100 Jahre DRK Zell: Ehrenamtliche sind im Notfall zur Stelle

1925 wurde die Sanitätskolonne in Zell gegründet mit 15 Gründungsmitgliedern.
DRK Zell/Johannes Thoma15 Männer gründeten 1925 die Freiwillige Sanitätskolonne im Gasthaus „Schwanen“ in Zell – auf Initiative von Dr. Emil Knab und Bürgermeister Karl Walz. Nach drei Wochen meldeten sich acht weitere Mitglieder. Die Hauptaufgaben der damaligen Kolonne bestanden darin, freiwillig Erste Hilfe zu leisten, Krankentransporte durchzuführen und Ausbildungen in Erster Hilfe anzubieten. Dies war der Anfang des heutigen DRK-Ortsvereins Zell, der damit nun auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken kann.
Was heute selbstverständlich scheint, waren damals große Errungenschaften: Erst drei Jahre später, 1928, wurde eine Krankentrage angeschafft und erst 1933 erhielt die Kolonne ihr erstes motorisiertes Fahrzeug.
1945 lösten die Alliierten alle gleichgeschalteten Vereine auf, so auch das DRK. Am 16. November 1949 erfolgte dann die Neugründung als „Badisches Rotes Kreuz Ortsverein Zell“, ein Jahr später trat man dem DRK bei. Künftig wurden auch Frauen einbezogen.
1964 die erste Blutspende
Eine der prägenden Personen war der damalige Bürgermeister Bernhard Lederer, der von 1958 bis 1987 Vorsitzender war und zahlreiche Projekte initiiert hatte. Somit fand 1964 auch die erste Blutspende statt. 1981 folgte der Spatenstich für das eigene DRK-Heim, 1983 wurden die ersten beiden Jugendrotkreuz-Gruppen gegründet.
Soweit zur Geschichte, doch wie steht der Ortsverein heute da? Heute gliedert sich der Ortsverein in die Bereiche Jugendrotkreuz, Sozialarbeit und Bereitschaft, das Einsatzgebiet umfasst Zell, Hausen und Häg-Ehrsberg.

Die Aktiven des DRK-Ortsvereins Zell heute.
Foto: Johannes Thoma25 Aktive in der Bereitschaft
Die Bereitschaft besteht aus 25 Aktiven. Neben dem Katastrophenschutz absolviert die Bereitschaft auch Sanitätsdienste bei regionalen und überregionalen Veranstaltungen vom Stimmen-Festival in Lörrach bis zum Stadtfest in Zell. Auch die drei Blutspendeaktionen pro Jahr werden von der Bereitschaft organisiert. Im Jahr 2024 leistete diese über 2800 ehrenamtliche Helferstunden, wie im Bericht des Vereins zu lesen ist. Dabei sind die ganzen Nebentätigkeiten wie Vorbereitungen und Vorstandssitzungen nicht mit eingerechnet.
Auch bei Großlagen im Einsatz
Außerdem stellt der Ortsverein eine von drei Sanitätseinheiten des Kreisverbands Lörrach zur temporären Versorgung von Verletzten bei überregionalen Großschadensereignissen wie Zugunglücke, Großveranstaltungen oder Havarien.
Die Helfer vor Ort: Schneller beim Patienten
2017 wurde eine Helfer-vor-Ort-Einsatzgruppe (HvO) gegründet, die bis heute aktiv ist. Sie unterstützt die Notfallversorgung durch den Rettungsdienst. Das ehrenamtliche Team der Bereitschaft kann dafür unentgeltlich an 24 Stunden sieben Tage die Woche in einen Einsatz gerufen werden. Die HvO sind wichtig – denn: Der Rettungsdienst ist nur in Schopfheim und Schönau niedergelassen und könne die Hilfsfrist in der Regel nicht einhalten, dies gelte vor allem an Tagen mit hoher Einsatzdichte, heißt es im Bericht des DRK-Ortsvereins. Die Helfer vor Ort leisten also bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder des Notarztes die Erstversorgung der Patienten.
Eine weitere Gruppe ist das Jugendrotkreuz, das nach einer Pause seit 2023 wieder angeboten wird. Mitmachen können Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 21 Jahren.
Am Freitag, 3. Oktober, wird mit der Öffentlichkeit das Jubiläum gefeiert, am Donnerstag, 2. Oktober, findet bereits ein Festakt mit geladenen Gästen statt.
Das Jubiläumsfest am Freitag, 3. Oktober
Das Fest:
Das Jubiläumsfest wird am Freitag, 3. Oktober, von 11 bis 17 Uhr, auf dem Rathausplatz/Constanze-Weber-Platz in Zell gefeiert.
Frühschoppen :
Ab 11 Uhr unterhalten die Stadtmusik Zell und die Feuerwehrmusik Mambach
Markt der Hilfe:
hier präsentieren sich 17 soziale Organisationen, Einrichtungen und Vereine.
Für Kinder:
gibt es Spiel und Spaß mit Teddybärenverbänden, einer Hüpfburg, einer Rallye und mehr.
Geschichte:
Die Geschichte des Ortsvereins erfährt man im Ausstellungsraum mit Zeitstrahl und Requisiten.
