Wirtschaft in Rottweil
: Rottweiler Wirtschaftstreffen in der Holzmanufaktur

Rund 80 Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte haben sich am 15. Oktober in den Werkstätten der Holzmanufaktur Rottweil getroffen.
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red/pm
Rottweil
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Beim 4. Rottweiler Wirtschaftstreffen „voRWärts Wirtschaft 2028“ in der Holzmanufaktur Rottweil (von links): Günther Seitz, Alexander Keller, Hermann Klos, Adelina Dodolli, Oberbürgermeister Christian Ruf und Wirtschaftsförderer Alexander Stengelin.

Beim 4. Rottweiler Wirtschaftstreffen „voRWärts Wirtschaft 2028“ in der Holzmanufaktur Rottweil (von links): Günther Seitz, Alexander Keller, Hermann Klos, Adelina Dodolli, Oberbürgermeister Christian Ruf und Wirtschaftsförderer Alexander Stengelin.

Viktoria Bossert
  • In Rottweil trafen sich rund 80 Gäste zum 4. Wirtschaftstreffen in der Holzmanufaktur.
  • Adelina Dodolli schilderte „voRWärts“ als Verantwortung vor Entscheidungen und Wegreflexion.
  • Hermann Klos betonte: „Das gute Neue gibt es nicht ohne das gute Alte“ – 38 Jahre Firmengeschichte.
  • Nachfolge abgeschlossen: Dodolli führt die Holzmanufaktur, rund 100 Beschäftigte sanieren Denkmäler.
  • Oberbürgermeister kündigte „BumbleB“ an – ein autonomes Shuttle zur Landesgartenschau 2028.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Beim 4. Rottweiler Wirtschaftstreffen „voRWärts Wirtschaft 2028" ging es um 38 Jahre Firmengeschichte und einen abgeschlossenen Nachfolgeprozess, um die Landesgartenschau 2028 und um die Frage, was Vorwärtskommen eigentlich bedeutet.

Zwischen Hobelbänken, Maschinen und frisch sanierten Holzfenstern war vergangene Woche kaum ein Platz frei: Rund 80 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft kamen zum vierten Rottweiler Wirtschaftstreffen „voRWärts Wirtschaft 2028“ in die Holzmanufaktur Rottweil im Neckartal. Die Veranstaltungsreihe der städtischen Wirtschaftsförderung verbindet Information und Austausch mit etwas, das sonst selten möglich ist: einen Blick hinter die Kulissen eines Rottweiler Unternehmens.

Vorwärts – aber auf welchem Weg?

Was „voRWärts“ heißen kann, legte die Inhaberin der Holzmanufaktur, Adelina Dodolli, so aus: „Heute bringen wir beides zusammen: den Willen, vorwärts zu kommen, und die Freiheit, über den Weg nachzudenken. Wir können zielstrebig vorwärtslaufen, aber trotzdem auf dem falschen Weg sein. Verantwortung beginnt vor der Entscheidung.“

Ihr Vorgänger als einer der Inhaber, Hermann Klos, verknüpfte in seinem Impulsvortrag die Entwicklung der vergangenen vier bis fünf Jahrzehnte in der Welt und in Rottweil mit der Geschichte des Unternehmens. Eine Generation sei von Knappheit geprägt worden, die folgende vom Überfluss. Was daraus folgt, fasste er in einem Satz zusammen, der an diesem Abend hängen blieb: „Das gute Neue gibt es nicht ohne das gute Alte.“

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38 Jahre vorwärts

In der Holzmanufaktur selbst geht es seit 38 Jahren vorwärts. Seit der Aufgabe des Rhodia-Standorts 1993 ist das Unternehmen im Neckartal zu Hause, wuchs in größere Räume hinein und fand dort einen Gebäudebestand vor, von dem Klos bis heute schwärmt. Man sei einer der ersten am Standort gewesen – und von Anfang an begeistert von den Gebäuden.

Heute arbeiten rund 100 Beschäftigte fürKunden in der Region, in ganz Deutschland und im angrenzenden Ausland: Hochschulen, Kliniken und Universitäten in Chur, Bern und Stuttgart ebenso wie Auftraggeber in Hamburg, Berlin und München. Das Kerngeschäft ist die historische, denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung von Fenstern, Türen und Böden. Inzwischen saniert das Unternehmen aber auch Gebäude der Moderne und Postmoderne.

Das schönste Projekt sei allerdings ein anderes gewesen, sagte Klos – und es habe 18 Jahre gedauert: die Übergabe des Unternehmens an Adelina Dodolli. Sie hatte vor 18 Jahren in der Holzmanufaktur angefangen, erhielt vor zehn Jahren Prokura, und seither wurde auf die Nachfolge hingearbeitet. Abgeschlossen ist sie seit dem Frühjahr dieses Jahres. Erfolg und menschliche Nähe, so der Eindruck des Abends, laufen in diesem Betrieb zusammen.

Bauprojekte – und ein autonomes Shuttle

Um die Stadtentwicklung ging es im Update von Oberbürgermeister Christian Ruf: Ja, in der Stadt gebe es derzeit viele Baumaßnahmen – aber es gehe eben voRWärts. Mit einer Reihe von Vorher-Nachher-Aufnahmen zeigte er, wie sich das Gelände der Landesgartenschau 2028 positiv verändert.

Eine Neuigkeit hatte er dabei im Gepäck: Zwischen den Parkierungsflächen auf dem Berner Feld und dem Bahnhof soll während der Landesgartenschau „BumbleB“ fahren, ein autonomes Shuttle, das zugleich Forschungszwecken dient. Damit wird die Landesgartenschau auch zu einem Forschungsstützpunkt für autonomes Fahren.

Vom Testturm zur Hängebrücke

Auf eine Zeitreise nahm Alexander Keller, früher Europa-Chef bei thyssenkrupp, die Gäste mit: 13 Jahre von der Idee mit den ersten Skizzen des Architekten Helmut Jahn über Bau und Einweihung des Testturms 2017 bis zu dem, was heute daraus geworden ist. Dazu gehören die in diesem Jahr eingeweihte Fußgängerhängebrücke, gebaut von Unternehmer Günter Eberhardt von Eberhardt Bewehrungsbau, der schon am Testturm beteiligt war, und die Landesgartenschau 2028.

Entscheidend sei gewesen, dass der politische Wille vor Ort vorhanden war. Rottweil liege auf der Innovationsachse zwischen Stuttgart und Zürich, in einer hoch qualifizierten Region, eingebettet in eine wunderbare Naturlandschaft. Eine Symbiose aus Turm, Brücke und Natur wie hier, so Keller, gebe es weltweit kein zweites Mal.

Blick hinter die Kulissen

Bei Führungen durch die Werkstätten und beim anschließenden Imbiss zeigte sich, was das Format ausmacht. „Ich bin schon oft daran vorbeigefahren und kenne die Holzmanufaktur natürlich“, sagte Gast Uwe Schwarz von Gebrüder Schwarz aus Rottweil-Neukirch, „aber der tiefe Einblick in die Gebäude und das Geschäft war richtig toll. Das hat sehr viel Spaß gemacht!“

Ähnliche Rückmeldungen gab es an diesem Abend viele: Vielen Gästen war nicht bewusst, welch großer und zukunftsträchtiger Betrieb hier zu Hause ist – und wie dort gearbeitet wird. Gelobt wurden ebenso die Impulse und das Update zur Landesgartenschau.

„Genau dafür gibt es dieses Format“, sagte Wirtschaftsförderer Alexander Stengelin. „Unternehmen öffnen ihre Türen, und alle anderen nehmen etwas mit, das sie von außen nicht sehen können. Beim Thema Nachfolge ist das besonders wertvoll – das beschäftigt gerade viele Betriebe bei uns.“

voRWärts Wirtschaft 2028

Das Wirtschaftstreffen „voRWärts Wirtschaft 2028“ findet zweimal im Jahr in wechselnden Unternehmen statt. Eingeladen sind Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte Rottweiler Betriebe. Der nächste Termin ist für das Frühjahr 2027 geplant.