Berufliche Schule Sulgen: Diese Ideen setzen die Techniker um

Das Team der Standfix GmbH, Übungsfirma der Technikerschule, mit Nico Rötzer (Dritter von rechts) präsentiert das Ergebnis ihrer Projektarbeit. Betreut wurde die Gruppe von der Fachlehrkraft Reinhold Hauser (rechts).
Berufliche SchulenIm Rahmen der sogenannten Techniker-Übungsfirma (TÜF) entwickelten die Schüler laut Mitteilung eigene Produktideen, planten diese bis ins Detail und führten sie bis zur möglichen Marktreife – inklusive wirtschaftlicher Betrachtung und sogar einer geplanten Gebrauchsmusteranmeldung.
Die Projektarbeit ist fester Bestandteil der zweijährigen Technikerausbildung und soll nicht nur die fachlichen Kompetenzen fördern, sondern auch die Projekt- und Teamarbeit schulen – zentrale Fähigkeiten für die spätere berufliche Praxis, sagte der Fachbereichsleiter Uwe Walter.
In fünf Gruppen setzten die Schüler ihre Ideen eigenverantwortlich um. Dabei entstanden innovative und praxisnahe Lösungen, auf die die Teams zurecht stolz sein können.
Bei der Feuerwehr aktiv
So entwickelte zum Beispiel das Team Standfix GmbH einen neuartigen Halter für Standrohre, wie sie bei der Feuerwehr eingesetzt werden. Auslöser waren die Erfahrungen von Nico Rötzer, selbst aktiver Feuerwehrmann, der auf die umständliche Handhabung bestehender Systeme hinwies. Dank einer cleveren Neuentwicklung lässt sich das Standrohr nun schnell und sicher von nur einer Person montieren – ein echter Fortschritt, der bei Feuerwehren auf großes Interesse stößt.
Kurz vor der Präsentation war Nico Rötzer noch als Feuerwehrmann beim Einsatz auf der A81 und zeigte damit sein ehrenamtliches Engagement für die Feuerwehr, wofür ihm der Schulleiter Axel Rombach Dank aussprach.
Auch die anderen Gruppen präsentierten spannende Projekte: AquaBoost GmbH entwickelte eine automatisierte Düngemittelzufuhr für Wasserpflanzen in Aquarien; Innercut Solutions GmbH beschäftigte sich mit dem präzisen Schneiden von Kupferrohren; MountingX Solutions GmbH entwarf Abstützstelzen zur Erleichterung von Fahrzeugreparaturen; Die Merz GmbH setzte auf ein besonderes Highlight: eine solarbetriebene Bierzapfsäule.
Die Projektarbeit gab den Schülern die Möglichkeit, ihr im Unterricht erworbenes Wissen direkt in die Praxis umzusetzen. Von der Ideenfindung über CAD-Konstruktionen und erste Prototypen bis zur Wirtschaftlichkeitsberechnung und Patentrecherche – die Teilnehmer durchliefen alle Phasen eines echten Entwicklungsprozesses. Dabei stand nicht nur der fachliche Lernzuwachs im Vordergrund, sondern auch das Arbeiten im Team.
Bestens vorbereitet
„Alle Gruppen haben mit Motivation und Pioniergeist gearbeitet. Die Freude und der Stolz bei der Abschlusspräsentation waren deutlich spürbar“, berichtet Uwe Walter, Fachbereichsleiter der Technikerschule Schramberg.
Die TÜF-Projekte bilden eine wichtige Grundlage für die sogenannte „Technikerarbeit“, die im zweiten Ausbildungsjahr in Kooperation mit einem Unternehmen durchgeführt wird. Dort gilt es, reale technische Herausforderungen zu bearbeiten – oft mit dem Ziel, betriebliche Abläufe effizienter zu gestalten.
Die bisherigen Ergebnisse lassen erkennen: Die zukünftigen Technikerinnen und Techniker sind bestens vorbereitet – motiviert, kompetent und voller Ideen.