Rottweil verliert weiteres Geschäft
: Alt eingesessener Tabakladen schließt

Nach fast 60 Jahren endet die Geschichte des familiengeführten Tabakwarengeschäfts. Sandra Prussak schließt den Laden – und damit auch ein Stück Rottweiler Stadtgeschichte.
Von
Lukas Podolski
Rottweil
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Das Tabakwarengeschäft der Familie Prussak schließt nach fast 60 Jahren endgültig.

Das Tabakwarengeschäft der Familie Prussak in Rottweil schließt nach fast 60 Jahren endgültig.

Lukas Podolski
  • In Rottweil schließt ein familiengeführter Tabakladen nach fast 60 Jahren endgültig.
  • Sandra Prussak stand knapp 19 Jahre im Laden, der zuletzt in der unteren Hauptstraße war.
  • Gründe für den Rückgang: Corona, wegfallende Frequenz durch andere Läden und Lieferprobleme.
  • Für Stammkunden war der Laden auch Treffpunkt – viele verabschiedeten sich emotional.
  • Am Samstag, 17. Oktober, öffnet Prussak zum letzten Mal und beendet damit die Familiengeschichte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Knapp 19 Jahre lang führte Sandra Prussak ihr Tabakwarengeschäft in der Rottweiler Innenstadt. Nun ist Schluss – am 17. Oktober wird sie zum letzten Mal als Verkäuferin im Laden stehen. 1969 hatten ihre Eltern den Laden eröffnet, damals noch auf dem Friedrichsplatz. 1986 zogen sie dann schließlich in die untere Hauptstraße.

Prussak hatte den Laden über die gesamte Zeit alleine geführt. Von Montag bis Samstag konnten Kunden bei ihr Zigarren, Pfeifentabak, Zigarillos, Zigaretten und noch viele weitere Tabakvariationen kaufen. Doch mittlerweile würden auch viele Firmen in Schwierigkeiten stecken, weshalb es schwieriger geworden ist, die teilweise besondere Ware herzubekommen, so die 59‑Jährige.

Viele Faktoren für den Kundenverlust

Doch auch die Kunden wurden mit der Zeit weniger. „Der erste richtig große Schlag ist durch Corona passiert“, erklärt Prussak. Viele Kunden hätten sich in dieser Zeit anders orientiert und seien danach auch nicht mehr gekommen. Dazu seien viele andere Geschäfte aus der Innenstadt herausgegangen. Diese hätten die Menschen angezogen und sie somit auch zu ihr ins Geschäft gebracht.

Neue Kundschaft kam in letzter Zeit immer seltener. „Es sind vor allem Stammkunden gewesen, die bewusst so ein Geschäft unterstützen“, erklärt Prussak. Für viele sei es aber auch mehr als ein einfacher Einkauf von Zigaretten oder Zigarren gewesen. „Es ist eben tatsächlich auch eine Anlaufstelle zum Reden gewesen“, so die 59‑Jährige. Viele dieser Leute hätten in den vergangenen Tagen noch ihren letzten Einkauf getätigt und sich bei ihr verabschiedet, was teilweise sehr emotional für die Betreiberin war.

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Besonderes Verhältnis zu den Kunden

Der Kontakt zu den Kunden sei auch das, was sie am meisten vermissen werde. „Richtige Freundschaften“ seien entstanden, „die einem auch helfen, wenn etwas ist“, erklärt Prussak. Eine schönste Erinnerung an die vergangenen Jahre kann sie nicht nennen. Es sei das „Gesamtpaket“ gewesen, was ihr so viel Freude bereitet habe.

Am Samstag, 17. Oktober, schließt Sandra Prussak zum letzten Mal die Türen ihres Geschäfts. Zurück bleiben fast sechs Jahrzehnte Familiengeschichte – und viele Erinnerungen an Kunden, aus denen über die Jahre Freunde geworden sind.