Brunnenwanderung
: IG Wuhr will Schopfheimer Brunnenkultur aktiv pflegen

Einen faszinierenden Blick in eine Zeit, als fließendes Wasser keine Selbstverständlichkeit war, bot die erste Brunnenwanderung der IG Wuhr. Rund 20 Teilnehmer erkundeten die Geschichte der Schopfheimer Brunnen.
Von
red/pm
Schopfheim
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Am Brunnen vor der Max-Metzger-Schule startete der Brunnenspaziergang der IG Wuhr.

Am Brunnen vor der Max-Metzger-Schule startete der Brunnenspaziergang der IG Wuhr.

Werner F. Müller
  • IG Wuhr führte erste Brunnenwanderung in Schopfheim mit rund 20 Teilnehmenden durch.
  • Start am Brunnen vor der Max-Metzger-Schule, dann Stationen an Sparkasse und Wallgraben-Straße.
  • Höhepunkte waren das alte Gefängnis mit Anekdoten und der Ronneby-Brunnen als Kunstwerk.
  • Kritik betraf zugeschütteten Bifig-Kanal und gedrosselte bzw. stillgelegte Brunnen im Stadtgebiet.
  • Ideen zur Pflege: Brunnenpatenschaften, Brunnenfest und sportlicher Brunnenlauf – Wiederholung geplant.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Auftakt des von Marcus und Thomas Walter organisierten und geführten Spaziergangs war der Brunnen bei der Max-Metzger-Schule, berichtet die IG Wuhr im Nachgang zur Brunnenwanderung. Anhand historischer Fotos zeigten die Brüder, dass dieser über 30 Jahre lang an der Kreuzung vor dem ehemaligen Hotel Dreikönig (heute: Regio-Buchhandlung, Ecke Hebel-/Hauptstraße) stand. Vorbei am Altbau der Schule ging es zum modernen Brunnen an der Sparkasse – derzeit wegen der Großbaustelle am Kreisverkehr Hauptstraße/Adolf-Müller-Straße trocken. Die Archivbilder machten den Wandel des Stadtbildes deutlich: Dort stand einst das evangelische Pfarrhaus.

Highlights und Kritik

Ein Highlight war laut Pressemitteilung das alte Gefängnis in der Wallgraben-Straße von 1849. Rechtsanwalt Gerhard Doll, heute „Insasse“ des Gebäudes, erzählte Anekdoten über den historischen Bau. Kritisch bewerteten die Walter-Brüder den zugeschütteten Bifig-Kanal als Negativbeispiel: Statt Idylle ärgere dort ein ungepflegter Pflanzendschungel die Anwohner. Im Kontrast dazu der moderne Ronneby-Brunnen als Kunstwerk, das indes viel Pflege braucht.

Weiter ging es durchs „neue“ Stadttor in der Wallstraße, zur Michaelskirche und zum Brunnen am Spielplatz beim „Hans Sachs“. Das Areal war früher Ökonomiegebäude des Stadtschlosses der Herren von Rötteln – nur der Wehrturm ist heute erhalten. Der dortige Brunnen ist einer der wenigen aus Sandstein, gefertigt vom Fahrnauer Steinmetz Schwab – die meisten Schopfheimer Brunnen bestehen aus Solothurner Kalkstein. Sein Vorgänger steht heute auf dem Friedhof.

Der Brunnen am alten Viehmarkt war eine weiteres Station.

Der Brunnen am alten Viehmarkt war eine weiteres Station.

Werner F. Müller

Über Torstraße – vorbei am außer Betrieb befindlichen Brunnen mit der „Markgräflerin“ –, Entegaststraße und Kronenbrunnen führte der Weg zum Viehmarktplatz, weiter zum Brunnen in der Austraße und zum größten Schopfheimer Brunnen am Kreisel Haupt-/Himmelreichstraße. Um ihn gruppierten sich einst Adler, Goldener Löwe und Rössle, heute das Otto-Döbele-Museum, wussten die Brüder zu berichten.

Nächste Station: Der kleine Sternenbrunnen beim Kreisel Wehrer/Schwarzwaldstraße mit der Narrenfigur Sternengucker. Zum Abschluss ging es über Wehrer Straße und Bahnübergang zum imposanten Kriegerdenkmal für 1870/71 am Bahnübergang Hebelstraße/Café Irrlicht.

Ideen zur Pflege der Brunnenkultur

Im Teilnehmerkreis herrschte Einigkeit: Die wertvolle Brunnenkultur muss aktiv gepflegt werden, hält die IG im Nachgang zu ihrem Spaziergang fest. Als Negativbeispiele nannten die Organisatoren die stillgelegte Brunnenanlage vor der Stadthalle und die Drosselung sämtlicher Brunnen aus Spargründen: „Erbsenzählerei mit fatalen Auswirkungen auf das Stadtbild“, so das Urteil  der Akteure.

Die Ideen sprudelten: von Brunnenpatenschaften über ein Brunnenfest bis zu einem sportlichen Brunnenlauf. Die Brüder Walter versprachen, die Wanderung im kommenden Jahr zu wiederholen und die Anregungen in die Arbeit der IG Wuhr mitzunehmen – ganz nach dem Motto: „Wasser in die Stadt“.