Gewerbeakademie Schopfheim
: IG stellt Lernortkooperation in Frage

Nach der angekündigten Schließung der Gewerbeakademie Schopfheim durch die Handwerkskammer Freiburg meldet sich die Interessengemeinschaft Erhalt/Reaktivierung der Gewerbeakademie Schopfheim zu Wort. Sie fordern mehr Transparenz und Innovationskraft seitens der Kammer.
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red/pm
Schopfheim
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Bislang findet in der Gewerbeakademie die überbetriebliche Aubildung für das Handwerk statt. Die Handwerkskammer will die Einrichtung jedoch schließen.

Bislang findet in der Gewerbeakademie die überbetriebliche Aubildung für das Handwerk statt. Die Handwerkskammer will die Einrichtung jedoch schließen.

Anja Bertsch
  • IG kritisiert die geplante Schließung der Gewerbeakademie Schopfheim und fordert Transparenz.
  • Konkrete Daten zur Entscheidungsbasis der Handwerkskammer Freiburg fehlen laut IG.
  • Geplante Lernortkooperation mit drei Gewerbeschulen stößt auf Skepsis – fehlende Synergien befürchtet.
  • Unklar ist die Dauer der Kooperation und die Gewichtung der HWK-Kurse an den Schulen.
  • IG verlangt Klarheit zu Weiterbildungsstrategie, Renovierungskosten und Zukunft der Immobilie.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Handwerksbetriebe halten fest am Bildungsauftrag der Handwerkskammer Freiburg und fordern mehr Transparenz und Innovationskraft, heißt es in der Pressemitteilung der IG. Die Bekanntmachung der Handwerkskammer Freiburg zur Schließung der Gewerbeakademie Schopfheim haben die lokalen Handwerksbetriebe entgegengenommen, vermissen allerdings konkrete Daten und Fakten zur Begründetheit der Entscheidungsbasis. Solange die Handwerkskammer Freiburg diesbezüglich nicht wie angekündigt, transparente und stichhaltige Informationen mitteilt und die Ablehnung des Auslastungskonzeptes der IG  begründen kann, verfolgen die IG-Vertreter und deren unterstützende Betriebe, Rathäuser und Abgeordnete die geplante Lernortkooperation der Handwerkskammer mit dem Landkreis Lörrach an den drei bestehenden Gewerbeschulen sehr aufmerksam und skeptisch.

Die angekündigte wohnortnahe Lernortkooperation ist kein neues Instrument, sondern vielmehr eine Umlegung eines bestehenden Systems von einem zentralen Standort auf mehrere Standorte. Statt eines Mehrwertes wie von der HWK angekündigt, müssen viele Gewerke nun aufgrund fehlender Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen Gewerken von Minderwerten ausgehen. Durch die Zerstreuung auf mehrere Standorte wird es zukünftig am Austausch zwischen den baulichen Gewerken (Bau, Schreiner, Zimmerer, Betonbauer, Elektriker, Kfz-Mechatroniker etc.) mangeln.

Fraglich bleibt auch die Nachhaltigkeit der nunmehr geplanten Lernortkooperation an sich. Bislang liegen keinerlei Informationen vor, für welche Dauer diese Kooperation ausgerichtet ist und welche Gewichtung die Kurse der HWK an den Gewerbeschulen einnehmen werden. Als Träger der Gewerbeschulen wird der Landkreis Lörrach keine paritätische Gewichtung vornehmen, sondern stets die eigenen Interessen stärker platzieren als die von potenziellen Mietern. Die Vertreter der IG sehen darin für die Handwerksbetriebe und den Ablauf der überbetrieblichen Ausbildung erhöhtes Konfliktpotenzial.

Nach wie vor vermisst die IG eine Stellungnahme der HWK zur Strategie bezüglich des Weiterbildungsauftrages. Bislang hat die Gewerbeakademie räumliche Kapazitäten für beide Bildungswege abgedeckt. Die Antwort zur Zukunft der Immobilie Gewerbeakademie Schopfheim ist die Handwerkskammer Freiburg bis heute der breiten Öffentlichkeit und insbesondere den Handwerksbetrieben schuldig geblieben. Nach eigenem Bekunden fachkundiger Handwerksmeister ist eine Fortführung mit einem überschaubaren regelmäßigen Instandhaltungskonzept für zehn Jahre und länger sehr wohl leistbar, für einen insgesamt einstelligen Millionenbetrag. Diesbezüglich vermissen die IG-Vertreter ebenfalls eine Offenlegung der Kalkulation des Renovierungsbedarfs.

Zusammenfassend entspricht die geplante Lernortkooperation keinem zeitgemäßen, innovativen methodischen Ansatz und die versprochene Verbesserung der Kommunikation seitens der Handwerkskammer findet weiterhin nicht statt, gleichwohl nach der Bekanntmachung der HWK zur Schließung eine Einladung zu einem Gespräch für den 2. September erging. Außer der Lernortkooperation mit dem Landkreis Lörrach sind nach Kenntnisstand einiger IG-Vertreter keine weiteren Bildungskooperationen geprüft oder angefragt worden, obwohl dazu die IG Erhalt/Reaktivierung GA Schopfheim bereits im Februar umfangreiche konkrete Vorschläge unterbreitet und vorab abgefragt hatte. Mit dieser zeitlichen Reihenfolge und der immer noch intransparenten Entscheidungsbasis fühlen sich die lokalen Handwerksbetriebe nicht vollumfänglich eingebunden und den Aus- und Weiterbildungsauftrag der HWK nicht ausreichend berücksichtigt.