Wirtschaft in Sallneck
: Gleich mehrere Betriebe wollen erweitern

Der Ortsteil Sallneck im Kleinen Wiesental befindet sich im Baufieber. Dieser Eindruck drängte sich angesichts dreier Bauanträge bei der Gemeinderatssitzung.
Von
Gerald Nill
Kleines Wiesental
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Am Hang hinter dem Ortsschild will die ortsansässige Zimmerei eine Lagerhalle errichten. Das Projekt könnte durch ein Feuchtbiotop gefährdet werden.

Gerald Nill

Planer Jürgen Schill von „fsp Stadtplanung“ in Freiburg, mittlerweile Stammgast im Gemeinderat in Tegernau, musste weit ausholen. Bereits vor zwei Jahren ging der Bauantrag einer Traditions-Zimmerei in Sallneck bei der Gemeinde ein. Das Holzbau-Unternehmen am Ortseingang platzt aus allen Nähten und will eine Lagerhalle errichten. Damals musste der Bauantrag abgelehnt werden, weil der geplante Bauplatz, der an den Betrieb angrenzt, bereits im Außenbereich liegt.

Vor einem Jahr gab es ein Ortstermin mit der Baubehörde in Lörrach. Dabei wurde festgelegt, dass in einem zweistufigen Verfahren sowohl der Bebauungsplan als auch der Flächennutzungsplan geändert werden muss.

Bauvorhaben nicht unproblematisch

Planer Schill ließ durchblicken, dass das Bauvorhaben nicht unproblematisch ist. Das liegt weniger an der steilen Hanglage, sondern vor allem an einem Feuchtbiotop, das mit dem Artenschutz kollidieren könnte. Das jetzt eröffnete Verfahren solle die Erkenntnis bringen, ob ein eingeschränktes Gewerbegebiet am Standort möglich ist oder ob die Baubehörde im Landratsamt dem Vorhaben einen Riegel verschiebt. Schill wörtlich: „Was sagt Lörrach? Schlimmstenfalls nein.“ Die Artenschutzuntersuchung durch Galaplan laufe bereits.

Traditionsbetrieb strebt in die Zukunft

Seit 65 Jahren besteht der Zimmerei-Holzbaubetrieb in Sallneck, beschäftigt 16 Mitarbeiter und wird als Familienbetrieb in dritter Generation geführt. „Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, ist es unabdingbar, eine neue Lagerhalle zur Bevorratung von Material für den laufenden Betrieb östlich des bestehenden Firmenareals zu errichten“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Hierzu liegt bereits ein hochbauliches Konzept vor.

Das Grundstück ist über die Sallnecker Dorfstraße an das öffentliche Verkehrsnetz der Gemeinde Kleines Wiesental angebunden, so dass keine weiteren Erschließungsmaßnahmen erforderlich sind.

Areal firmiert aktuell als Landwirtschaftsfläche

Der Gemeinderat hatte über einen Bebauungsplan im zweistufigen Verfahren mit Umweltprüfung zuzustimmen. Im rechtsgültigen Flächennutzungsplan der Gemeinde Kleines Wiesental ist das Areal als landwirtschaftliche Fläche dargestellt, was eine Veränderung erfordert. Die Änderung erfolgt zeitgleich mit der Aufstellung des Bebauungsplanes im sogenannten Parallelverfahren. Die Gemeinderäte taten sich leicht mit dieser Entscheidung: sie fiel einstimmig zugunsten des Aufstellungsbeschlusses als erster Schritt eines langwierigen bürokratischen Prozesses.

Gewerbebetrieb will vor Ort erweitern

Eine weitere konkrete Bauanfrage eines Gewerbetreibenden lag im Sallnecker Gewann Bühl vor. Der seit dem Jahr 2000 im Ortsteil ansässige Betrieb hat sich auf die Konstruktion von Spritzgießformen spezialisiert. Der Betrieb ist nun an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen und will deshalb am Standort erweitern. Ein neues Betriebsgebäude ist auf der gegenüberliegenden Seite des jetzigen Wohn- und Betriebsgebäudes möglich, welches sich im Eigentum des Gewerbetreibenden befindet. Hierzu liegt bereits ein erstes hochbauliches Konzept vor.

Das Grundstück ist über die Ebiger Straße an das öffentliche Verkehrsnetz der Gemeinde Kleines Wiesental angebunden, so dass keine weitere Erschließungsmaßnahmen erforderlich sind.

Herausforderungen durch Hanglage

Da sich das Vorhaben im Außenbereich befindet, wird ebenfalls ein Bebauungsplan im zweistufigen Verfahren mit Umweltprüfung erforderlich, informierte Planer Schill. Auch an dieser Örtlichkeit sei die Topographie herausfordernd, um eine Lagerhalle plus Verwaltung unterzubringen. Das Projekt lasse sich aber durch ein Sockelgeschoss gut an der Hanglage unterbringen.

Eine Wiese müsse zwar ökologisch ausgeglichen werden, sei aber nicht so sensibel wie im ersten Fall zu wichten. Der Ortschaftsrat hatte nichts gegen das Vorhaben einzuwenden. Dem schloss sich der Gemeinderat durch eine einstimmige Entscheidung an.

Etwas anders gelagert ist ein dritter Sallnecker Bauantrag eines Landmaschinenhandels mit Werkstatt am Buchenacker. Hier bestehen nämlich die Gebäude bereits und sollen nachträglich legalisiert werden.

Landmaschinen und Werkstatt

„Der familienbetriebene Landmaschinenhandel mit Werkstatt im Bereich Buchenacker hat sich im Zusammenhang mit dem bestehenden Wohnhaus entwickelt und soll nun an diesem Standort in Form eines Bebauungsplanes planungsrechtlich gesichert werden“, hieß es in der Vorlage.

Miteinbezogen in den Geltungsbereich wird das benachbarte, ebenfalls im Familienbesitz befindliche Grundstück, welches bereits mit einem Wohnhaus bebaut ist, so dass von einem Mischgebiet gesprochen werden kann. Der Gemeinderat beschloss auch in diesem Fall einstimmig, das Verfahren zum Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplans zu eröffnen.