90-Jahr-Jubiläum: Das Freibad Todtnauberg hat eine wechselvolle Geschichte

Das Freibad in Todtnauberg feiert sein 90-jähriges Bestehen.
Ulrike JägerAuf eine turbulente Geschichte kann das Todtnauberger Freibad zurückblicken, wenn es am Montag seinen 90. Geburtstag begeht. Im Jahr 1935 schaufelten einige Männer aus Todtnauberg um Otto Wolf ohne Bagger oder andere maschinelle Hilfen die Grube aus, die heute das „Berger Bad“ beherbergt. Während das Wasser heute auf 24 Grad beheizt wird, wurde es damals vom klaren Wasser des Stübenbachs gespeist. Eine Badeordnung der deutschen Bischöfe von 1949 schrieb vor, dass beim Baden auf die Trennung der Geschlechter geachtet werden solle.
Der Ortsdiener, der dies beaufsichtigen sollte, gab jedoch schnell auf, zu sehr wurde er deswegen von den Bergern beschimpft. Unter Bürgermeister Rudolf Schubnell wurde das Freibad erstmals 1957 renoviert, es wurden Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen gebaut, 1963 wurde eine Minigolfanlage angelegt, heute befindet sich an dieser Stelle ein Volleyballfeld. Heftiger Wellengang erschütterte immer wieder die Geschichte des kleinen Freibades: Im Jahr 2003 war erstmals die Rede von einer Schließung durch die Stadt Todtnau wegen Unrentabilität. Ein Förderverein gründete sich, denn die Berger wollten nicht auf ihr Kleinod verzichten, das von den Gästen geschätzt wird.
Mit viel Engagement brachte sich der Förderverein in die Arbeiten und den Erhalt des Freibades ein, im Jahr 2010 jedoch entschied die Stadt Todtnau, das Bad zu schließen. Auch ein Fernsehbeitrag bei Arte in der Sendung „logo!“, die im Kika ausgestrahlt wurde, und in dem Kinder aus Todtnauberg den Bürgermeister zur Schließung des Bades befragten, konnte dies nicht verhindern. „Die Stadt gibt die Verantwortung an die Bürger und den Verein ab“, sagte der damalige Bürgermeister Andreas Wießner. Auch Politiker wie Rainer Stickelberger (SPD) aus Weil am Rhein, damals Justizminister in Baden-Württemberg, wurde eingeschaltet und um Unterstützung ersucht.
Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit
Seit 2011 wurde das Bad privat betrieben, unterstützt vom Förderverein und dem Verein „Liebenswertes Todtnauberg“. Unendlich viele Stunden ehrenamtliche Arbeit stecken die Vereinsmitglieder Jahr für Jahr in den Erhalt des kleinen Freibads, viel Geld wurde gesammelt und investiert, Sponsoren gesucht, Veranstaltungen organisiert und immer wieder die Werbetrommel gerührt, um das Berger Bad am Leben zu erhalten.
Um die Öffnung gebangt
Dass es, nach einigem Bangen, nun doch auch in diesem Jahr wieder seine Pforten öffnen konnte, liegt an der Tatsache, dass es sich nun um ein „Vereinsbad“ handelt. Dies bedeutet, dass aus versicherungstechnischen Gründen nur Vereinsmitglieder das Schwimmbad betreten und nutzen dürfen. Da sich keine Schwimmmeister finden ließen, ist nun das Baden auf eigene Gefahr, ein Haftungsverzicht muss unterschrieben werden. Verschiedene Arten von Mitgliedschaft sind möglich.
Jubiläumsfest am 21. Juli
Und auch die lange Suche nach einem Nachfolger für die langjährige Vorsitzende Irene Breuer fand ein positives Ende: Rolf Peters heißt der neue Vorsitzende des „Berger Vereinsbad“, das sich für das Jubiläumsfest am Montag, 21. Juli hat einiges einfallen lassen. So wird es „Luftpost aus dem Schwimmbad“ geben, neben Bootsmanövern im Schwimmbecken findet eine Tombola statt. Die Schwimmbadgeschichte von früher gibt es mit Zeitzeugen und die Vorstellung der neuen Vereinsshirts stehen ebenfalls auf dem Programm, das ab 17 Uhr startet. Live-Musik gibt es von der Wiesedäler Danzlmusik und den Kreischsegen. Der Eintritt am Montag, 21. Juli, ist ab 17 Uhr frei (kein Schwimmen). Weitere Infos unter www.schwimmbad-todtnauberg.de