Neu in Rottweil
: Stadt und Landkreis bündeln Kräfte bei der Ausländerbehörde

OB Christian Ruf und Landrat Wolf-Rüdiger Michel unterzeichnen Vereinbarung für die gemeinsame Ausländerbehörde.
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(red/pm)
Oberndorf
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Weichenstellung für eine gemeinsame Ausländerbehörde im Landratsamt: Landrat Wolf-Rüdiger Michel (rechts) und Rottweils Oberbürgermeister Christian Ruf unterzeichnen im Alten Rathaus die öffentlich-rechtliche Vereinbarung.

Foto: Stadt Rottweil / Hermann

Die Ausländerbehörden der Großen Kreisstadt Rottweil und des Landkreises Rottweil gehen künftig gemeinsame Wege: Landrat Wolf-Rüdiger Michel und Oberbürgermeister Christian Ruf haben eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Einrichtung einer gemeinsamen Dienststelle im Landratsamt unterzeichnet.

Sowohl der Kreistag als auch der Gemeinderat haben der Vereinbarung zuvor zugestimmt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Aufgaben noch effizienter, stabiler und serviceorientierter zu erfüllen. Beide Behörden bleiben zunächst rechtlich selbstständig, arbeiten jedoch organisatorisch in einer gemeinsamen Einheit zusammen – ab 1. Oktober.

Ausländerbehörden übernehmen zentrale staatliche Aufgaben im Bereich des Aufenthaltsrechts. Dazu gehören etwa die Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis, das Ausstellen von Visa und Duldungen, Entscheidungen über Erwerbstätigkeit von ausländischen Staatsangehörigen sowie Fragen des Familiennachzugs. Auch die Verpflichtung zu Integrationskursen gehört dazu.

Hintergrund der Zusammenlegung sind vor allem praktische Herausforderungen im Alltag: Beide Ausländerbehörden arbeiten bislang in vergleichsweise kleinen Teams. Personelle Ausfälle – etwa durch Krankheit oder Elternzeit – lassen sich dort deutlich schwerer auffangen als in einer größeren Einheit. Häufig war wegen der Namensgleichheit von Stadt und Kreis Rottweil für ausländische Kunden auch nicht klar, an welche der beiden Behörden sie sich wenden müssen.

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Zentrale Anlaufstelle

Künftig gibt es eine zentrale Anlaufstelle für ausländerrechtliche Anliegen im Landratsamt. Auch für andere beteiligte Stellen – etwa Jobcenter, Polizei oder Regierungspräsidium – wird die Zusammenarbeit einfacher. Darüber hinaus bietet die gemeinsame Organisation die Chance, Abläufe zu vereinheitlichen und Entscheidungen transparenter zu gestalten.

„Die hohe Fluktuation in der Vergangenheit, die Herausforderung, für dieses spezielle Rechtsgebiet ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, die vielfältigen Bezugspunkte zur Ausländerbehörde des Landkreises und nicht zuletzt die sehr beengte Raumsituation im Alten Rathaus haben uns dazu veranlasst, Gespräche mit dem Landkreis aufzunehmen“, so Rottweils Oberbürgermeister Christian Ruf. „Die Einrichtung einer gemeinsamen Dienststelle entlastet unsere Verwaltung und bietet zugleich die Chance, die Fallbearbeitung schlanker und effizienter aufzustellen.“

Landrat Wolf-Rüdiger Michel betont: „Auch die Kreisverwaltung steht bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden vor großen Herausforderungen. Die Bündelung der Kräfte hilft uns, diese Aufgaben langfristig stabiler zu bewältigen. Gleichzeitig profitieren alle Beteiligten von klareren Strukturen und einer engeren Abstimmung. Ich freue mich besonders, dass dieser Zusammenschluss auf Augenhöhe erfolgt ist.“

Finanzen geregelt

Die Zusammenarbeit ist so angelegt, dass sie für beide Seiten weitgehend kostenneutral bleibt. Die Kosten werden künftig anteilig nach der Zahl der betreuten Personen verteilt. Die sechs Beschäftigten der städtischen Ausländerbehörde sind über die anstehenden Veränderungen bereits informiert. Ihnen wird die Möglichkeit angeboten, unter Wahrung von Bestandsschutz zur Ausländerbehörde im Landratsamt zu wechseln und einen neuen Arbeitsvertrag mit dem Landkreis abzuschließen. Wer lieber im Rottweiler Rathaus bleiben möchte, erhält andere Aufgaben innerhalb der Stadtverwaltung.

Ein Blick in den Zollernalbkreis, wo eine vergleichbare Lösung bereits erfolgreich umgesetzt wurde, hat die Verantwortlichen in Rottweil zusätzlich bestärkt. Die dortigen Erfahrungen zeigen: Gemeinsame Strukturen erleichtern nicht nur die tägliche Arbeit, sondern verbessern auch Themen wie Abstimmung mit anderen Behörden und den Datenschutz.