Kleines Wiesental
: Ältere Tannen leiden unter Trockenheit

Fast 9000 Festmeter Holz sollen im Kleinwiesentäler Forst im kommenden Jahr geerntet werden. Zudem soll der Wald dem Wasserrückhalt dienen.
Von
Christoph Schennen
Kleines Wiesental
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Im Revier Neuenweg werden jährlich durchschnittlich 8994 Festmeter Holz eingeschlagen

Christoph Schennen

Die Forstjahre 2024 und 2025 hat Christian Suchomel, Sachgebietsleiter Forstbezirk Todtnau, in der Sitzung des Gemeinderats Hausen Revue passieren lassen. Zudem hat er einen einen Ausblick auf das Jahr 2026 gegeben. Im Forstrevier Neuenweg wurde 2024 mit 6035 Festmetern (fm) weniger Holz eingeschlagen als geplant (7010). „Wir haben uns im Sommer etwas zurückgehalten mit dem Einschlag in Erwartung dass noch Käferholz kommt. Das haben wir dann bis Ende des Jahres nicht mehr aufholen können.“

Viel Schadholz

Dennoch erwirtschaftete der Forstbetrieb mit 108 868 Euro ein Ergebnis, das über dem Plan von 103 595 Euro liegt. In den Jahren 2018 bis 2020 gab es laut Suchomel ein hohes Schadholzaufkommen, 2021 dann weniger Schadholz, 2023 dann wieder mehr Schadholz, ehe 2024 wieder das Schadholz-Niveau von vor 2018 vorlag. Auch in diesem Jahr gibt es wieder mehr Käferholz, vor allem wegen älterer Tannen, die die Trockenheit nicht vertrügen und sterben.

Höhere Holzernte

Dieses Jahr sollen 7300 fm eingeschlagen werden, bisher wurden 6032 gefällt. Prognostiziert wird ein Ergebnis von 136 000 Euro. Auf einer Fläche von 18 Hektar (ha) wurde Jungbestandspflege und auf 7,3 ha Schlagpflege betrieben. Geästet wurden 741 Bäume, hauptsächlich Douglasien, aber auch Tannen. Gepflanzt hat der Forst 250 Bäume:Lärchen, Esskastanien, Douglasien und Spitzahorne. Auf 0,3 ha wurde Kulturpflege betrieben. Rüdiger Motzke, Revierleiter Neuenweg, wies auf eine größere Schadfläche in Elbenschwand hin, die sich von allein nicht entwickelt habe und die vergrast war. Auf ihr wurden daher Bäume gepflanzt. „Da mussten wir was machen“, so Motzke.

Ausblick aufs Jahr 2026

Die Holzernte werde im kommenden Jahr wegen der stabilen Holzpreise voraussichtlich noch einmal höher liegen als in diesem Jahr. Geplant ist ein Holzeinschlag von 8990 fm. Auf 16,2 ha soll Jungbestandspflege und auf 20 ha Schlagpflege betrieben werden. 615 Bäume sollen geästet, 1100 Bäume gepflanzt werden. Kulturpflege ist auf 0,3 ha geplant. Die Forstleute erwarten durch den Verkauf von Nutzholz, Brennholz und Nebenerzeugnissen, durch Jagdpacht für Eigenjagd und durch Zuweisungen vom Land Einnahmen von 735 565 Euro und Ausgaben von 558 500 Euro, also einen Überschuss von 177 065 Euro.

Daniel Holzer, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Todtnau, zählte auf, an wen und zu welchem Preis das Holz verkauft wurde.

Werner Schwald sagte, es sei zu wenig in die Waldwege investiert worden. Suchomel bestätigte ihm, dass die Wege in einem nicht so guten Zustand seien. Rüdiger Motzke entgegnete Schwald, dass mit 50 000 Euro drei Hauptwege sanieren würden. „Wir wollen uns mit 50 000 Euro durchs Tal arbeiten. Es geht um den Erhalt der Infrastruktur“, so Motzke. Für die Unterhaltung der Waldwege sollen im kommenden Jahr 47 000 Euro ausgegeben werden.

Projekt Wasserrückhalt

Rüdiger Motzke berichtete über ein wissenschaftliches Projekt zum Thema „Wasserrückhalt im Wald“. Forstexperten wollen Mitte November die hiesigen Forstleute besuchen, um ihnen die möglichen Projekte vorzustellen. Danach entschieden sie, ob für das Projekt Fördermittel gewährt werden oder nicht, ob es teilweise realisiert werde oder ob das Projekt noch angepasst werden müsse. Es geht zum Beispiel um das Anlegen von Sickergruben.

Ziel des Projektes ist es laut Suchomel, dass das Wasser im Wald bleibt. Bürgermeister Stefan Niefenthaler zeigte sich in der Gemeinderatssitzung zufrieden mit der Arbeit des Forstteams: „Ihr erfüllt den Forstplan, und es ist große Klasse, was ihr macht.“