Biosphärenfest in Hausen
: Das Gute liegt so nah

Beim Biosphärenfest in Hausen verkauften Landwirte ihre Naturprodukte. Auf der Bühne wurde gezeigt, wie man schmackhafte Produkte zubereitet. Und tierische Gäste gab es auch.
Von
Christoph Schennen
Hausen im Wiesental
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Konditorin und Köchin Mariia Serhiichuk kochte Hefeklößchen und begoss sie mit Vanillesoße.

Konditorin und Köchin Mariia Serhiichuk kochte Hefeklößchen und begoss sie mit Vanillesoße.

Christoph Schennen
  • Biosphärenfest in Hausen: Markt mit Naturprodukten, Kochshow und Musik zog viele Besucher an.
  • Tiere im Fokus, Produkte aus Tierhaltung: Bio-Käse, Seifen aus Eselsmilch, Alpakawolle, Touren.
  • Bühne: Band „Randy Club“ und SWR1-„Pfännle“. Schattenplätze gefragt, Leinwandübertragung half.
  • Bürgermeister Lotter: noch keine Projekte im Sinne des Biosphärengebiets, wünscht mehr Touristen.
  • Ausblick: Nächstes Biosphärenfest in Bernau, dort wird 2027 das zehnjährige Bestehen gefeiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ziegen und Alpakas weiden selten im Dorf und Esel laufen auch nicht jeden Tag über den Platz neben der Schule. Aber wenn das Biosphärenfest im Dorf gastiert, stehen auch Tiere im Mittelpunkt. Denn das Fest ist gleichzeitig ein Markt, auf dem auch Produkte, die mithilfe von Tieren produziert werden, verkauft werden.

Reinhard Häußermann aus Böllen verarbeitet Milch seiner Hinterwälder Rinder zu Bio-Käse, Michaele Behringer vom Eselshof unter der Utzenfloh stellt aus Eselsmilch feine Seifen her. Aus dem Fell der Alpakas kann man Socken stricken. Mit Eseln und Alpakas kann man aber auch Touren unternehmen.

Für die Landwirte ist das Biosphärenfest eine tolle Werbung für ihre Produkte, und wenn dann noch ein Brimborium mit Musik und Bühnenprogramm rund um ihre Stände veranstaltet wird, sind gute Einnahmen gesichert.

Eine Familie mit Kindern schaut sich an, welche Pflanzen im Moor wachsen.

Eine Familie mit Kindern schaut sich an, welche Pflanzen im Moor wachsen.

Christoph Schennen

Auf der Bühne neben der Schule unterhielt am Sonntag die Band „Randy Club“ aus Freiburg die Besucher mit Pop-Hits und bei der Kochshow „Pfännle“ des Radiosenders SWR1 erhielten die Zuschauer Tipps für die Zubereitung schmackhafter Gerichte. Hunderte Bürger nutzten auch die Gelegenheit, um sich über die an den Ständen verkauften Naturprodukte zu informieren. Manche blieben nur kurz, wie etwa Manfred Fischer aus Herten, der mit seiner Tochter ins Hebeldorf gefahren ist. Er sitzt am Nachmittag auf einer Bank an der Hebelstraße und wartet auf die Rückkehr seiner Tochter, die auf dem Markt noch Obst kaufen will. „Es ist interessant, die Vielfalt zu sehen“, sagt er. „Aber heute ist es zu heiß für alte Leute.“ Und damit meint er auch sich.

Nahe der Bühne sitzt niemand

Auf einer Bank, mehrere Meter von der Bühne entfernt, sitzen Gisela und Dietmar aus Schopfheim, die ihren Nachnamen nicht nennen wollen. Sie kennen die Kochshow und hören gerne den Radiosender, der sie produziert, und weil es von Schopfheim bis Hausen nicht so weit ist, haben sie sich entschlossen, sich die Sendung mal vor Ort anzusehen.

Die sonnenbeschienenen Bänke in der ersten Reihe bleiben den ganzen Tag über weitgehend unbesetzt, während die schattigen hinteren Plätze gut frequentiert sind. Man kann den Eindruck gewinnen, die Hausener würden sich für das Programm des Rundfunksenders nicht interessieren, aber die Bürger wollen einen Sonnenbrand verhindern. Die vorderen Plätze zu beschatten, wäre nicht möglich gewesen, weil man dann den hinteren Plätzen die Sicht auf die Bühne verdeckt hätte. Hinzu kommt, dass die Show auch von weiter entfernt verfolgt werden kann, weil sie auf eine Leinwand übertragen wird.

Bürgermeister Philipp Lotter verteilte Kostproben an das Publikum.

Bürgermeister Philipp Lotter verteilte Kostproben an das Publikum.

Christoph Schennen

Der Bandauftritt wechselt sich jeweils ab mit der Kochshow. Beim ersten Gericht darf auch Bürgermeister Philipp Lotter mitkochen. Gleichzeitig wird er von der Moderatorin Peter Klein interviewt. Sie fragt ihn, was für Projekte in Hausen im Sinne des Biosphärengebiets schon umgesetzt wurden. „Keine und es sind auch keine konkreten Projekte in Planung“, antwortet Lotter. Er wünscht sich ein Projekt, das mehr Touristen ins mittlere Wiesental lockt. Hierzulande könne man wandern und Rad fahren, aber es gebe zu wenig Feriengäste.

Vereine versorgen Besucher

Im Lauf des Nachmittags werden von professionellen Köchen drei Gerichte zubereitet und anschließend Kostproben davon im Publikum verteilt. Gekocht wird auch in zwei von einer Lebensmittelkette gesponserten Foodtrucks. Konditorin und Köchin Mariia Serhiichuk bereitet zum Beispiel Hefeklößchen mit selbst gemachter Vanillesoße zu. Um die Bewirtung der Gäste kümmern sich die Hebelmusik, der FC Hausen, der Musikverein Maulburg, eine Fasnachtsclique aus Todtmoos und ein Brauhaus aus Zell, dessen Weideochsen am Spieß für viele der Grund sind, zum Fest zu kommen.

Das Biosphärenfest zeigte, dass Hausen auch Großveranstaltungen durchführen kann. Dass nicht ganz so viele Bürger gekommen sind wie erhofft, lag auch daran, dass manche noch im Urlaub sind oder einen der letzten spätsommerlichen, warmen Tage anderswo genossen.

Regierungsvizepräsident Klemens Ficht lud die Bürger zum nächsten Biosphärenfest ein. In Bernau wird 2027 das zehnjährige Bestehen des Biosphärengebiets Schwarzwald gefeiert. Er warb auch dafür, Mitglied im Förderverein des Biosphärengebiets zu werden. Er soll in diesem Jahr gegründet werden. Erster Landesbeamter Ulrich Höhler fand es gut, dass Bürger auch einen Johann Peter Hebel Spaziergang unternehmen konnten und durch sein Geburtshaus geführt wurden. Er hatte auch ein Zitat des Schriftstellers parat: „Wir müssen nicht glauben, dass alle Wunder der Natur in anderen Ländern und Weltteilen seien. Sie sind überall. Aber diejenigen, die uns umgeben, achten wir nicht, weil wir sie von Kindheit an und täglich sehen.“