An Steilhang in Schramberg
: Ungewöhnlicher Hubschraubereinsatz zieht Blicke auf sich

Dieser ungewöhnliche Einsatz ist ein Blickfang: Ein Hubschrauber einer österreichischen Firma fliegt Bäume aus dem Spitalwald in Schramberg. Was dahinter steckt.
Von
Niklas Ortmann
Oberndorf

Nah an den Häusern vorbei fliegt der Hubschrauber die Bäume zum Zwischenlagerplatz.

Niklas Ortmann

Fahrradfahrer halten an und schauen gebannt gen Himmel. Anwohner stehen vor ihren Häusern und zücken ihre Handys. Die Blicke der Menschen in Schramberg gehen am Mittwoch in eine Richtung: zum Steilhang im Spitalwald oberhalb des Gymnasiums.

Von dort kommt der Rotorenlärm, der weit in die Stadt hineindringt. Und obwohl der Hubschrauberflug von der Stadt angekündigt worden war, staunen die Menschen nicht schlecht, als sie den spektakulären Einsatz mit eigenen Augen sehen. „Das ist irre. Ich hab’s gefilmt mit meinem Handy“, sagt eine Bewohnerin der Uhlandstraße.

Sie beobachtet, wie der Hubschrauber einer österreichischen Firma die Bäume, die deutlich länger als die Maschine selbst sind, mit einem noch viel längeren Seil zum Zwischenlagerplatz im Bereich Forstweg Am Felsenkeller fliegt und dort ablässt.

Einige Hundert Meter weiter, am Hang zwischen Sportplatz und Gymnasium, warten Mitarbeiter der Firma in orangener Montur mit Helm und Gehörschutz an den gefällten Bäumen, die im Wald liegen. Fast im Minutentakt fliegt der Hubschrauber hin und her. Aus Sicherheitsgründen sind betroffene Bereiche – auch der Bernecksportplatz – während der Arbeiten gesperrt.

Größere Bäume werden ausgeflogen

Für die Verkehrssicherung wurden in dem Gebiet Bäume mit einem Durchmesser ab fünf Zentimetern gefällt, wie Tiefbauchef Konrad Ginter vorab auf Anfrage unserer Redaktion erklärt hatte. Während Stämme bis zu einem Durchmesser von 15 Zentimetern noch konventionell aus dem Gelände gebracht werden konnten, wird für alles darüber nun der Hubschrauber eingesetzt.

In diesem Gebiet liegen die Bäume. (Archivfoto)

Foto: Wegner

Der Hintergrund: Das Gebiet war in der Vergangenheit von Hangrutschen betroffen. Ein geologisches Gutachten hat daher empfohlen, auf Bodenverwundungen in diesen Waldbereichen zu verzichten, wie die Stadt mitgeteilt hatte. Zudem müssen größere Holzansammlungen vermieden werden, da sie das Risiko weiterer Rutschungen erhöhen können.

Die Flugroute zum Zwischenlagerplatz im Bereich Forstweg Am Felsenkeller

Foto: Stadt Schramberg

Das sei eine „heikle Geschichte“, meint auch die Anwohnerin, die sich um einen möglichen Hangrutsch sorgt.

Alexander Mönch von der Abteilung Tiefbau bei der Stadt kann hier aber beruhigen: Solange es keine Wasseransammlungen im Boden gebe, bestehe keine Gefahr für einen Hangrutsch. Und durch den Einsatz des Hubschraubers müsse das Holz nicht mit einem Seil den Berg hinauf geschleift werden, wodurch sich Rinnen im Boden bilden würden, in denen sich das Wasser ablagern könne.

Einen anderen Beobachter des Fluges beschäftigt derweil ein anderes Thema: „Was kostet da eine Minute?“, fragte er.

Mönch informiert, dass das Budget bei 100 000 Euro liege. Damit es nicht überschritten werde, seien nur so viele Bäume gefällt worden, wie von der Firma eben für die genannte Summe abtransportiert werden könnten.

Arbeiten kommen zügig voran

Und die Arbeiten kommen zügig voran – auch, weil der Hubschrauber am Mittwoch trotz Regenschauern praktisch durchgehend fliegen konnte. Wenn es so weitergehe, könnten die Arbeiten schon am Donnerstag und damit einen Tag früher als geplant abgeschlossen werden, so Mönch.

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