Polizei in Rottweil ermittelt
: Blitzer umgeworfen – das Stück kostet mehr als eine Viertelmillion

Er nennt sich „Enforcement-Trailer“ – oder einfach Blitzeranhänger: Ein ziemlich neues Exemplar des Landkreises wurde jetzt einfach umgeworfen. Das könnte teuer werden. Wir fragen nach dem Stand der Dinge.
Von
Corinne Otto
Oberndorf
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Ein Blitzer auf einem Anhänger – so leicht dürfte das Ding gar nicht umzuschmeißen sein. In Zimmern ist es dennoch passiert. (Symbolbild)

Weißbrod/dpa

Das Thema Verkehrsüberwachung wird im Landkreis Rottweil groß geschrieben – viele Autofahrer können davon ein Lied singen. Um in Sachen Blitzer noch besser gerüstet zu sein, hatte der Kreistag erst im September den Kauf einer „semistationären Blitzeranlage“ besiegelt.

Der Angebotspreis für die Lieferung durch die Firma Jenoptik Robot GmbH inklusive Tablet/Laptop und Software zur Einstellung der Messsysteme belief sich auf 265 293 Euro. Und es gab noch ein spezielles Extra: Die mobile Datenübertragung ließ sich der Kreis weitere 4241 Euro kosten. Damit können der Abruf der Bilder sowie kleinere Wartungs- oder Einstellungsarbeiten bequem aus dem Verwaltungsgebäude ohne zusätzlichen Anfahrtsweg vorgenommen werden.

Bilder werden digital an die Behörde übermittelt

Kaum angeschafft, ist der Blitzer-Anhänger jetzt erst einmal außer Gefecht. Am Standort in der Bergstraße in Zimmern wurde das ganze Gefährt in der Nacht zum Sonntag umgeworfen. Die Ermittlungen laufen, die Polizei sucht Zeugen. Die Höhe des Schadens und die Dauer des Ausfalls ist noch nicht bekannt, so Landratsamts-Pressesprecherin Andrea Schmider auf Nachfrage. Ob und was kaputt ging, werde derzeit geprüft.

Falls jemand gehofft hatte, mit der Umschmeiß-Aktion würden Bilder vernichtet, der kann jedenfalls vermuten, dass sie dank Übertragungs-Zusatzpaket schon digital bei der Behörde liegen. Oft geht es bei dererlei Aktionen aber auch einfach um puren Vandalismus. Erst im Februar war in der Marxstraße in Rottweil ein Blitzer mit einer Farbattacke lahmgelegt worden.

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Eine „sanfte“ Variante hatte vor einem Jahr nach unserer Berichterstattung sogar bundesweit Schlagzeilen gemacht: Da wurde ein Blitzer mit einem Wohnwagen einfach zugeparkt. Das Messgerät hat nichts mehr gesehen – die Reaktionen darauf reichten von Jubel bis zu Kopfschütteln.

Blitzen an 240 Tagen

Wie dem auch sei: Geblitzt wird im Kreis Rottweil natürlich trotz des ein oder anderen kurzfristigen Ausfalls weiterhin. Laut Angaben des Landratsamts finden im Landkreis an rund 240 Tagen im Jahr mobile Geschwindigkeitsüberwachungen statt.

Das Ganze sorgt natürlich ganz im Sinne des präventiven Charakters tatsächlich dafür, dass an vielen Stellen nicht gerast wird. Gleichzeitig sind die Einnahmen ordentlich. 2023 brachten die stationären Blitzer dem Kreis knapp eine Million Euro ein.