Unterirdisches Dunningen: Kleine Sensation schlummerte 2800 Jahre im Dunninger Erdreich

Randstück eines Topfes aus der frühen Hallstattzeit, etwa 800 bis 680 vor Christus.
Bernd Pieper- Archäologische Begleitung bei Tiefbau fürs neue Ärztehaus in der Dorfbachstraße in Dunningen.
- Funde dokumentiert: Mauerreste eines Hofs aus dem späten 18. Jahrhundert und mittelalterliche Spuren.
- Steinkugel mit Aufprallspuren entdeckt – möglicher Einsatz als Geschoss im Mittelalter oder frühneuzeitlich.
- Bruchstücke von Becherkacheln aus dem 13./14. Jahrhundert deuten auf wohlhabenderen Haushalt hin.
- Frühe Hallstattzeit: großes Topfbruchstück mit Ruß und Fingerkuppenverzierung – Hinweis auf Siedlung.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Die Tiefbauarbeiten für das neue Ärztehaus in der Dunninger Dorfbachstraße wurden durch die beiden ehrenamtlichen Beauftragten des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Klara und Bernd Pieper, archäologisch begleitet.
Durch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dunningen, dem Architekturbüro und der Tiefbaufirma konnten so ohne baurelevante Verzögerungen wichtige archäologische Funde und Befunde zur Dunninger Geschichte dokumentiert werden.
Es fanden sich nicht nur Mauerreste des dort gestandenen und 1984 abgebrochenen Hofgebäudes aus dem späten 18. Jahrhundert, sondern auch Hinweise auf eine wesentlich frühere Besiedlung auf diesem Grundstück, da die ältesten mittelalterlichen Funde bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen.
Zudem konnten Klara und Bernd Pieper feststellen, dass das nach dem Dorfbrand 1786 errichtete Gebäude einen älteren Vorgängerbau gehabt haben muss, welcher vermutlich etwas versetzt vom späteren Gebäude stand.
Ein Geschoss mit Aufprallspuren
Ein besonderer Fund ist eine Steinkugel mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern, welche Aufprallspuren zeigt und im Mittelalter oder der frühen Neuzeit als Geschoss bei einem unbekannten Konflikt eingesetzt worden sein könnte.
Zudem zeigt sich anhand vieler gemachter keramischer Funde die wechselvolle Geschichte des Siedlungsplatzes und seiner Bewohner. So lässt zum Beispiel der Fund von Bruchstücken von Becherkacheln (Ofenkacheln) des 13./14. Jahrhunderts auf einen zu dieser Zeit eher wohlhabenderen Haushalt schließen, da damals Kachelöfen bei weitem nicht im jedem dörflichen Haushalt Standard waren.

Mauerreste des 1984 abgebrochenen Gebäudes.
Bernd PieperVöllig unerwartet und fast schon als kleine Sensation anzusehen ist der Fund von Gebrauchskeramik aus der frühen Hallstattzeit – etwa 800 bis 680 vor Christus. Das große Bruchstück eines Topfes mit Rußspuren und Fingerkuppenverzierung ist ein erster Hinweis auf eine bisher nicht exakt zu lokalisierende Siedlung aus dieser Zeit. Vermutlich oberhalb von Dorfbach und Eschach.
Die gemachten Befunde und Funde werden zur Zeit noch ausgewertet, zeigen aber jetzt schon, wie spannend und wechselvoll die Geschichte eines dörflichen Siedlungsplatzes über Jahrhunderte hinweg sein kann.
