Ehrung für einen Schönauer: Karl Kiefer verzichtet fürs Blutspenden auch aufs Wandern

Einer, der gerne hilft: Für 150 Mal Blutspenden wird am Samstag Karl Kiefer aus Schönau geehrt.
Verena Wehrle- Karl Kiefer aus Schönau wird am Samstag für 150 Blutspenden in Stuttgart geehrt.
- Er spendet seit seinem 18. Lebensjahr regelmäßig und motiviert Familie und Kollegen.
- Kiefer hat Blutgruppe 0+, die laut DRK-Blutgruppenbarometer besonders gefragt ist.
- Er nimmt Neulingen die Angst: gute ärztliche Betreuung, kurze Ruhezeiten, Anmeldung seit Corona.
- Ein Klassentreffen seiner Frau in Stuttgart – er verbindet beides zu einem gemeinsamen Wochenende.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Blutspenden sind unverzichtbar. Blut wird täglich benötigt und anders als viele Medikamente können Blutpräparate nicht künstlich hergestellt werden und sind nur begrenzt haltbar. Deshalb ist eine kontinuierliche Spendenbereitschaft so wichtig – darauf macht der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen immer wieder aufmerksam.
Einer, der tatsächlich mit einer solch kontinuierlichen Spendenbereitschaft herausragt, ist Karl Kiefer aus Schönau. Denn er geht, seitdem er 18 Jahre alt ist, regelmäßig zum Blutspenden und wird am Samstag für 150 Blutspenden geehrt. Für ihn: „Keine große Sache“. Für denjenigen, der sein Blut erhält, könnte das jedoch das Leben gerettet haben.
Mittwochswanderungen fallen für Blutspende aus
„Ich war im Juli 18 Jahre alt geworden und im September ging ich dann zu meiner ersten Spende“, erinnert sich der mittlerweile 71-Jährige Karl Kiefer im Gespräch mit unserer Redaktion. Vor einigen Jahren habe man nur zweimal im Jahr spenden dürfen, mittlerweile dürfe man fünfmal im Jahr. Doch der Abstand zwischen zwei Terminen müsse mindestens 56 Tage betreffen. So konnte er auch nicht spenden, als der Schönauer Termin schon 54 Tage nach dem Todtnauer war, erzählt er schmunzelnd. Und wenn die Spende auf einen Mittwoch fällt, verzichtet Kiefer dafür auch auf die Tour mit den Mittwochswanderern.
Familie und Arbeitskollegen animiert
Und warum macht er das? „Weil ich es einfach eine gute Sache finde, und ich bin doch auch froh, wenn mir geholfen wird.“ Kiefer geht nicht mehr alleine zu den Terminen, denn mittlerweile habe er auch seinen Patensohn und dessen Frau sowie einen Arbeitskollegen „angesteckt“. „Man muss ja Werbung machen für Dinge, zu denen man steht“, sagt Kiefer, der auch im Belchenlandchor für die Mitgliederwerbung zuständig ist und deshalb schon weiß, wie's geht.
Zum Irrglauben, dass nur seltene Blutgruppen gebraucht werden, stellt er klar. Er selbst habe Blutgruppe 0+ „Sie wird am meisten gebraucht, weil sie ja auch die meisten Menschen haben“, sagt Kiefer. Diese Einschätzung bestätigt auch das Blutgruppenbarometer des Blutspendediensts, wo 0+ als kritisch dargestellt wird. Hier werden die Vorräte also langsam eng.
Er nimmt Neulingen die Angst
Und was sagt er zu Menschen, die Angst vor der Blutspende haben? „Das ist gar nicht schlimm, wenn man gut gestupft wird.“ Seine Adern sieht man fast nicht, und auch wenn es schon so manche Stiche daneben gab, bleibt er dabei: „Die ärztliche Versorgung ist wirklich immer super.“ Ärztinnen würden das Blut abnehmen. Ein Blutspender müsse zuerst einen Bogen ausfüllen und bekäme dann alles von einem Arzt erklärt. „Mir aber erklärt man nichts mehr“, sagt er schmunzelnd. Nach der Spende von einem halben Liter müsse man fünf Minuten liegen und fünf Minuten sitzen. Und es gäbe immer Essen und manchmal auch besondere Aktionen. Einmal habe er etwa eine Armbanduhr bekommen. Und: „Das Blut wird nirgends besser untersucht als beim DRK“, sagt Kiefer. Denn bei einer Blutspende würden immer mehrere Proben genommen. Seit Corona muss man sich für die Termine anmelden, was für weniger Wartezeiten sorgt und viel besser sei.
Für ihn selbst seien die Spenden darüber hinaus auch gesundheitsförderlich – denn wegen seines hohen Blutdrucks hätte er sonst häufig Nasenbluten. „Das habe ich nicht, wenn ich viel spende.“
Klassentreffen rettet Ehrung
Am Samstag wird er vom DRK-Blutspendedienst von Petra Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit, für 150 Blutspenden geehrt – zusammen mit rund 150 weiteren Rekordblutspendern aus dem ganzen Land und einem ganztägigen Programm. Als „stille Helden des Alltags“ bezeichnet das DRK die Spender, die 125 bis sogar 250 Mal gespendet haben. „Ich wäre wahrscheinlich gar nicht hingegangen“, sagt Kiefer voller Bescheidenheit. „Das ist doch völlig normal“, sagt er zu seinem Engagement. Aber drei Tage nach dem Brief des DRK kam – wie der Zufall so will – die Einladung für das Klassentreffen seiner Frau, ebenfalls in Stuttgart, ebenfalls am gleichen Tag. So macht sich das Ehepaar nun ein schönes Wochenende in der Landeshauptstadt. Und irgendwie ist dem bescheidenen Lebensretter doch auch Vorfreude anzumerken.
Weitere Informationen zur Blutspende
Informationen zu Voraussetzungen, zur ersten Spende und zum Ablauf, Tipps gegen Angst, sowie die nächsten Termine mit Buchungsmöglichkeit findet man im Internet unter www.blutspende.de.

