Ferienprogramm in Waldmössingen
: So viel Spaß macht der Abenteuer-Bauspielplatz – die Bilder

Für Kinder in Schramberg ist es ein Sommer unbegrenzter Abenteuer: Nach „Mini-Schramberg“ läuft mit dem Abenteuerbauspielplatz das nächste Spielprojekt des Juks. Wir waren vor Ort.
Von
Niklas Ortmann
Oberndorf
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Im Baubereich errichten die Kinder ihre eigenen Häuser.

Niklas Ortmann

„Seid Ihr alle bereit für den Tag?“, fragt Juks-Mitarbeiterin Julia Fichter und weiß natürlich schon, was folgen wird. „Jaaaa“, schreien die Kinder, die pünktlich um 9 Uhr einen Kreis auf dem Kleinspielfeld in Waldmössingen gebildet haben und dort mit Fichter zur Musik aus den Lautsprechern tanzen, klatschen und singen.

Nach diesem kleinen Aufwärmprogramm ist die Stimmung bei den Kindern so heiter wie das Wetter; nur den Betreuern ist die Müdigkeit am letzten Tag der ersten Woche des Abenteuer-Bauspielplatzes etwas anzumerken, aber spätestens, als die Kinder das Lied „Oh, alele“ mit einer lauten Zugabe zum Besten geben, sind alle wach und um einen Ohrwurm bereichert.

„Alle Kinder mit kurzer Hose dürfen los“, gibt Fichter den Startschuss, und noch bevor sie zu Ende gesprochen hat, sprintet eine Gruppe zu Simon Lauble, der als ehrenamtlicher Helfer den Baubereich leitet, der bei den Kindern besonders beliebt zu sein scheint. Aber auch sonst wartet ein buntes Programm auf die Teilnehmer: Im Naturbereich steht an diesem Tag eine Rätselschatzsuche an; die Kinder können sich im Spiel- und Sportbereich bei kleinen Spielen austoben, während sich der Kreativbereich den Minigärten widmet. Neben diesen klassischen Bereichen können die Kinder in dieser Woche auch Mini-Zimtschnecken backen oder Hochbeete bauen. Zum Abschluss der Woche darf auch jeder Teilnehmer ein Stockbrot am Lagerfeuer grillen.

Für das Juks-Team ist es das nächste Großprojekt

Nachdem alle Kinder einen Bereich gefunden haben, verteilen sich die Gruppen auf dem Gelände des Erlebnisbauernhofs. Für Julia Fichter ein Moment, um kurz durchzuatmen – dabei hat sie eigentlich durchgehend zu tun. Sie sei im vierten Jahr als Organisatorin beim Abenteuerspielplatz mit dabei, und während sie das in einer ruhigen Minute unserer Redaktion erzählt, wird sie von einem Mädchen unterbrochen: „Mein Rucksack ist kaputt gegangen.“ „Das können wir wieder einfädeln“, antwortet Fichter und richtet den Rucksack des Kindes.

Sie ist zur Stelle, wenn Unfälle passieren oder Kinder nach Hause möchten, sorgt dafür, dass in den Bereichen immer genügend Materialien zur Verfügung stehen und hilft den ehrenamtlichen Betreuern, darunter auch viele Jugendliche, die vor einigen Jahren selbst noch Teilnehmer waren. Oder eben bei kaputten Rucksäcken. Ist eine Baustelle gelöst, wartet schon die nächste. Ihr Handy klingelt: Eine Gruppe älterer Jungs hält sich trotz Ermahnung nicht an die Spielregeln, sondern meint, ihr eigenes Programm durchsetzen zu müssen. Auch hier steht sie den Betreuern zur Seite.

120 Kinder pro Woche

In der Zwischenzeit gibt sie uns aber noch einen Einblick in das nach „Mini-Schramberg“ nächste große Juks-Spielprojekt in den Sommerferien: Bis zu 30 Mitarbeiter sind pro Woche für die 120 Kinder im Einsatz. Seit mehr als 30 Jahren gibt es den Abenteuerbauspielplatz nun, der insgesamt drei Wochen lang geht, wobei die Kinder eine oder auch mehrere Wochen teilnehmen können. „Das Schöne ist, dass die Kinder immer vor- und nachmittags entscheiden können, worauf sie Lust haben“ , erklärt Fichter.

Kinder werden zu kleinen Baumeistern

An diesem Tag, dem letzten der ersten Woche, verbringen die Teilnehmer aber den ganzen Tag in ihrem Bereich, was nicht nur Betreuer Simon Lauble freut, in dessen Baubereich so besonders große Gebäude entstehen können. Am Wald zwischen Kuh- und Schweinestall geht es zu wie auf einer Baustelle: Die Kinder sägen an Holzplatten oder hämmern Nägel in die Wand ihrer kleinen Häuser, die teils schon fast doppelt so hoch wie sie selbst sind. „Es wird noch größer“, verkündet ein Mädchen stolz.

Werkzeuge und Nägel für die Bauarbeiten gibt es an einem Bauwagen, selbstverständlich nur gegen Bezahlung. Drei fleißige Helfer schmieden die Münzen aus Kronkorken, die sich die Kinder mit Jobs wie Brennholzsammler, Nagelpolizei oder Straßenbauer verdienen können.

Auf der Suche nach den Waldtieren

Einige Hundert Meter weiter, vorbei an Rehen und der archäologischen Grabung, treffen wir an einem Pavillon am Römerkastell auf Kilian und Elias. Sie gehören zum Waldbereich, wie sie erzählen – aber von ihrer Gruppe fehlt jede Spur. Also machen sie sich auf in das Waldstück oberhalb des Maislabyrinths, wo sie neben ihrer Gruppe auch heimische Waldtiere wie Fuchs, Hase und Reh finden wollen, um alle Tiere auf ihrer Liste abhaken zu können.

Das ist zumindest eine der Aufgaben des Tages, aber für den Moment findet Elias eher Gefallen am Job des Mini-Reporters und beschlagnahmt dafür die Schwabo-Kamera, auch wenn es im Gegensatz zu Mini-Schramberg keine Vergütung gibt – dafür aber Fotos von den anderen Kindern, die die beiden kurz darauf im Wald wiedertreffen. Schnell hat die Gruppe dann auch alle Waldtiere gefunden, und die Kamera kann für ein abschließendes Gruppenfoto an den Besitzer zurückgegeben werden.

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