Vortrag bei der Senioren-Union in Rottweil: Wie ein Gewürz die Welt veränderte

Die Mitglieder der Senioren Union lauschen der Referentin Uschi Stahl.
Verband- Vortrag in Rottweil: Uschi Stahl zeigte die Geschichte des Pfeffers bis heute.
- Ursprung in Hinterindien und Südostasien, Handel via Seewege und Seidenstraße.
- Pfeffer war extrem wertvoll – oft teurer als andere Güter, teils mit Gold aufgewogen.
- Nutzung in Antike belegt, Handel über Venedig nach Augsburg und Nürnberg, auch in Rottweil.
- Schattenseite des Gewürzhandels – Machtkämpfe, Kolonialismus und Sklavenhandel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Uschi Stahl nahm die Teilnehmer in einem Power-Point-Vortrag im Hotel Haas in Rottweil mit auf eine informative Reise durch die Geschichte des Pfeffers – vom Altertum bis in die Gegenwart. Die Eingangsfrage, wo eigentlich der Pfeffer wächst, führte die Zuhörer nach Hinterindien und Südostasien.
Bereits vor mehreren tausend Jahren kannten die Menschen in Indien und China die auf dem Malaiischen Archipel wachsenden Pfefferbeeren. Arabische Händler brachten das begehrte Gewürz auf dem Seeweg und über die Seidenstraße nach Europa. Neben Pfeffer gelangten auch Zimt, Nelken und Muskat nach Europa und gehörten zu den begehrtesten und wertvollsten Gewürzen ihrer Zeit. Anschaulich schilderte die Referentin, weshalb fernöstliche Gewürze über Jahrhunderte hinweg kostbarer waren als viele andere Handelsgüter und zeitweise sogar mit Gold aufgewogen wurden.
Pfeffer auch in Arae Flaviae/Rottweil bekannt
Die Ägypter verwendeten Pfeffer, wie archäologische Funde belegen, zum Einbalsamieren. Herodot berichtete im antiken Griechenland über die geheimnisvolle Herkunft wertvoller Gewürze, und im Römischen Reich war Pfeffer auch in Arae Flaviae/Rottweil bekannt. Die mittelalterlichen Handelswege führten meist über Venedig nach Augsburg und Nürnberg. Im Rahmen dieses Fernhandels sind, wie Wolfgang Vater aus ebenfalls sicherer historischer Quelle ergänzte, auch in Rottweil und Spaichingen zwei italienische Händler nachgewiesen, die mit Spezereien und Gewürzen Handel betrieben.
Historische Karten, darunter die erste moderne Weltkarte des Freiburger Mathematikers Martin Waldseemüller aus dem Jahr 1507, sowie Berichte von Zeitzeugen verdeutlichten, wie eng die Geschichte des Pfeffers mit der Suche nach einem neuen Seeweg nach Indien verknüpft ist.
Schattenseiten des Gewürzhandels
Die Schattenseiten des Gewürzhandels waren die Machtkämpfe europäischer Handelsgesellschaften und Kolonialmächte wie Spanien, Portugal, die Niederlande und England. Der rücksichtslose Kampf um das Gewürzmonopol führte zu Unterdrückung, Gewalt und schließlich auch zum Sklavenhandel.
Abschließend spannte Uschi Stahl den Bogen in die Gegenwart. Pfeffer ist heute das meistverwendete Gewürz der Welt und spielt auch in der modernen Lebensmittelindustrie bei Fertigprodukten eine wichtige Rolle – nicht immer zum Vorteil der Lebensmittel. Der Vortrag machte deutlich, dass hinter dem kleinen Pfefferkorn weit mehr steckt als nur Geschmack. Der Vorsitzende Rainer Hezel und die Zuhörer dankten der Referentin mit großem Applaus.
