Bürgermeisterwahl in Schopfheim
: Kuri will THW stärker in die Schopfheimer Krisenvorsorge einbinden

Bürgermeisterwahl: Der Schopfheimer Bürgermeisterkandidat Thomas Kuri wirbt für regelmäßigen Austausch, gemeinsame Übungen und einen kommunalen Vorsorgeplan.
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red/pm
Schopfheim
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Thomas Kuri durfte bei seinem Besuch beim THW-Ortsverband auch selbst Hand anlegen.

Thomas Kuri durfte bei seinem Besuch beim THW-Ortsverband auch selbst Hand anlegen.

zVg/Kuri
  • Kuri will das THW stärker in die Krisenvorsorge Schopfheims einbinden.
  • Er fordert feste Ansprechpartner, regelmäßige Gespräche und gemeinsame Übungen.
  • Schwerpunkt Notstrom: kommunale Notstrom-Matrix, Prioritäten und Einspeisemöglichkeiten prüfen.
  • Direkter Draht ins Rathaus soll Ehrenamt und Förderfragen erleichtern – ohne Bundesaufgaben zu ersetzen.
  • THW Schopfheim: 84 Mitglieder, 57 einsatzbefähigt, 22 Einsätze und über 16.000 Dienststunden 2024.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie kann Schopfheim die vorhandenen Kompetenzen des Technischen Hilfswerks noch besser für die kommunale Krisenvorsorge nutzen? Darüber sprach Bürgermeisterkandidat Thomas Kuri am Montagabend, 21. September, bei einem Besuch des THW-Ortsverbands Schopfheim. Im Austausch mit den Zugführern Markus Stibi und Steffen Puls sowie dem Schopfheimer Ortsbeauftragten Sebastian Pfeifer ging es außerdem um die Unterstützung des Ehrenamts und die räumliche Situation des Ortsverbands.

Aus dem Gespräch nahm Kuri den Eindruck mit, dass es insbesondere bei der strategischen Krisenvorsorge noch Potenzial für eine engere und regelmäßigere Abstimmung zwischen dem THW und der Stadtverwaltung gibt. Bislang fehlt ein fest institutionalisierter Austausch über größere Schadenslagen, länger anhaltende Stromausfälle und die Einbindung der technischen Fähigkeiten des THW in kommunale Vorsorgekonzepte.

„Schopfheim verfügt über einen personell starken und technisch hervorragend aufgestellten THW-Ortsverband“, erklärte Kuri. „Diese Erfahrung sollten wir noch stärker in die kommunale Krisenvorsorge einbeziehen. Dabei geht es nicht um Kritik an einzelnen Beteiligten, sondern darum, gemeinsam vorhandene Stärken besser zu vernetzen.“

Ausdrücklich positiv hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit des THW mit der Feuerwehr Schopfheim und dem DRK‑Ortsverband Schopfheim. Diese funktioniere im Einsatz- und Übungsbetrieb sehr gut. So haben das THW und die Feuerwehr Schopfheim bereits gemeinsame Übungen durchgeführt. Ergänzend dazu wünscht sich Kuri eine dauerhafte strategische Abstimmung mit der Stadtverwaltung – mit festen Ansprechpartnern, regelmäßigen Gesprächen, gemeinsamen Übungen und einem abgestimmten Vorsorgeplan.

Notstromversorgung vorbereiten

Ein wichtiges Thema des Gesprächs war die Vorsorge für länger anhaltende Stromausfälle. Dazu sollte zunächst erfasst werden, welche kommunalen Gebäude im Krisenfall zwingend weiterbetrieben werden müssen und welche davon über geeignete externe Einspeisemöglichkeiten für mobile Notstromaggregate verfügen.

„Ein Notstromaggregat hilft nur, wenn das Gebäude technisch darauf vorbereitet ist, der tatsächliche Leistungsbedarf bekannt ist und auch Transport, Bedienung und Kraftstoffversorgung geregelt sind“, sagte Kuri. Er regt deshalb eine kommunale Notstrom-Matrix an. Darin könnten unter anderem Rathaus und Verwaltungsstab, Feuerwehrhäuser, Notfalltreffpunkte, Trink- und Abwasseranlagen, Betreuungsgebäude sowie weitere wichtige Einrichtungen erfasst und priorisiert werden.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist ebenfalls darauf hin, dass mobile Aggregate nur genutzt werden können, wenn geeignete Einspeisemöglichkeiten vorhanden und die technischen Voraussetzungen vorab geklärt sind.

Darüber hinaus sollten Stadtverwaltung, Feuerwehr, THW, Rettungsorganisationen und Stadtwerke regelmäßig gemeinsam für größere Schadenslagen üben. „Katastrophenschutz lebt von Vorbereitung und eingespielten Abläufen“, betonte Kuri. „Wenn Verantwortlichkeiten, Kommunikationswege und technische Möglichkeiten im Vorfeld geklärt sind, können im Ernstfall alle Beteiligten schneller und wirkungsvoller handeln.“

Direkter Draht ins Rathaus

Auch bei alltäglichen Anliegen könnte ein fester kommunaler Ansprechpartner die Arbeit des THW erleichtern. Viele Entscheidungen und Unterstützungsanfragen müssen den mitunter langwierigen Weg durch die zuständigen Bundesstellen nehmen. Ein direkter Draht ins Rathaus könnte helfen, Zuständigkeiten schneller zu klären, Fördermöglichkeiten zu prüfen und bei örtlichen Fragestellungen gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Als Beispiel wurde eine bereits errichtete Überdachung für Fahrradabstellplätze genannt, für die keine Förderung erreicht werden konnte. Auch zusätzliche Erweiterungs- und Abstellflächen für Fahrzeuge und technische Ausstattung beschäftigen den Ortsverband.

„Die Stadt kann und soll nicht die Aufgaben des Bundes übernehmen“, stellte Kuri klar. „Sie kann aber zuhören, beraten, bei der Suche nach Fördermöglichkeiten unterstützen und ihre Kompetenzen bei Grundstücks- und Planungsfragen einbringen. Wertschätzung für das Ehrenamt zeigt sich auch durch verlässliche Ansprechpartner und praktische Unterstützung.“

Kuri schlägt deshalb einen festen Ansprechpartner im Rathaus sowie mindestens ein jährliches Koordinierungsgespräch mit THW, Feuerwehr, Rettungsorganisationen und Stadtwerken vor. Als ersten Schritt sollte gemeinsam erfasst werden, welche Vorsorgestrukturen bereits vorhanden sind und an welchen Stellen eine bessere Vernetzung sinnvoll ist.

Technik selbst erlebt

Bei seinem Rundgang erhielt Kuri einen Einblick in Fahrzeuge, Ausrüstung und Einsatzmöglichkeiten des Ortsverbands. Dabei durfte er auch selbst Hand anlegen und mit einem hydraulischen Spreizer einen Übungscontainer anheben.

„Wenn man diese Technik selbst erlebt, wird deutlich, wie viel Ausbildung, Übung und Verantwortungsbewusstsein für ihren sicheren Einsatz notwendig sind“, sagte Kuri. „Entscheidend sind aber die Menschen, die dafür ihre Freizeit einsetzen und im Ernstfall für andere da sind. Dieses Engagement verdient großen Dank und gute Rahmenbedingungen.“

Der THW-Ortsverband Schopfheim zählte im Berichtsjahr 2024 insgesamt 84 Mitglieder, darunter 57 einsatzbefähigte Helferinnen und Helfer. Mit 22 Einsätzen und mehr als 16.000 geleisteten Dienststunden gehörte er zu den stärksten Ortsverbänden der Region.