40 Jahre Berghexen Sulgen
: Sulgen erlebt seinen ersten Nachtumzug

Rund 1000 Hästräger und zahlreiche Besucher sorgten für närrisches Treiben in der Bergvorstadt.
Von
Lothar Herzog
Oberndorf
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Viel Applaus gibt es für die Berghexen-Pyramide.

Herzog

Die Sulgener Berghexen machten es möglich: Erstmals fand in der Bergvorstadt ein Nacht- und Fackelumzug statt. Pünktlich um 18.15 Uhr fiel der Startschuss für den närrischen Lindwurm, der sich – angeführt vom Jubilar – vom Etterbrunnen über den Kirchplatz die Sulgauer Straße hinab bis zur Festhalle wälzte.

1000 Hästräger

Zwei Dutzend Narrenzünfte und Hexengruppen mit knapp 1000 Hästrägern boten ein buntes Bild. Neben der Sulgener Narrenzunft, den Eckenmoorhexen, den Bära-Datza und den Brunnä-Hexen kamen zahlreiche weitere Gratulanten aus der schwäbisch-alemannischen Fasnetregion. Dazwischen sorgten Guggen und der Musikverein Sulgen für musikalische Stimmung. Viele Besucher säumten bei leichten Plusgraden und trockener Witterung die Umzugsstrecke und waren mit den Narren eins.

In der vollbesetzten Festhalle wartete auf die Narren und kostümierten Besucher ein buntes Programm mit Hexentänzen, Brauchtum, Showtanz und Guggenmusik. Die Moderatoren Sebastian Wilhelm und Falko Nadler testeten zwischendurch immer wieder den Stimmungspegel, der den ganzen Abend über nicht abklang.

Bühnenboden geflutet

Berghexen-Vorstand Wolfgang Storz freute sich, dass zum 22. Berghexenball sowohl Stammgäste als auch neue Gruppen nach Sulgen gekommen waren, um gemeinsam ein schönes Geburtstagsfest zu feiern. „Wir sind stolz auf den ersten Nachtumzug in Sulgen“, sprudelte es aus ihm heraus. Während diese Premiere vollauf gelungen war, haperte es dafür beim ersten Fassanstich. Gefühlt über zwei Dutzend Schläge reichten Storz nicht aus, damit das Bier nur in die Krüge floss. So wurde aus diesem Ritual sprichwörtlich eine spritzige Angelegenheit, und anschließend musste der Bühnenboden für die nachfolgenden Gruppen erst einmal getrocknet werden.

Was bislang nur aus Erzählungen über die auf dem Scheiterhaufen verbrannte Sulgener Kräuter-Anna vom Feurenmoos bekannt war, wurde erstmals in einem Kurzfilm dargestellt. Da lag es nahe, sie im Anschluss beim Berghexentanz als Oberhexe wieder erwachen zu lassen. Sie scharte ihre Hexen um sich und rächte sich an ihren Peinigern. Die schaurige Zeremonie mit dem „Lied vom Tod“ endete sportlich in einer dreistöckigen Pyramide, die mit viel Beifall bedacht wurde.

Kurzweiliges Programm

Kurzweilig gestaltete sich auch die Brauchtumsvorstellung der Narrenzunft Gosheim, die sich bei ihrem abschließenden Hexentanz ebenfalls zu einer Pyramide auftürmte. Für musikalische Abwechslung sorgte die Guggenmusik Strauschoeh-Schlurbi aus Heitersheim, die sich ganz „Forever Young“ fühlte. Für den einzigen Showtanz im Ballprogramm zeigte sich New Delight vom Athletenverein Sulgen verantwortlich.

Bevor die Sulgener Brunnä-Hexen mit ihrem Hexentanz die knapp vierstündige Programmvielfalt beendeten, gab es von den Eschagraba-Tröder aus Alpirsbach noch einmal ordentlich etwas auf die Ohren. Gefeiert wurde jedoch nicht nur in der Festhalle: Auch auf dem Pausenhof und in der Ringerhütte steppte der Bär noch lange nach Mitternacht.

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