Biosphärengebiet: Ein neuer Lehrpfad soll in Gresgen entstehen

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Schwarzwälder Bote„Gresgen liegt auf einem sanften Sattel zwischen dem Großen und dem Kleinen Wiesental – in einer Landschaft, die durch ihre Vielfalt und Schönheit gleichermaßen beeindruckt“, schreibt das Hofgut Leo in seiner Projektbeschreibung für einen neuen Lehrpfad rund um Gresgen.
Und tatsächlich: Das elfseitige Dokument unter dem Titel „Wertschätzung des Engagements für die Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft“ und vor allem die Idee dahinter hat das Biosphärengebiet so beeindruckt, dass der „Biosphärenpfad Landwirtschaft und Biotopsysteme rund ums Hörnle“ als eines der acht geförderten Projekte in der Förderrunde 2026 ausgewählt wurde. 40.426 Euro gibt es für das zweijährige Projekt.
Was mit dem Pfad sichtbar wird
Doch was genau plant das Hofgut Leo dort eigentlich? Mit dem Lehrpfad wolle man den Zusammenhang darstellen zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, Artenvielfalt und Landschaftspflege. Es solle sichtbar werden, wie die bäuerliche Arbeit über Generationen hinweg eine Kulturlandschaft hervorgebracht und erhalten hat, die heute nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch kulturell identitätsstiftend sei.
Alltägliche unsichtbare Arbeit sichtbar machen
An verschiedenen Stationen entlang des Weges sollen Besucher erfahren, wie durch die Bewirtschaftung Wiesen offen gehalten, Böschungen gepflegt, Hecken angelegt oder wertvolle Saumbiotope erhalten werden. „Diese alltäglichen, oft unsichtbaren Arbeiten bilden die Grundlage für das, was wir als Biodiversität wahrnehmen – sie schaffen Lebensräume, Übergänge und Nischen für eine Vielzahl von Arten“, so das Hofgut Leo in seiner Beschreibung.
Rundweg mit Stationen
Geplant ist also ein informativer Rundweg mit verschiedenen Stationen, etwa zur Gewinnung von Lebensmitteln, ein Aussichtspunkt Richtung Hohe Möhr, eine Station zur Langzeitbeobachtung der Entwicklung der Biodiversität etwa durch Drohnenfotos und auch eine Station, in der man über Holzstämme Höhenunterschiede überwinden muss. Der konkrete Verlauf des Pfads werde aktuell noch konkretisiert, erklärt Thomas Hann vom Hofgut Leo im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir suchen dazu das Gespräch mit Ortschaftsrat, Verschönerungsverein, Naturschutzbehörde, Forstverwaltung und natürlich den Landwirten.“

Die Menschen hinter dem Hofgut Leo in Gresgen sehen ihren Auftrag darin, als Lern-, Entwicklungs- und Forschungsort für regenerative Ökonomie und Lebensweise zu fungieren.
Foto: Gerald NillInterviews mit Landwirten
Über Infotafeln mit QR-Codes sollen Fotos, Erläuterungen und kurze Filme vor Ort abrufbar sein – auf ihnen soll das Engagement der Landwirte anschaulich vermittelt werden. Wer den Code scannt, gelangt auf eine Projektwebseite, die die Geschichten der Betriebe erzählt – mit Bildern aus dem Jahresverlauf, Interviews, Drohnenaufnahmen und Beiträgen für verschiedene Altersgruppen, so der Plan der Initiatoren.
Die stillen Helden werden sichtbar
„So werden auch die stillen Helden sichtbar, deren Einsatz unser Landschaftsbild prägt.“ Die Landwirte selbst sollen ihre Tätigkeiten in Video-Interviews beschreiben, von der Wiesenpflege und Mahd bis zur Erzeugung von Lebensmitteln.
Auf dem Pfad soll auch eine Brücke geschlagen werden zwischen früher und heute – wie ist die Landschaft entstanden, und warum pflegen wir sie heute?
Beteiligung erwünscht
Das Projekt selbst lebe von der Beteiligung der Menschen. Regelmäßig sollen also Workshops mit Landwirten, Schülern und Dorfbewohnern stattfinden.
Aber auch die Umsetzung selbst soll an gemeinsamen Arbeitstagen mit Dorfbewohnern, Schulklassen, dem Schwarzwaldverein oder Inklusionsgruppen erfolgen.
Für das Hofgut Leo sei der Lehrpfad ein weiterer Schritt, seinen Auftrag als Lern-, Entwicklungs- und Forschungsort für regenerative Ökonomie und Lebensweise zu verwirklichen.
Die Fördersumme für die bewilligten Förderprojekte wird durch das Land Baden-Württemberg und die Biosphären-Kommunen bereitgestellt.
