Tuttlinger infizieren sich
: Jugendfreizeit endet mit Massenerkrankung

Was als gelungene Freizeit begann, wurde zur Herausforderung: Fast alle Jugendlichen und Betreuer erkrankten.
Von
Ingeborg Wagner
Oberndorf
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Zwischen 14 und 16 Jahre alt waren die Jugendlichen. Einige von ihnen mussten in das Krankenhaus.

privat

Nein, so etwas hat Jugendreferent Fabian Schäfer noch nicht erlebt, sagt er selbst. Um die elf Freizeiten hat der 27-Jährige bis jetzt begleitet, doch die des Evangelischen Jugendwerks Tuttlingen nach Kroatien hat ihn besonders gefordert.

Mit 28 Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren ging es am 20. August nach Vir, einer Hafenstadt nordwestlich von Zadar. Zelte wurden aufgebaut, mit dem Programm begonnen. Eine rundum gelungene Sache, wie er sagt.

Am sechsten Tag geht es los

Doch am sechsten Tag wurde der erste krank, einen Tag darauf kam der zweite Krankheitsfall dazu. Mit Symptomen wie die einer Grippe, dazu Erbrechen und Durchfall. Tags darauf waren es gleich fünf Neuerkrankungen.

Das Leitungsteam – neben Schäfer gehörten auch Mathias Katz und Melanie Abraham dazu – holte sich per Telefon Hilfe aus der Heimat und besprach das weitere Vorgehen mit der geschäftsführenden Pfarrerin Marie-Luise Karle und einem Krisenteam des Bezirksjugendwerks, so Schäfer. Die kranken Jugendlichen und Betreuer wurden wie zuvor schon extra untergebracht, eine Toilette nur für sie reserviert, die regelmäßig desinfiziert wurde.

Kein Trinkwasser, sondern ein Infekt

Die Betreuer gaben Trinkwasser zum Zähneputzen aus, doch das konnte die Ausbreitung nicht verhindern. „Anfangs dachten wir noch, dass es vielleicht am Wasser liegen könnte“, erzählt der Jugendreferent, deshalb wurde das Trinkwasser auch zum Waschen und Zähneputzen ausgegeben. Schäfer: „Letztlich war es das nicht, sondern ein Infekt, der sich in dieser Region in Kroatien ausgebreitet hat.“ Und zwar so, dass am neunten Tag neun weitere krank wurden. „Dann sind wir nur noch gerannt, von A nach B“, sagt Schäfer.

Die Eltern waren da bereits informiert, in Absprache mit ihnen wurden auch Medikamente gegeben. Dennoch waren sechs Kinder im Krankenhaus in Zadar. Einige von ihnen haben Infusionen bekommen, um den Flüssigkeitsverlust aufzufangen.

Einige der Jugendlichen und Betreuer waren zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder gesund. „Dennoch war uns klar, dass wir es in dieser Situation nicht schaffen, die Zelte abzubauen, zusammenzupacken und nach Hause zu fahren.“ Denn an Tag zehn stand planmäßig die Heimreise an.

Hilfe aus der Heimat

Hilfe kam aus der Heimat: Weitere sechs Mitarbeiter des Jugendwerks sind nach Kroatien gefahren, um die Gruppe vor Ort zu unterstützen. Am Samstag, 30. August, sind 14 Jugendliche und ihre Betreuer, die gesund geblieben oder bereits wieder ganz genesen waren, nach Tuttlingen zurückgefahren.

Die, die noch nicht ganz fit waren, sind dann einen Tag später mit allen Leitern wieder zurück. Am frühen Montagmorgen kamen sie zu Hause an. „Dieser zusätzliche Tag war eigentlich noch relativ schön. Wir konnten die Freizeit damit ausklingen lassen“, spricht Schäfer den Abschluss an. Davor hätten die Erkrankungen vieles überschattet.

Von den Eltern habe er viel Dankbarkeit und Positives auf das Krisenmanagement erfahren. Er sagt: „Zum Glück haben wir das vor der Reise alles nochmal durchgespielt.“

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