Landesgartenschau Rottweil: Hängebrücke-Spezialisten mit Schreitbagger in neuer Mission

OB Christian Ruf (rechts) und Bürgermeisterin Ines Gaehn verschaffen sich ein Bild vom Baustart des Rampenwegs im Stadtgraben. Das Bild zeigt sie zusammen mit von links Micha Sonnenfroh (LGS Rottweil gGmbH) sowie Christoph Düner und Christoph Müller von der HTB Baugesellschaft. Im Hintergrund ist der Schreitbagger bereits im Einsatz.
Stadt Rottweil/HermannIm Stadtgraben geht es voran: Bereits seit Januar laufen die Erdarbeiten zur Neugestaltung, nun ist zusätzlich ein sogenannter Schreitbagger unterwegs. Ziel ist die Erstellung des sogenannten Rampenwegs. Die Maßnahme wird voraussichtlich bis April dauern. Mit der Ausführung ist die Spezialtiefbaufirma HTB aus Österreich beauftragt, die in Rottweil durch den Bau der Hängebrücke bereits bestens bekannt ist. Die Vergabe erfolgte dabei im Bereich Tiefbau der Stadt Rottweil.
Schreitbagger schreitet durchs Gelände
Statt mit einem herkömmlichen Rad- oder Raupenfahrwerk sind Schreitbagger mit vier Beinen ausgestattet, mit denen sie durch das Gelände schreiten. An den Beinen können sowohl Räder als auch Abstützfüße montiert sein. Der neue Weg entsteht in einem topografisch äußerst anspruchsvollen Bereich. Zwischen Hangkante und Hangfuß liegt ein Höhenunterschied von rund zwölf Metern.
Wegen der schwierigen Bodenbedingungen wird der Rampenweg außerdem mit einer speziellen Konstruktion aus Mikropfählen und Betonplatten erstellt. Der rund 1,50 Meter breite Weg verläuft hangbegleitend und schafft künftig eine barrierearme Verbindung zwischen dem Oberen und dem Unteren Stadtgraben.
Mit einer maximalen Steigung von acht Prozent wurde der Weg so geplant, dass er möglichst gut für Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer nutzbar ist. Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit der ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt Rottweil, Ruth Gronmayer.
Auch Ausweichroute bei defektem Aufzug
Neben seiner Funktion als komfortable Verbindung von der historischen Innenstadt hinunter ins Neckartal dient der Rampenweg auch als wichtige Ausweichroute: Sollte es einmal zu einer Störung am geplanten Aufzug bei der Hochbrücke kommen, ermöglicht er weiterhin eine barrierearme Verbindung zwischen Stadtgarten und Talraum.
Bei der Planung wurde besonderer Wert auf den sensiblen Umgang mit der bestehenden Topografie und dem vorhandenen Baumbestand gelegt. So wird der Weg im Bereich einer bestehenden Blutbuche zum Schutz des Baumes über einen Stahlsteg geführt. Der Rampenweg erhält eine Asphaltoberfläche, ein Geländer sowie eine Beleuchtung mit Pollerleuchten, um eine sichere Nutzung auch in den Abendstunden zu gewährleisten.
„Mit dem Rampenweg schaffen wir eine wichtige zusätzliche Verbindung aus dem Stadtgraben in unsere Innenstadt. Besonders wichtig ist uns dabei die barrierearme Erschließung dieses Bereichs. Gleichzeitig achten wir darauf, die gewachsene Landschaft und den Baumbestand bestmöglich zu erhalten“, sagt Oberbürgermeister Christian Ruf. „Wir freuen uns, dass wir mit HTB aus Österreich einen zuverlässigen Baupartner gefunden haben, der eine Vielzahl an Bauprojekten in alpinem Gelände bereits realisiert und daher viel Erfahrung am Berg hat“, ergänzt Bürgermeisterin und Geschäftsführerin der Landesgartenschau GmbH, Ines Gaehn.