Trockenheit im Kreis Rottweil: Futter wird knapp – Landwirte bitten Landrat um Hilfe

Arbeitstreffen auf dem Hof von Michael Aulich: Familie Aulich, Kreisrat und Landwirt Matthias Teufel, Ernst Schmid und Eugen Haberer vom Kreisbauernverband, Landrat Christoph Keckeisen, Barbara Weidner vom Landwirtschaftsamt und Manfred Flaig, Vorsitzender des Maschinenrings.
Landratsamt Rottweil- Anhaltende Trockenheit belastet Betriebe im Kreis Rottweil – Futter wird knapp.
- Rinderhalter blicken sorgenvoll auf die kommenden Monate, Ernte fiel deutlich schlechter aus.
- Landwirte fordern mehr Flexibilität bei Futtergewinnung und keine Nachteile bei Fördervorgaben.
- Vorschlag: FAKT-Flächen dieses Jahr mit Ackerfutter einsäen, um Futterlücken zu schließen.
- Landrat Keckeisen wandte sich an das Ministerium, alle Landräte des Bezirks unterzeichneten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
War das erste Treffen zwischen Kreisbauernverband und Landrat Christoph Keckeisen Ende Juli noch ein reines Kennenlernen, ging es jetzt bei der zweiten Zusammenkunft laut Pressemitteilung des Landratsamts um sehr konkrete Themen: die Folgen der anhaltenden Trockenheit und mehr Flexibilität bei der Futtergewinnung.
Besonders die Rinderhalter blicken mit Sorge auf die kommenden Monate: Die diesjährige Futterernte ist deutlich schlechter ausgefallen als üblich. Groß ist die Sorge, dass die Futtermengen kaum bis ins Frühjahr reichen. Bestehende rechtliche Vorgaben erschweren die Situation aus Sicht der Bauern.
Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat hatte vor einigen Wochen in einem Brief an die Behörden aufgezeigt, welche Möglichkeiten laut aktueller Rechtslage bestehen. Da sich die Situation seither aufgrund anhaltender Dürre weiter zugespitzt hat, reichen die Möglichkeiten aus Sicht der Landwirtschaft jedoch nicht aus.
Deshalb luden die Vertreter des Kreisbauernverbands und der Landwirtschaft den Landrat zu einem konkreten Arbeitstreffen auf dem Hof der Familie Aulich ein. Mit dabei waren Kreisbauernobmann Eugen Haberer und sein Stellvertreter Ernst Schmid, Kreisrat und Landwirt Matthias Teufel, Manfred Flaig als Vorsitzender des Maschinenrings Schwarzwald-Neckar-Alb sowie Barbara Weidner als stellvertretende Leiterin des Landwirtschaftsamts.
Situation hat sich verschärft
„Die Situation hat sich in den vergangenen sechs Wochen deutlich verschärft“, so Kreisbauernobmann Eugen Haberer. Was vor sechs oder sieben Wochen noch als schwierige Entwicklung in puncto Futter absehbar gewesen sei, habe inzwischen eine ganz andere Dimension erreicht. Erste Betriebe müssen, so schilderte es Matthias Teufel, „bereits jetzt auf Futter aus der diesjährigen Ernte zurückgreifen, das eigentlich für den Winter vorgesehen wäre.“
Wirtschaftlich unter Druck
Auf dem Hof der Familie Aulich wurde deutlich, was das konkret bedeutet. Der Betrieb hält rund 70 Milchkühe und rund 70 Tiere als Nachzucht, und auch hier ist die Futterversorgung momentan ein zentrales Thema. Gleichzeitig steht Michael Aulichs Betrieb wie viele andere wirtschaftlich unter Druck: Die Milchpreise sind niedrig, die Fleischpreise entwickeln sich ungünstig, die Dieselpreise sind hoch.
„Das Landwirtschaftsministerium hat bei der Futterversorgung bereits Offenheit signalisiert. Das ist gut und dafür bin ich insbesondere Frau Ministerin Gentges dankbar“, sagte Landrat Christoph Keckeisen. „Leider entwickelt sich die Lage so, dass wir uns vom Land zusätzliche pragmatische Lösungen erhoffen, um unseren Landwirten zu helfen“, betonte der Landrat und hob die Bedeutung der regionalen Landwirtschaft hervor.
Ackerfutter statt Begrünungsmischung
Ein konkreter Vorschlag für eine mögliche Vorgehensweise liegt auf dem Tisch. Das Landwirtschaftsamt Rottweil hatte bereits gegenüber dem Ministerium angeregt, Flächen, die eigentlich für die sogenannte FAKT-Begrünungsmischung E1.2 vorgesehen sind, in diesem Jahr alternativ mit einer Ackerfuttermischung einzusäen. Damit könnte – immer vorausgesetzt, es regnet noch - im Herbst noch hochwertiges Futter gewonnen werden, um insbesondere die entstandenen Futterlücken bei Silomais auszugleichen.
Der Wunsch der Landwirte: Wer in diesem außergewöhnlichen Jahr bereit ist, auf den vorgesehenen Flächen Ackerfutter anzubauen, sollte dieses auch nutzen dürfen, ohne dadurch bei den Fördervorgaben ins Hintertreffen zu geraten. Deshalb möchten sie eine Neubewertung der Situation auf Landesebene und hoffen, dass ein Vorstoß des Landrats beim Ministerium dazu beitragen kann.
Für Landrat Christoph Keckeisen ist klar, dass die Landwirte verlässliche Rahmenbedingungen brauchen. „Wenn junge Menschen wie hier Lukas Aulich als nächste Generation bereitstehen, müssen sie eine Perspektive haben und für die Zukunft planen können“, betonte der Landrat.
Schreiben ans Ministerium
Er hat das Anliegen von Landwirtschaftsamt und Kreisbauernverband deshalb nun erneut gegenüber dem Ministerium vorgebracht, sein Schreiben an das Ministerium haben alle Landräte des Regierungsbezirks Freiburg mit unterzeichnet. Denn die Botschaft des Arbeitstreffens auf dem Hof der Familie Aulich war eindeutig – die Futterversorgung ist zu einer ernsthaften Sorge geworden. Und die Landwirtschaft braucht jetzt vor allem eines: Handlungsspielraum.