Nacht des offenen Denkmals: Eine Nacht, mehr als 30 Stationen – Rottweil feiert seine Geschichte

Der Sonnensaal des Kapuziners war zur landesweiten Auftaktveranstaltung zur „Nacht des offenen Denkmals“ bestens besucht.
Siegmeier- Rottweil eröffnete die landesweite „Nacht des offenen Denkmals“ mit großer Resonanz.
- Im Kapuziner-Saal trafen sich Engagierte, Handwerker, Historiker, Architekten und Experten.
- Der Kapuziner gilt als Beispiel: bürgerschaftliches Engagement rettete und belebt das Haus.
- OB Christian Ruf: Nutzung sichert Denkmäler – in Rottweil stärken Alt und Neu einander.
- Über 30 Stationen und 90 Angebote in der Innenstadt – Musik kam von Magnus Mehl Ensemble.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Sonnensaal des Kapuziners war bestens besucht. Leute, die bereits Denkmäler ertüchtigt habe, trafen auf Handwerker, Historiker, Architekten und Bausachverständige. So ergaben sich schnell rege Gespräche und gute Austauschmöglichkeiten.
Schon der Ort hätte nicht besser gewählt sein können, schließlich ist es der Bürgerinitiative Kapuziner und dem großen Engagement vieler Rottweiler zu verdanken, dass das einstige Kapuzinerkloster heute als Mehrgenerationenhaus genutzt werden kann und als Vorzeigeobjekt gilt, was bürgerschaftliches Engagement und Denkmalschutz angeht.
Gebäude nutzen, brauchen und erhalten
Zunächst mussten die „Kapuzinerretter“ um Akzeptanz für den heruntergekommenen Gebäudekomplex kämpfen, wurden von vielen belächelt. Doch sie haben es geschafft. Sie haben Unterstützer gewonnen, Geld gesammelt und sich selbst in unzähligen Arbeitsstunden engagiert. „Man hat dem Gebäude nicht nur die Vergangenheit erhalten, sondern ihm eine Zukunft gegeben“, betonte Oberbürgermeister Christian Ruf in seiner Begrüßung.
Und auch Ministerin Theresa Schopper und Denkmalamts-Präsident Claus Wolf waren sichtlich angetan von dem Denkmal, das Geschichte erlebbar macht und durch vielerlei Details auch selbst erzählt, und vor allem von der bestens gelungenen Verbindung von modern und historisch.
„Bewahren heißt für uns nicht Stillstand, sondern Zukunft zu ermöglichen“, sagte Christian Ruf. Denn ein Denkmal, das genutzt werde, das werde gebraucht. Und ein Gebäude, das gebraucht werde, habe die besten Chancen, auch für die nächste Generation erhalten zu bleiben, ergänzte er. Vergangenheit und Zukunft würden in Rottweil nicht im Widerspruch stehen, sondern sich im besten Fall gegenseitig stärken, was man an den Beispielen wie historische Innenstadt und Hängebrücke, oder Arae Flaviae und Testturm, oder Reichsstadt und Landesgartenschau deutlich sehen könne.
Denkmalfest in der Innenstadt
Ministerin Theresa Schopper lobte vor allem die vielen Ehrenamtlichen, deren Herz für die Denkmalpflege schlage. Denn ihr liege am Herzen, dass Denkmäler nicht nur angeschaut, sondern genutzt werden, sagte sie. Dass sich in der „Nacht des offenen Denkmals“ und auch am darauffolgenden „Tag des offenen Denkmals“ so viele Türen öffnen, die der Öffentlichkeit ansonsten verschlossen bleiben, weil sie privat sind, das freute Schopper ganz besonders. Allein in Rottweil konnten in der Denkmalnacht, die sich schnell zu einem regelrechten Denkmalfest in der Innenstadt entwickelte, mehr als 30 Stationen und 90 Veranstaltungen besucht werden.
Denkmalamts-Präsident Claus Wolf erläuterte zunächst die Anfänge des „Tags des offenen Denkmals“. Die Idee dafür stamme aus Frankreich, wo 1984 erstmals ein „Tag des offenen Denkmals“ ausgerufen wurde. Bundesweit hätten an diesem Wochenende mehr als 6500 Denkmäler geöffnet und könnten besucht werden. „Die ‚Nacht des offenen Denkmals‘ ist eine feste Institution, die es aber nur in Baden-Württemberg gibt, und auf die wir stolz sind“, sagte er. Der überreiche Denkmalbestand wäre ohne Ehrenamtliche auf verlorenem Posten, machte auch Wolf deutlich.
Manchmal müsse man sich für ein Denkmal „verkämpfen“. „Aber es gibt immer Wege, auch in finanziell nicht so üppigen Zeiten“, machte er Mut und Hoffnung. Sich vernetzen und gangbare Wege suchen, das sei wichtig. Zum Abschluss dankte er der Stadt Rottweil für das Denkmalfest und Stadtarchivarin Lena Kunz, die die Veranstaltung für Rottweil mitorganisiert hat. Dann ließen sich Schopper und Wolf erst durch den Kapuziner führen und im Anschluss an verschiedene Stationen in der Innenstadt.
Für die musikalischen Akzente der Veranstaltung sorgte Jazzmusiker Magnus Mehl mit seinem Ensemble.







