Sommerkonzerte in Rottweil
: Wenn Endliches in die Unendlichkeit weist

Wie beliebt die Sommerkonzerte in Rottweiler Kirchen sind, zeigte sich auch im zweiten Konzert –  dieses Mal mit Musikerinnen aus Rottweil.
Von
Heide Friederichs
Rottweil
Jetzt in der App anhören
Cornelia Plantard (Darbuka), Karin Welge (Klarinette), Beate Vöhringer (Truhenorgel) und Peter Kadelbach (Kontrabass)

Cornelia Plantard (Darbuka), Karin Welge (Klarinette), Beate Vöhringer (Truhenorgel) und Peter Kadelbach (Kontrabass) sind beim zweiten der diesjährigen Sommerkonzerte in Rottweiler Kirchen zu erleben.

Friederichs
  • Zweites Sommerkonzert in Rottweiler Kirchen mit Musikerinnen aus Rottweil fand statt.
  • Programm „Von Bach bis Klezmer“: Orgel, Klarinette, Percussion und Kontrabass.
  • Bach D-Dur für Orgel mit Conga kontrastiert, Choralmelodie warm von Klarinette umspielt.
  • Zentrum: Brand-Hommage an Bach – Vöhringer entfaltet Spannungen und schwebende Obertöne.
  • Klezmer mit Klarinette im Fokus und Kontrabass dabei. Beifall führte zu Zugaben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Programm  „Von Bach bis Klezmer“ erwies sich in der Zusammenstellung als hochspannend und in seiner Umsetzung als feingliedrig prägnant.

Das Konzert D-Dur von J. S. Bach für Orgel begann in starker Wucht, unterstrichen durch die Conga, wobei der helle, silberne Klang des Orgelspiels von Beate Vöhringer in Kontrast zu den tiefen Rhythmus-Bildern, die Cornelia Plantard auf dem Percussionsinstrument schuf, trat. Ebenso klangverändernd interpretiert, wirkte das bekannte „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von Bach, in dem Klarinettistin Karin Welge die Orgelgrundmelodie warm umspielte.

Große Präsenz

Im Mittelpunkt des Konzerts stand die Hommage an J. S. Bach „Sein Name wird ewiglich bleiben – ein Hauch Unendlichkeit in fünf endlichen Stücken“ – des zeitgenössischen Komponisten Helmut Brand, der in der Region fast vier Jahrzehnte als Bezirkskantor wirkte:  Vöhriger holte in starker Präsenz aus den einzelnen Stücken spannungsreiche Tiefen heraus, kontrastierend zu schwebenden Obertönen, ruhig-getragener Harmonie, und zu tänzerisch verspielter Rhythmik, bis hin zu voluminösem Gesamtklang der Orgel, immer Bachsche Werkteile in die Unendlichkeit verweisend.

Sätze aus Werken, nochmals von Johann Sebastian Bach, in unterschiedlicher Besetzung – mit Klangschale, Bodypercussion oder Glockenspiel (Cornelia Plantard), an der Truhenorgel Beate Vöhringer und Klarinette (Karin Welge) – leiteten über zu Klezmer-Musik, bei der Peter Kadelbach mit dem Kontrabass mitwirkte. In diesen traditionellen jüdischen Liedern, die von Wehmut, Wärme und tänzerischer Rhythmik gekennzeichnet sind, kommt der Klarinette Solopräsenz zu – Karin Welge setzte dies in starker Klangfarbigkeit um. Warme Ruhe, tänzerische Eleganz, sichere Tempiwechsel: Spätestens hier konnte der Beifall nicht zurückgehalten werden, was die Musiker zu Zugaben nötigte.