Nach Brand in Schönau
: 20 Stunden-Einsatz der Feuerwehr und riesige Welle der Hilfsbereitschaft

Nach dem Brand der Sonnenvilla in Schönau ist die Solidarität für die betroffenen Familien riesengroß. Das Haus ist teilweise einsturzgefährdet. Die Einsatzkräfte waren noch bis zum nächsten Vormittag im Einsatz.
Von
Verena Wehrle
Schönau im Schwarzwald
Jetzt in der App anhören
Nach dem Brand in Schönau erfahren die betroffenen Bewohner viel Hilfsbereitschaft.

Nach dem Brand in Schönau erfahren die betroffenen Bewohner viel Hilfsbereitschaft.

Verena Wehrle
  • In Schönau brannte die historische Sonnenvilla – das Gebäude ist teils einsturzgefährdet.
  • Über 140 Kräfte waren im Einsatz, die Feuerwehr arbeitete rund 20 Stunden bis Samstagvormittag.
  • Löschwasser kam aus Tanks, Hydranten und drei Leitungen aus der Wiese, Wasserknappheit bestand nicht.
  • Sechs Bewohner verloren ihr Zuhause; eine Familie, zwei Alleinstehende sind privat untergebracht.
  • Riesige Hilfsbereitschaft: Kleiderspenden, GoFundMe, Hilfskonto geplant, Unterstützung aus Villersexel.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war kein gewöhnlicher Einsatz bei Hitze, Trockenheit und schwieriger Wasserversorgung – der Brand der Sonnenvilla in Schönau am Freitagnachmittag (wir berichteten). In der Spitze waren über 140 Einsatzkräfte vor Ort, wie der Schönauer Bürgermeister und Feuerwehrmann Peter Schelshorn im Gespräch mit unserer Redaktion im Nachgang berichtet. Insgesamt dauerte der Großeinsatz der Feuerwehr 20 Stunden, erst Samstagvormittag konnte die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden.

Was bleibt: starke Solidarität

Das historische Gebäude ist teilweise einsturzgefährdet, das Betreten ist verboten. Sechs Bewohner, darunter eine Familie mit zwei Söhnen sowie zwei alleinstehende Personen, haben ihr Zuhause verloren. Was bleibt: Eine sehr starke Solidarität, die sich gleich am Brandtag zeigte und in Spenden und Unterstützung jeglicher Art zum Ausdruck gebracht wird – auch über die Landesgrenze hinaus.

Die historische Sonnenvilla ist nach dem Brand einsturzgefährdet – Betreten verboten.

Die historische Sonnenvilla ist nach dem Brand einsturzgefährdet – Betreten verboten.

Verena Wehrle

Der lange Einsatz

20 Stunden waren die Feuerwehrleute insgesamt im Einsatz und lösten sich immer wieder ab. Auch in der Nacht hätten noch Wände und Böden, bei denen die Wärmebildkameras jenseits von 100 Grad angezeigt hatten, geöffnet werden müssen, so Schelshorn. Er selbst war zwischenzeitlich Einsatzleiter, denn auch diese wechselten sich ab.

Brandursache nicht bekannt

Der Brand habe nicht – wie zuerst berichtet – auf der PV-Anlage begonnen. Der Brand schlug lediglich im Bereich der PV-Anlage aus dem Dach. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt, die Ermittler werden auf Spurensuche gehen.

Lagebesprechung beim Einsatz.

Lagebesprechung beim Einsatz.

Verena Wehrle

Die Wasserversorgung

Die Einsatzkräfte waren bei hochsommerlichen Temperaturen und der höchsten Waldbrandgefahrenstufe unter äußerst schwierigen Bedingungen im Einsatz, wie Peter Schelshorn in einem Dankesschreiben informiert. Eine besondere Herausforderung sei die Löschwasserversorgung gewesen, zunächst über Wassertanks, dann über das Hydrantennetz und dann über drei Leitungen aus der Wiese. Dafür hätten über mehrere Kilometer Schlauchleitungen verlegt werden müssen und erhebliche Höhenunterschiede überwunden werden müssen, so Schelshorn. Dazu kamen mehrere Tragkraftspritzen und Fahrzeugpumpen zum Einsatz. Schelshorn betont: „Die Wasserversorgung konnte jederzeit sichergestellt werden, zu keinem Zeitpunkt bestand Wasserknappheit.“

Über mehrere Kilometer wurden die Schläuche bis zur Wiese gelegt.

Über mehrere Kilometer wurden die Schläuche bis zur Wiese gelegt.

Verena Wehrle

Die Waldbrandgefahr

Eine zusätzliche Gefahr: möglicher Funkenflug. Durch herabstürzende Trümmerteile sei es zu einem kleinen Vegetationsbrand gekommen, der schnell gelöscht wurde, so Schelshorn.

Hilfsbereitschaft ist riesengroß

Schelshorn spricht sein Mitgefühl für die sechs Bewohner aus, die durch den Brand ihr Zuhause verloren haben. Sie sind derzeit privat untergebracht. Bereits am Freitagabend ploppten in einer WhatsApp-Gruppe des Wiesentals erste Hilfsangebote für die Betroffenen auf, am Samstag äußerte sich dann auch der betroffene Familienvater und erklärte, dass sie vor allem Kleidung benötigten sowie eine dauerhafte Bleibe. Am Samstagabend öffnete die Kleiderkammer in Schönau spontan, um dort Spenden entgegenzunehmen. Auch das Familienzentrum bot Koordinationshilfe an.

Im Rathaus können ebenfalls Sachspenden abgegeben werden. Aber: „Wir bitten darum, Sachspenden nicht unaufgefordert abzugeben, sondern zunächst die Koordination und den konkreten Bedarf abzuwarten“, so Schelshorn. Auch schon am Samstag hat Elke Griesbaum einen privaten GoFundMe‑Spendenaufruf gestartet, mit dem bis Sonntagmittag bereits über 4500 Euro gesammelt wurden. Der FC Schönau rief ebenfalls zu einer Kleider-Sammelaktion auf, da ihr Jugendspieler zur betroffenen Familie gehört.

Hilfskonto der Stadt – Unterstützung aus der Partnerstadt

Die Stadt Schönau wird in den nächsten Tagen ein Hilfskonto für alle Betroffenen einrichten, weitere Informationen dazu folgen. „Vielen Dank für die große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen im gesamten Wiesental“, so Schelshorn. Doch die Welle der Hilfsbereitschaft reicht weit über das Wiesental hinaus: Am Wochenende hatte sich auch schon die Bürgermeisterin von Schönaus Partnerstadt Villersexel gemeldet und ihre finanzielle Unterstützung angeboten. Auch könnten die Betroffenen zur Erholung in die Partnerstadt kommen.

Neben den Wohnungen sind eine Physiotherapiepraxis sowie ein erst kürzlich eingerichtetes Steuerbüro vom Brand betroffen.