Schulstart im Kreis Rottweil: Jedes siebte sechsjährige Kind im Landkreis erhält Sprachtherapie

Ein Kind spielt zur Sprachförderung in der Logopädie.
imago images/U. J. Alexander- Rund jedes siebte sechsjährige Kind im Kreis Rottweil erhielt zum Schulstart Sprachtherapie.
- AOK-Daten: 14,8 Prozent der bei der AOK versicherten Sechsjährigen hatten Verordnungen.
- Jungen waren häufiger betroffen als Mädchen, die Quote sank gegenüber 2024 leicht.
- Höchste Inanspruchnahme mit sechs Jahren – Sprachtherapie bei Entwicklungsstörungen.
- Quoten variieren in Baden-Württemberg stark, Heidelberg und Rastatt liegen besonders hoch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diesen September hat für die neuen Erstklässler im Landkreis Rottweil das erste Schuljahr begonnen: 14,8 Prozent der bei der AOK versicherten sechsjährigen Kinder – also rund jedes siebte Kind in dieser Altersgruppe – erhielt 2025 rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Konkret erhielten 144 der rund 975 bei der AOK versicherten sechsjährigen Kinder im Landkreis Rottweil eine entsprechende Heilmittelverordnung. Bei Jungen lag der Anteil mit 16,4 Prozent höher als bei gleichaltrigen Mädchen (13,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote bei den Sechsjährigen im Kreis leicht gesunken: 2024 lag sie bei 15,3 Prozent.
Entwicklungsstörungen
Sprachtherapien werden bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Am höchsten ist die Inanspruchnahme – wie auch bundesweit – im Alter von sechs Jahren, also kurz vor beziehungsweise rund um den Schulbeginn. Die sprachliche Entwicklung verläuft von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Sprachliche Fähigkeiten sind aber das Fundament für das Lernen: Sie beeinflussen, wie gut sich ein Kind ausdrücken, Fragen stellen und Wissen erwerben kann. Eltern, die bei ihrem Kind Auffälligkeiten beim Sprechen bemerken, sollten diese frühzeitig mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin besprechen. Je früher eine Sprachstörung erkannt wird, desto besser lässt sich gegensteuern.
Sprachstörungen bei Kindern können sich sehr unterschiedlich zeigen. Am häufigsten treten Artikulationsstörungen auf, bei denen einzelne Laute nicht richtig gebildet werden. Sind zusätzlich Satzbau oder Wortschatz beeinträchtigt, kann eine Sprachentwicklungsstörung vorliegen. Auch Redeflussstörungen wie Stottern oder sehr schnelles, undeutliches Sprechen (Poltern) zählen dazu. Eltern und Fachkräfte in Kitas sind hier oft die ersten, denen solche Auffälligkeiten begegnen.
Seit Jahren ein Thema
Warum rund um den Schuleintritt vergleichsweise viele Kinder eine Sprachtherapie erhalten, wird in der Fachwelt seit Jahren erörtert. Diskutiert werden unter anderem eine tatsächliche Veränderung altersgerechter Sprachfähigkeiten, veränderte Anforderungen von Schule und Elternhaus sowie ein verändertes ärztliches Diagnose- und Verordnungsverhalten.
Innerhalb Baden-Württembergs schwankt die Quote von Kreis zu Kreis erheblich. Am seltensten erhielten sechsjährige Kinder 2025 in Pforzheim (11,7 Prozent), Lörrach (12,3 Prozent) und Konstanz (14,1 Prozent) eine Sprachtherapie. Am häufigsten war dies dagegen in Heidelberg (26,9 Prozent), Rastatt (26,3 Prozent) und im Rhein-Neckar-Kreis (24,1 Prozent) der Fall.