Einweihung Kita Kirchplatzschule: In Sulgen wird aus ehemaliger Schule ein moderner Kindergarten

Zum Umbau der Kindertagesstätte Sulgen referiert Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (rechts).
HerzogAm Samstag strahlte die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel, viele Besucher unterhielten sich bei Sekt und Selters und die Kindergartenkinder fieberten aufgeregt ihrem Auftritt entgegen.
„Wir sind die Kinder vom Kindergarten Kirchplatz“ sangen sie voller Inbrunst, während die Eltern die Handys zückten wie auf einem Popkonzert.
Wie Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr berichtete, ist aus der ehemaligen Kirchplatzschule ein moderner Kindergarten in Trägerschaft der Stadt entstanden.
Auf vier Stockwerken und mit 25 Zimmern biete die neue Einrichtung Platz für 50 Kinder über drei Jahre (Ü3) und zusätzlich für zwölf Krippenkinder ab zwei Jahre. Im Vergleich zu den bisherigen Modulen mit 38 Betreuungsplätzen bedeute dies ein Plus von je einem Dutzend U3- und Ü3-Plätze.
Engpass ausgeräumt
„Gerade im Bereich für Kinder ab zwei Jahre hatten wir im Stadtteil Sulgen über längere Zeit einen Engpass“, räumte die Oberbürgermeisterin ein. Dank eines Aufzugs mit fünf Haltestellen sei der neue Kindergarten vollständig barrierefrei. Für die Kinder böte er mehr Raum, Bildungsbereiche und einen großzügigen Bistrobereich, aber auch für das Kigateam verbesserten sich die Arbeitsbedingungen und es gebe eigene Räume für Besprechungen und Pausen.
„Damit ist es der Stadt gelungen, ein denkmalgeschütztes Bestandsgebäude zu erhalten, modernisieren und zukunftsfähig zu machen. Wir investieren nicht nur in Betreuung und Bildung, sondern auch in den Werteerhalt eines prägenden Gebäudes in Sulgen“, hob Eisenlohr hervor.
Mit Kosten von 4,9 Millionen Euro sei der Kostenrahmen eingehalten worden. Heute stehe das Haus im Mittelpunkt und das was künftig hier stattfinde: Spielen, lernen, entdecken und gemeinsam Essen. „Dieses Gebäude hat eine lange Geschichte und heute beginnt ein neues Kapitel darin“, unterstrich die Stadtchefin.
Architekt Roland Heß sagte, ein historisches Baudenkmal in einen Hort für Kinder zu verwandeln, stelle etwas ganz Besonderes dar. Das 1912 erbaute Hauptgebäude habe viele Jahrzehnte als Schul- und Lehrerhaus gedient und das Bild des Kirchplatzes geprägt. „Doch die Zeiten ändern sich und die Anforderungen an eine moderne Schule auch. Zuletzt stand das Haus größtenteils leer“, wusste Heß. Ein denkmalgeschütztes Gebäude umzubauen bedeute für Architekten eine große Herausforderung. Durch einen Großbrand sei die Registratur der früheren Gemeinde Sulgen fast vollständig zerstört worden. Doch im Archiv seien alte Postkarten aufgetaucht, auf denen die alten Fenster bei der Einweihung zu sehen gewesen seien.
Vielfältige Nutzung möglich
Der historische Haupteingang auf der Nordseite bleibe als Schmuckstück erhalten. Der neue Eingang befinde sich südlich des Altbaus mit ebenerdigem Zugang.
Die Innenräume seien so umgestaltet worden, dass das Gebäude in vielen Jahrzehnten auch anders genutzt werden könne.
Durch ein kluges Brandschutzkonzept bleibe das historische Treppenhaus in offener Form erhalten. „Den Kindern stehen nun wunderbare Räume auf einer Fläche von circa 700 Quadratmeter zur Verfügung“, bekräftigte der Planer.
Kindergartenleiterin Lena Rapp hatte für Besucher, die einst hier die Schulbank drückten, eine gute Nachricht: „Heute gibt es keine Hausaufgaben und keine Zeugnisse. Die Geschichte des Hauses wird mit Kinderlachen, Neugier und neuem Leben weitergeschrieben“. Hier sei ein Ort entstanden, an dem Familien ankommen dürften und die Kinder einen sicheren Hafen fänden, sich wohlfühlten und die Welt entdecken könnten, forderte sie zu stündlich geführten Rundgängen auf. Mit Tombola, Schminkstation und Glitzertattoos war jede Menge Action geboten und auch für das leibliche Wohl der Gäste im Freien mit Unterhaltung des Musikvereins Sulgen war bestens gesorgt.