Tourismus im Wiesental
: Tourismusbetriebe sollen moderner werden

„Tourismus im Wiesental: Entwicklungstendenzen, Chancen und Risiken“ war Thema einer Podiumsdiskussion zu der FDP-Kreisverband Lörrach und der Ortsverein Wiesental eingeladen hatten.
Von
red/pm
Utzenfeld
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Es diskutierten die Tourismusprofis Patrick Schreib (v. l.), Silke Boch-Textor, Valentin Weislämle (Moderator), Nikolai Reith und Felix Düster.

zVg/Richard Zahoransky/FDP Wiesental

Die Veranstaltung in der Gemeindehalle Utzenfeld war gut besucht, wobei die Wirte des Wiesentals den größten Publikumsanteil hatten. heißt es in einem Nachbericht. Moderiert von Professor Valentin Weislämle, Studiengangleiter BWL-Tourismus an der DHBW Lörrach diskutierten Patrick Schreib (Geschäftsführer Hochschwarzwald Tourismus Gesellschaft), Silke Boch-Textor (Wirtin Hotel Engel Todtnauberg). Felix Düster (Rührberger Hof, Dehoga-Vorstandsmitglied und FDP-Landtagskandidat) sowie der Landtagsabgeordnete Nikolai Reith (Tourismusexperte der FDP Landtagsfraktion).

In seinen einleitenden Worten betonte Professor Weislämle die Bedeutung des Tourismus, der im Wiesental und den Nebentälern ein attraktives Leben mit guter Infrastruktur erlaubt. Danach thematisierte er die wichtigsten Aspekte und Herausforderungen des regionalen Tourismus.

Klimawandel, Investitionsstau und Bürokratie

Zuerst wird in Zukunft der Klimawandel die Branche beeinflussen, speziell in den Wintermonaten. Weiter erwähnte er den Investitionsstau, der in unserer Region bei den privaten Hotels, Gasthäusern und Ferienwohnungen zu konstatieren ist – vieles ist im nationalen beziehungsweise internationalen Vergleich nicht mehr „State of the art“. Grund dieses Investitionsrückstands sind nicht zuletzt fehlende kommunale Mittel zum Erhalt oder für neue touristische Infrastrukturen.

Als große Herausforderungen sieht er die Digitalisierung, wobei KI schon für Touristinformationen eingesetzt wird und teils in größeren Hotels. Ebenso sieht er den zukünftigen Einsatz von Service-Robotern als notwendig an, um dem Personalmangel zu begegnen und um gleichzeitig die Kosten zu bremsen. Abschließend sieht Weislämle die überbordende Bürokratie als Hemmschuh an: Arbeitszeitregelungen, besondere Regulierungen bei Veranstaltungen, Brandschutz oder Sicherheitskonzepte.

Die einzelnen Podiumsmitglieder bestätigten und ergänzten die erwähnten Problemkreise. Silke Boch-Textor erläuterte, wie ihr Hotel Engel in den vergangenen Jahren große Investitionen tätigten, um ihr jetzt erfolgreiches Familien-Hotel-Konzept mit Wellness und Event-Angeboten zu etablieren.

Felix Düster vom Rührberger Hof äußerte seine Kritik an der überbordenden Bürokratie, wobei er nicht abschätzen kann, ob sein Hotelbetrieb die vielen Vorschriften richtig umsetzen kann – er fühlt sich zunehmend mit einem Bein im Gefängnis. Die anwesenden Hoteliers sehen ebenfalls bei vielen Betrieben der Region den Investitionsstau, einmal durch die Bürokratie hervorgerufen und zum anderen durch fehlende Nachfolge.

Künstliche Intelligenz und Service-Roboter

HTG-Geschäftsführer Patrick Schreib findet die Automatisierung mittels KI und Robotik positiv, weist jedoch darauf hin, dass der persönliche Kontakt zu den Gästen nicht verloren gehen darf. Die Gäste möchten persönlich willkommen geheißen werden. Die Robotik kann allerdings dazu führen, dass das Wirtspersonal mehr Zeit für den Gast hat.

Das Ehepaar Boch hat in diesem Zusammenhang ihr Restaurant Engel konsequent auf Selbstbedienung umgestellt. Die Gäste holen sich Ihre Speisen und auch die Getränke zu einem Festpreis. Das erspart Ihnen das Servicepersonal und insbesondere die männlichen Gäste freuen sich über die ihnen zur Verfügung stehende Bierzapfanlage.

Der Zuhörer Matthias Kessler als passionierter Mountainbiker bemängelt das bescheidene Angebot dieser Sportart im Schwarzwald, die ihn in die Schweiz und zum Beispiel in die Pfalz zwingt – es sind speziell die Verbote auf Waldwegen, die schmaler als zwei Meter sind.

HTG-Geschäftsführer Patrick Schreib gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass in Kürze 1000 Kilometer Basisradwege im Schwarzwald ausgewiesen werden, zusammen mit einem Masterplan der Mountainbike-Strecken.