter den Kindern, doch von Alltagstrott ist auf dem Gelände der Grundschule Tennenbronn nichts zu spüren. Noch immer herrscht um 9 Uhr reges Treiben auf dem Schulhof. In einer meterlangen Schlange warten die Kinder, um sich für den Tag anzumelden. Wer nicht warten möchte, lässt sich einfach von den Betreuern bei der morgendlichen Begrüßung persönlich aufrufen – denn die müssen ohnehin überprüfen, welche nicht angemeldeten Kinder doch erschienen sind. Darüber freuen sich die Betreuer zwar nur bedingt, doch die allgemeine Stimmung scheint durch nichts getrübt werden zu können.

Zwischen Werkbank, Wald und Küche entstehen Erlebnisse, von denen sie noch lange erzählen werden.

Zwischen Werkbank, Wald und Küche entstehen Erlebnisse, von denen sie noch lange erzählen werden.

Nathalie Straub

Das Morgenritual sitzt schon beinahe: Gestartet wird mit einem Tanz, dann folgt die Trennung zwischen den Sechs- und Siebenjährigen und den Acht- bis Zwölfjährigen. Doch heute gibt es einen Extra-Programmpunkt: Chris Albrecht, der den „Steinzeitentdeckern“ eine Einführung in Survivaltechniken und die Wildnis gibt, zeigt, was seine Gruppe lernt: Er zündet ein kleines Schwedenfeuer an, das sie am Vortag gebastelt haben – das sorgt für helle Aufregung im jungen Publikum.

„Trachtengroove“

Danach geht es ans Auslosen – wer macht heute was? Nach lautstarken Aufregung finden sich die Gruppen zusammen und die ersten begeben sich auf den Weg. Darunter sind auch die „Schwarzwalddetektive“, die auf der Suche nach dem gestohlenen Waldstein sind. Ausgestattet mit Hüten, Lupen und Material zur Spurensicherung begeben sie sich an den Tatort: den Entenweiher. Die Ermittler entdecken Fußabdrücke, sichern mögliche Beweisstücke und diskutieren die Erkenntnisse hitzig: „Das muss ein Wolf gewesen sein!“, glauben die einen, „das war ein Bösewicht!“, vermuten die anderen. Während sich die Gruppe für ihre Nachforschungen immer tiefer in den Wald begibt, kehrt eine andere gerade ins Schulhaus zurück. Nach einer kurzen Erholungspause geht es beim„Trachtengroove“ weiter. Dort lernen die Kinder drei echte Trachtentänze, die es in sich haben. Regelmäßige Trink- und Plauderpausen gehören deshalb dazu und sorgen für beste Stimmung.

Die Kinder haben sichtlich Spaß.

Die Kinder haben sichtlich Spaß.

Nathalie Straub

Der Sport macht hungrig und wer seiner Nase folgt, landet nur wenige Stockwerke tiefer: In der Küche der Grundschule backt und kocht Rosemari Gottwald-Müller gemeinsam mit ihrer Gruppe. Heute steht unter anderem Flädlesuppe auf dem Speiseplan. Fleißig werden die Pfannkuchen in dünne Streifen geschnitten, zwischendrin gehen die Betreuer immer wieder auf Nummer sicher: „Hast du dir die Hände gewaschen? Auch nachdem du wieder aufgestanden bist?“ Die Antwort ist selbstverständlich immer ein überzeugtes „Ja“.

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Reges Treiben

Ob bei den kleinen Abenteurern oder den Betreuern – überall herrscht reges Treiben. „Schritte machen wir hier genug“, erklärt Simone Hangst mit einem Augenzwinkern, während sie in schnellem Schritt den Schulhof überquert. Dort befindet sich die „Schwarzwald-Marie Bastelstube“, in der die Sechs- und Siebenjährigen bereits fleißig Figuren basteln. „Das sind die Arme“, sagt Erstklässlerin Alina und zeigt auf zwei Holzstücke, „die haben wir vorher abgeschliffen. Jetzt ist das ganz weich!“

Stolz auf ihre selbst hergestellten Stücke können auch die Kinder aus der „Schmuckbude“ sein. Claudia Bianco bastelt mit ihrer Gruppe Ketten, Ohrringe, Klammern und vieles mehr. „Ich habe ganz viele Schlüsselanhänger gemacht und verteilt“, erzählt Azra nach ihrem Tag in der Schmuckbude. Mindestens genauso spannend findet die Grundschülerin aber die Uhrenwerkstatt, wo die Kinder unter Anleitung von Berufsschullehrer Andreas Hezel Kuckucksuhren bauen. Dass die Betreuer rasch zu Bezugspersonen werden, zeigt sich in der Werkstatt überdeutlich.

Andi ist gefragt

Mindestens einmal pro Minute ruft es von irgendwo: „Andi!“ Die Anliegen sind vielfältig: Von der Bitte, den Holzhobel einzustellen, Diskussionen um die Reihenfolge beim Lasern des Zifferblatts oder einfach nur der Hinweis, dass man sich was zum Trinken hole, ist alles dabei. Begeistert präsentieren die Kinder ihre Uhren, die selbst zugesägt, gehobelt und bemalt haben. „Das ist bisher das Coolste“, ist Laura sich sicher, die ihre Uhr mit Bollenhüten bemalt. Egal, in welcher Gruppe sie unterwegs sind – die jungen Abenteurer genießen ihre Sommerferien beim aufwendig vorbereiteten JUKS-Projekt sichtlich.