Sternenkinderfeld in Schönau
: Ein Ort für Kinder, die viel zu früh gegangen sind

Ein Gräberfeld für Sternenkinder wurde nun in Schönau eingeweiht. Eltern von Kindern, die vor, während oder bald nach der Geburt gestorben sind, finden hier einen Ort zum Trauern.
Von
Verena Wehrle
Schönau
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Sie weihten das neue Sternenkinderfeld auf dem Schönauer Friedhof ein (von links): Pfarrer Martin Rathgeber und Pfarrer Helmut Löffler mit Manfred Knobel, Dirk Pfeffer, Susanne Broghammer (Bürgermeisterin Böllen) und Bestatter Benedict Mattes.

Verena Wehrle

„Es ist ein Ort der lange gefehlt hat, ein Ort der Stille, der Würde, der Erinnerung“, sagte GVV-Hauptamtsleiter Dirk Pfeffer bei der Einweihung des Sternenkinderfeldes am sonnigen Donnerstagmorgen auf dem Schönauer Friedhof. Ihm selbst sei damals die Idee gekommen, die er bereits in seiner Dienstzeit beim Standesamt hatte – eine Herzensangelegenheit.

Raum für jenes, was nicht greifbar ist

„Es darf keinen Unterschied machen, wenn es um Würde geht, auch nicht bei den Kleinsten“, so Pfeffer. Mit dem neuen Sternenkinderfeld wollte der GVV Schönau einen Raum schaffen, für jenes „was nicht greifbar ist“. Es soll den betroffenen Familien Trost spenden, ihnen einen Ort geben, an dem ihre Kinder einen wichtigen Platz „in unserer Mitte“ erhalten, sagte Pfeffer weiter.

Der stellvertretende GVV-Vorsitzende Manfred Knobel vertrat Bürgermeister Peter Schelshorn und nannte das neue Gräberfeld „eine notwendige Bereicherung für den Friedhof“.

Für alle Sternenkinder

Sternenkinder sind Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Das Projekt des neuen Gräberfelds wurde von Irina Mutter vom Schönauer Standesamt vorangetrieben. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert sie, dass in Deutschland nur für Föten ab 500 Gramm und ab der 24. Schwangerschaftswoche eine Bestattungspflicht gelte. Alle jüngeren seien bisher im Familiengrab bestattet worden. Mit dem Sternenkinderfeld gebe es nun auch für jene Kinder eine Möglichkeit der Bestattung in einem eigenen Grab, unabhängig von Alter und Gewicht, wofür die Familien einmal 60 Euro zahlen. Die Schwangerschaftswoche spiele dabei keine Rolle.

Pfarrer Helmut Löffler segnet das Sternenkindergrab.

Foto: Verena Wehrle

Auf einem kleinen Grabstein werde dann der Name des Kindes angebracht – mit Geburtsdatum, das in der Regel auch das Sterbedatum ist. Gedenk-Gegenstände könnten die Familien ebenfalls ablegen. Die Möglichkeit sei jedoch nur Familien aus dem GVV Schönau vorenthalten. Sternenkinderfelder seien noch eine Seltenheit in der Region. Im Oberen Wiesental etwa gibt es kein weiteres solches Feld, das nächste im Landkreis gibt es auf dem Friedhof Schopfheim.

Einen Regenbogen als Brücke

„Das kommt öfter vor als uns bewusst ist“, sagte Pfarrer Helmut Löffler, der die Grabstätte und alle, die dort um ihre verstorbenen Kinder trauern, gemeinsam mit Pfarrer Martin Rathgeber segnete.

Der Grabstein auf dem neuen Sternenkinderfeld.

Foto: Verena Wehrle

Das Blumenbeet ist in Sternform angelegt, über dem Grabstein ragt ein bunter Regenbogen. „Einen Regenbogen wünsch ich mir, eine magische Brücke zu dir. Auf der kann ich gehen, bis wir uns endlich wieder sehen“, steht auf dem Grabstein geschrieben.