Saukirbe in Göllsdorf
: Rübengeister aus Ton

Das Keramikprojekt von Christoph Zeitz mit historischen Märkle verbindet Tradition und Handwerk.
Von
red/pm
Rottweil-Göllsdorf
Jetzt in der App anhören
Christop Zeitz in seinem Atelier

Christop Zeitz in seinem Atelier

Zeitz
  • Keramiker Christoph Zeitz belebt Saukirbe-Tradition mit Ton-Rübengeistern und Märkle.
  • Originalformen von Hafnermeister Wilhelm Biehler wurden gefunden und Zeitz übergeben.
  • Rüben werden gegossen, getrocknet und im übernommenen Ofen bei 850 und 1050 Grad gebrannt.
  • 60 Einzelstücke entstanden – Verkauf im Festzelt, kleiner Bestand im Online-Shop.
  • Ungebrannte Ortswappen finalisiert; ein Stück wird zugunsten der Saukirbe-Hütte versteigert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Kürbisse gibt es in allen Formen und Materialien – aber eine Ton-Rübe habe ich nicht gefunden“, so Christoph Zeitz vom Atelier Zeitz aus Göllsdorf. „Durch den Zugang zu den originalen Formen der Saukirbe-Schweinle und -Märkle und die direkte Nachbarschaft zum Festplatz war klar: Ich mache Saukirbe-Keramik.“

Die typischen Eintritts-Märkle der Saukirbe wurden nach dem Krieg vom ortsansässigen Hafnermeister Wilhelm Biehler erschaffen und aus Ton hergestellt. Ein einzelnes Original ist noch erhalten. Indes: Die originalen Gipsformen schlummerten auf dem Dachboden des Hafnerhauses.

Das Werk von Wilhelm Biehler wird neu belebt

„Ich wusste von den Formen auf dem Dachboden und habe sie an Christoph Zeitz übergeben. Schön zu sehen, wie er das Werk meines Vaters neu belebt.“, sagt Anita Eisenseher.

Mit den Formen der Märkle und weiterer Ortwappen war die Grundlage für das Projekt gelegt. Fehlten noch die Rübengeister. Zeitz formte Rüben mit Gips ab, um sie mit Ton reproduzieren zu können. Jede Rübe wird gegossen und tagelang getrocknet. Zum richtigen Zeitpunkt erhält jede mit dem Skalpell ihr individuelles Gesicht.

Der Rottweiler mit Biss
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Rottweil und Umgebung Montag bis Samstag im kompakten Überblick.
Die Rübengeister

Die Rübengeister aus dem Atelier von Christoph Zeitz

Zeitz

Im von Biehler übernommenen Ofen werden die Rüben bei 850 und 1050 Grad gebrannt und mit Oxiden und Glasuren künstlerisch gestaltet. So entstanden 60 Einzelstücke.

Die unmittelbare Nachbarschaft zum Festzelt nutzt Atelier Zeitz während der Saukirbe, um seine Keramik anzubieten. Ansonsten ist im Online-Shop ein kleines Kontingent zu bekommen.

Ein weiterer Ausblick

Auf der Website geben zudem erste Fasnet-Reliefs einen Ausblick auf kommende Arbeiten. In Zukunft ist ein besonderer Service geplant: Rübengeister aus Ton selber gestalten oder nach eigenen Vorlagen ordern, erklärt Zeitz.

Bei der Bergung des Ofens, der Ende der 80er-Jahre zum letzten Mal von Biehler gefüllt wurde, kamen ungebrannte Göllsdorfer Ortswappen zum Vorschein. „Diese Stücke hat mein Vater von Hand in die Formen eingedrückt“, erklärt Anita Eichenseher. Zeitz: „Das ist echte Göllsdorfer Handwerkstradition. Ich bin stolz, diese seltenen Exemplare zu finalisieren.“ Ein Exemplar wird während der Saukirbe zugunsten der neuen Saukirbe-Hütte versteigert, ein weiteres findet in der Bürgerstube im Rathaus Göllsdorf seinen Platz.

Zeitz ergänzt: „Die Schweinle – die bis dahin völlig unbekannt waren - wurden für die erste Saukirbe nach dem Krieg 1948 gestaltet und tragen auch die Jahreszahl. Die typischen wappenförmigen Märkle kamen ab 1949 zum Einsatz. Die Schweinle werde ich zu ihrem 80. Geburtstag 2028 wieder auflegen.“

Termine

Saukirbe und Rübengeisterumzug: Samstag und Sonntag, 3. und 4. Oktober, jeweils ab 12 Uhr