Fasnet in Lauterbach
: Zum Einkaufen fahren hat in Lauterbach gute Tradition

Fünf Schnurrantengruppen zogen durch Lauterbachs Lokale – und das hatte es in sich.
Von
Thalia Fehrenbacher
Oberndorf
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Sie unterhielten die Besucher glänzend – die Schnurranten aus Lauterbach.

Fehrenbacher

Im Sportheim, La Fontana, der Brauerei und im Adler auf dem Forenbühl war jeweils volles Haus für das traditionelle Schnurren. So waren die Schnurrantengruppen Musikverein „Eintracht“, katholische Kirchengemeinde, Hochsteiger-Hexen, Plagegeister und Popchor mit dabei.

Langsam und auf ihre Gehstöcke gebeugt, betrat die erste Gruppe das „La Fontana“. „Von ganz da drüben sind wir hier rübergelaufen“, betonten sie sichtlich außer Puste, wobei mit da drüben das nur wenige Meter weit entfernte Haus des Gastes gemeint war. Nachdem sie durch das Lokal gestreift und sich mit den Gästen unterhalten hatten, hießen sie diese willkommen zu ihrem „750. Wiegenfestle“.

Letztes Jahr vom Präsi

So klagten sie an, dass selbst wenn viele Dinge nicht mehr funktionstüchtig seien, diese für gewöhnlich nach hinten geschoben werden. Zum Schluss hatten die Schnurranten noch eines zu sagen: „Ein Wunsch, bevor wir wieder gange, eine glücksselige Fasnet, so jung kommen wir nicht mehr zusamme“.

Im Sportheim wurde fleißig geschnurrt.

Foto: Fehrenbacher

„Ich muss euch etwas sagen, es ist das letzte Jahr vom Präsi, es ist zum Klagen“, bekunden andere Schnurranten ihren Frust. So ist es ihnen unerklärlich, warum Rolf Buchholz diesem Amt den Rücken kehrt. Voller Inbrunst sangen sie schlussendlich „Wir können’s nicht versteh’n, Rolf ohne Blaukittel, haben wir noch nie geseh’n“. Auch stellen sie sich die Frage, wie es geht, eine Hexe als Büttel zu haben, worin sie jedoch schlussendlich die Chance sehen, den Büttel zu ihrem Schutz zu nehmen, sich dadurch nicht mehr vertreiben zu lassen und das ganze Jahr Fasnet zu feiern.

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Die Hexen wussten einiges zu berichten.

Foto: Fehrenbacher

Außerdem klärten die Schnurranten die Gäste in den Lokalen über unterschiedliche Plagen in Lauterbach auf. „Es gibt Wahnsinnige, die einen Dorfladen in Lauterbach wollen. Wo bleibt denn dann die Tradition, dass wir zum Einkaufen fahren müssen?“, fragten sich die Plagegeister. Auch über fehlende Fahrradwege, ein fehlendes Ein-Euro-Busticket und Bürgermeister Jürgen Leichtle, der neben seinen Arbeiten als Bürgermeister seine Instagram-Follower an Bürgermeister-Tätigkeiten und Events teilhaben lässt, klärten die Schnurranten auf. „Wir bleiben dabei. Lasst unser Dorf in Ruhe“, lautet deren abschließende Devise. Mit unterschiedlichen lustigen Begebenheiten aus Lauterbach sowie musikalischen Einlagen unterhielten die Schnurranten die Gäste bis in die späten Abendstunden.